Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren
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Freitag, 10. April 2015

Geheimnis im Moor von Rotraud Falke-Held


Klappentext:

Die Geschwister Lynn und Marius machen wie jedes Jahr Urlaub am Steinhuder Meer. Mit ihren Freunden Emma und Felix radeln sie am See entlang, paddeln auf dem See, schwimmen darin oder machen Erkundungstouren in der Moorlandschaft. Bei einem ihrer Streifzüge kommen sie einer Diebesbande auf die Spur und geraten in große Gefahr.

Geheimnis im Moor ist eine spannende Geschichte für Kinder von 7 bis 10 Jahren.
Es ist schön illustriert mit Schwarz-weiß Bildern von Evelin Grewe.
ISBN: 978-3-7357-9199-3
Das Buch gibt es bei Amazon, BoD und natürlich im Buchhandel

Leseprobe aus dem Kapitel 7. Picknick im Moor

Emma und Lynn packten die Leckerbissen aus den Rücksäcken. Sie hatten alle großen Hunger. Die Vier aßen alles auf und tranken dazu den Saft. Sie verga­ßen ein wenig ihre Abgeschie­denheit mitten im Moor.
Doch da – „Huuhuuu“, heulte die Eule wieder. Und plötzlich knackte etwas.
Emma zuckte erschrocken zusammen „Was war das?“
„Ein Zweig“, sagte Felix leichthin.
Wer war das?“, fragte Emma ängstlich.
„Ich nicht“, sagte Felix.
„Ich auch nicht“, flüsterte Lynn.
Marius setzte sich aufrecht hin. Dann sind wir nicht allein.“
„Was sagst du da?“
„Sei ruhig, Emma. Wieso sollten nicht noch andere hier sein“, beruhigte Felix sie.
„Aber warum verstecken sie sich?“, fragte Emma.
„Sei nicht albern. Es versteckt sich doch keiner. Irgend­wer geht hier spazieren und ist zufällig…“
Marius schnitt Felix unwirsch das Wort ab. „Nein, Emma hat recht. Irgendetwas stimmt nicht. An diesem Ort sind nicht zufällig Leute – ist nicht gerade ein Touristenziel, oder? Und die Eule – das war wohl wirklich keine. Das waren viel­leicht Menschen, die sich verständigen.“
„Hä?“, machte Felix verständnislos.
„Denkst du wirklich?“, fragte Emma.
Marius legte seine Hände aneinander, hielt sie vor den Mund und blies hinein.
Der Ton, der heraus­kam, klang wie der einer Eule.
„Huuuhuuuu“, kam auch gleich die Antwort.
„Siehst du?“
„Und was willst du damit beweisen?“, zischte Felix.
„Dass hier jemand ist. Und der versteckt sich vor uns.“
„Du spinnst ja.“
„Ich habe Angst“, wimmerte Emma.
„Du machst Emma Angst mit deinen Schauerge­schichten, schimpfte Felix.
„Aber vielleicht hat er recht“, warf Emma ein. „Du warst doch oft mit Papa hier, Felix. Habt ihr früher auch solche Ge­räusch gehört?“
Felix überlegte und kratzte sich verlegen am Kopf.
„Neee. Eigentlich nicht. Cool. Jetzt glaub ich auch schon an Gespenster.“
„An Gespenster nicht. Aber irgendwas ist komisch.
Wir können uns ja mal etwas umsehen“, erwiderte Marius.
„Bloß nicht. Ich will hier wieder raus!“, wisperte Emma.
„Dann geht ihr Mädchen zum Kanu und wir Männer se­hen uns um“, schlug Felix vor.
„Männer? Ich sehe hier keinen“, spottete Lynn. „Und ich komme auf jeden Fall mit.“
„Emma?“, fragte Felix seine Schwester.
„Ich gehe nicht alleine zurück. Ich will zwar nicht, aber dann komme ich lieber auch mit.“
„Klar. Du würdest das Kanu vermutlich nicht mal wieder finden“, frot­zelte Felix.
„Würde ich wohl!“
Sie packten ihre Sachen zusammen. Plastikbecher und leere Packun­gen kamen in die Rucksäcke der Mädchen, die Jungen stopften die Decken in ihre Rucksäcke. So schlichen sie los. Ganz vorsichtig. Emma hielt sich dicht an ihren Bruder. In diesem Moment wünschte sie sich, sie wäre nicht mit­gekommen. Viel­leicht hätte sie wirklich zum Kanu gehen und einfach da­von paddeln sollen. Wenn die Drei unbedingt ein Aben­teuer suchten, sollten sie doch…. Aber sie wusste, dass sie genau das niemals gemacht hätte. Sie wa­ren alle Freunde und die ließ man nicht im Stich.
Aber sie wollte einfach nicht hier sein….

Zu Autorin:

Rotraud Falke-Held wurde 1964 in Bad Driburg geboren.
Schon in der Grundschulzeit entdeckte sie die Freude am Schreiben.
Doch zunächst absolvierte sie eine solide kaufmännische Ausbildung und kann heute auf eine 20jährige Berufstätigkeit zurückblicken.
Nach der Geburt ihrer Kinder - in den Jahren 2000 und 2001 – gab sie ihre Berufstätigkeit auf. Sie begann, sich spannende Geschichten auszudenken – zunächst nur für ihre eigenen Kinder.
2009 erschien ihr erstes Kinderbuch „Der kleine Bär Tapp“ im Monolith Verlag.
Seither sind einige Kinder- und Jugendbücher von ihr erschienen, altersmäßig wachsen die Geschichten mit dem Alter ihrer eigenen Kinder.
Rotraud Falke-Held lebt mit ihrem Mann, zwei Kindern und der Hundedame Cacy in Büren.



Dienstag, 30. Dezember 2014

Weihnachtsferien

Die Schmökerratten machen bis zum 6.1.15 Ferien. In der Zwischenzeit gibt es im Archiv und in der Weihnachts-Textwerkstatt viel zu stöbern.

Dienstag, 23. Dezember 2014

Klausmüller - Ein Esel sucht ein Pferd von Pebby Art



Klara ist entsetzt: Sie soll ihre Ferien zusammen mit ihren Eltern bei Großtante Agnes verbringen. Wie langweilig! Dabei hatten ihre Eltern ihr einen Mallorca-Urlaub versprochen.
Doch dann entwickelt sich alles anders als erwartet:
Klaras Herz macht Hüpfer, als sie entdeckt, dass ihre Großtante Pferde hat und dann ist da auch noch dieser coole Junge namens Joey. Doch was Klaras Ferien völlig durcheinanderbringt, ist ihr Stoffesel, der plötzlich mit ihr redet und auch sonst sehr lebendig ist.
Nun scheinen die Ferien doch noch zu einem amüsanten und schönen Urlaub zu werden, wäre da nicht eines Tages ein Pferd zu wenig auf der Weide: Favorit ist verschwunden  und das Abenteuer nimmt seinen Lauf – und dann entdeckt Klausmüller auch noch eine magische Brille …
Ein Buch für alle, die sich gerne von frechen Stofftieren in ein Abenteuer ziehen lassen.
Die Lesealterempfehlung liegt bei ab acht Jahren.
 Erhältlich bei Amazon.

Ein zerplatzter Urlaubstraum

Es war zwei Monate vor den großen Ferien, als Klara nach Klausmüller trat. Der flog durch die Luft, streifte mit seiner bunten Schmetterlingshaarspange Klaras Papa am Oberarm, setzte zur Landung an und rutschte über den Flurfußboden.
Klara tat sofort leid, was sie getan hatte. Warum trat sie gegen ihren Lieblings-Stoffesel, wenn sie doch sauer auf Mama und Papa war? Diese hatten soeben Klaras Traum vom Sommer-Sonnen-Strandurlaub vernichtet. Wütend schaute Klara zu ihrem Papa. Auch seine Stimmung hatte sich dank der roten Streifen auf seinem Arm geändert. Er mutierte gerade zu einem fluchenden Pantoffelhüpfer. Selbst schuld, dachte Klara, schnappte Klausmüller und lief in ihr Zimmer.
Ursprünglich schuld an Klausmüllers rasantem Flug durch den Flur war Großtante Agnes. Diese hatte nämlich einen Brief geschrieben. An Klaras Eltern. Und dieser Brief nun hatte Mama und Papa dazu gebracht, Klaras ersehntes Urlaubs-Reiseziel Mallorca links liegen zu lassen, um stattdessen zu Tante Agnes zu reisen. Wenn Klara daran dachte, wie lange sie gebraucht hatte, um Mama und Papa dazu zu überreden, einem Mallorca-Urlaub zuzustimmen, wurde ihr richtig schlecht vor Wut und Enttäuschung.
„Klausmüller“, schluchzte Klara, „wir werden zu Tante Agnes fahren.“
Sie wischte sich eine Träne aus dem Gesicht und blickte Klausmüller ernst und tief in die Augen. „Tante Agnes – die kenne ich gar nicht. Das ist eine ganz blöde Tante von Mama. Die hat noch nicht mal einen Swimmingpool und ein Meer hat die auch nicht, und Sonne, Sonne scheint da nie!“
Klara drückte ihren kleinen grau-braunen Esel ganz fest an sich. Es war jetzt etwas über zwei Jahre her, da hatte sie ihn zu ihrem neunten Geburtstag bekommen. Damals war sie zunächst enttäuscht gewesen. Sie hatte sich ein Pferd gewünscht und zwar ein echtes und keinen Esel. Statt eines erträumten Schimmels mit glänzender Mähne blickten ihr zwei dunkle Knopfaugen aus einem zotteligen Gesicht entgegen. Die Mähne war struppig und kurz und ebenfalls grau. Klaras Lieblingsfarben waren Pink und Lila – am liebsten in Kombination mit Schwarz. Das hatten ihre Eltern wohl irgendwie vergessen und auch, dass ihre Stofftierphase schon vorbei war.
Dass sie ein echtes Pferd bekäme, daran hatte Klara sowieso schon nicht mehr geglaubt. Aber gehofft hatte sie es, ganz tief im Innern, so tief, dass man es sich selbst kaum zu Ende zu denken getraut. Aber war ja klar, daraus wurde nichts.
Also teilte Klara ihr Bett von ihrem neunten Geburtstag an mit einem kleinen, struppigen Esel. Und ohne dass sie es zunächst wollte, war er doch zu ihrem besten Tröster geworden. Er stand ihr stets bei, verriet keine Geheimnisse und mit seinem wuscheligen Fell konnte man prima Tränen abwischen. Die bunte Haarnadel, die er trug, hatte Klara ihm aus ihrem Bestand gespendet, damit er etwas Farbe bekam.
Der Name Klausmüller ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber erklärbar. Denn der Esel trug an Klaras Geburtstag ein Pappschild um den Hals. Auf diesem Schild hatte sich die Ursprungsfamilie des kleinen Esels verewigt – die Klaus Müller-Spielwaren GmbH. In dem Geschäft, in dem Klaras Mama ihn dann erstanden hatte, hatte man ihm zusätzlich ein Preisschild dorthin geklebt, direkt auf die „Spielwaren GmbH“. Klaras Mama hatte das Preisschild abgerissen und mit ihm zusammen den Teil des darunter stehenden Schriftzugs.
Als Mama dann Klara fragte, wie Klaras Stoffeselchen denn heißen solle, las Klara einfach das ab, was auf dem Schild übrig geblieben war: „Klaus-Müller.“ Mama und Papa hielten das für einen guten Scherz und lachten erst mal, bevor sie dann protestierten. Doch Klara blieb dabei: Der Esel hieß von da an Klausmüller – und zwar als ein Name geschrieben, denn Esel haben keine Nachnamen, befand Klara. Klausmüller war Klausmüller und Mama und Papa hatten sich damit abzufinden.
Doch jetzt hatte Klara sich damit abzufinden, dass das Urlaubsziel Tante Agnes hieß. Denn Mama und Papa ließen sich nicht mehr umstimmen, benötigte Tante Agnes doch dringend ihre Hilfe für Renovierungs- und Umbauarbeiten. Schließlich war das Anwesen Familienbesitz. Ursprünglich hatte es nämlich mal den Großeltern von Klaras Mama gehört. Zwar konnte Klara an einer Großtante, die sie nicht kannte, und an einem Anwesen, das sie noch nie gesehen hatte, nichts Familiäres finden, doch wurden Klaras Argumente mit einem simplen „Wir fahren!“ abgeschmettert.
Und so fuhren sie los. Zu Tante Agnes. Trotz mangelnder Sonne, fehlendem Meer und nicht vorhandenem Pool. Und es nutzte nichts, wenn Klara sagte, dass sie ihr Mallorca versprochen hätten – sie fuhren hin – zu Tante Agnes. Kotz!
Hätte Klara allerdings geahnt, was sie bei Tante Agnes alles erwartet, hätte sie ihren Schmollmund eingefahren und sich nervös auf die Lippen gebissen. Doch so saß sie brummig im Auto und quetschte Klausmüller an sich.
Erst als sie das Anwesen von Tante Agnes erreichten, entfuhr ihren Lippen ein „Wow!“ Die Hofeinfahrt: endlos lang! Eine Allee mit tausend Bäumen, Sträuchern und Blumen! Als Klara die Mauern des alten Hauses erblickte, richtete sie sich auf und ließ auch Klausmüller zum Fenster hinausschauen. Ein Schloss! Ein Märchenschloss!, durchfuhr es Klara. Gleich würde ein Prinz die vielen Stufen zu ihr herabeilen! Doch der Prinz hatte wohl seinen Einsatz verpasst. Zumindest kam er nicht.
Stattdessen kam Tante Agnes. Kaum majestätisch, dafür aber umso kugeliger trippelte sie die Eingangsstufen herunter. Ein kleiner Hund klemmte ihr zwischen Arm und Brust. Er nickte im Takt ihrer Schritte mit seinem Kopf. Tante Agnes, die ja eigentlich Klaras Großtante war, watschelte ihnen, so schnell wie es ihre hochhackigen Schuhe erlaubten, entgegen. Kurz vor ihrem Ziel ließ sie ihren Wackeldackel, der in Wirklichkeit ein West Highland White Terrier war, zu Boden gleiten.
„Die ist ja wohl eher eine Breittante oder Rundtante als ein Großtante“, flüsterte Klara Klausmüller ins Ohr. Der nickte zustimmend, auch weil Klara ihren Finger an Klausmüllers Hinterkopf vor und zurück bewegte.
„Komm, Klara, aussteigen!“, hörte Klara die mahnenden Worte ihrer Mama und bemerkte erst jetzt, dass ihre Eltern bereits vor dem Auto standen und die stürmische Begrüßung von Tante Agnes über sich ergehen ließen. Klara seufzte, öffnete die Tür und steckte, noch bevor sie die Chance hatte, sich aufrecht hinzustellen, bereits mit ihrer Nase zwischen Tante Agnes‘ dicken Brüsten fest, denn Tante Agnes meinte wohl, Klara besonders herzhaft quetschen zu müssen.
Irgendwie glaubte Klara ihr das nicht. Ihr Herumgehampel und ihre Begeisterung, das war doch nicht echt. Oder wollte Klara einfach nicht, dass Tante Agnes sich über sie freute? Schließlich freute sie sich ja auch nicht auf Tante Agnes. Doch bevor Klara weiter darüber nachdenken konnte, hatte Tante Agnes sie schon wieder beiseitegeschoben und widmete sich erneut Klaras Eltern. Ihr leuchtend rot geschminkter Mund klappte dabei auf und zu und auf und zu und hörte gar nicht auf, irgendwelche Sätze und Ausrufe zu formen.
Klara betrachtete den Hund, der vom Boden aus seinen Kommentar dazu gab und kam zu dem Schluss, dass er aussah wie Tante Agnes in klein. Okay, ihm fehlten die dauergewellten Haare und der Busen und, überhaupt, war er ein Junge, wie Klara später erfuhr, doch war er ebenso massig und bewegte sich auf zu kurzen Beinen mit zu kleinen Pfoten.
„Na, mein Precious-Baby, was hat denn mein Precious-Baby?“, wandte sich Tante Agnes kurz an ihren Hund, um gleich darauf wieder Mama und Papa vollzutexten. Den Namen des Hundes sprach sie folgendermaßen aus: Pri-schi-aus, wobei sie das erste I schön in die Länge zog.
„Na, ist sie nicht furchtbar?“, flüsterte Klara Klausmüller ins Ohr und er nickte heftig.
„Komm, wir schauen uns mal das Schloss an“, schlug Klara vor. 


Bisher hat Pebby Art noch zwei weitere Kinderbücher veröffentlicht. In „Auf und weg!“ wird ebenfalls ein Stofftier lebendig und in „Lieber Gott, wo steckst denn du?“ machen sich die beiden Hamster Kalle und Friedrich auf die Suche nach dem lieben Gott.
Pebby Art lebt mit Mann, Kindern, Katze und Pferd im Emsland und liebt es, dort an Grundschulen mit Klausmüller oder Kalle und Friedrich die Kinder zu erheitern. Mehr zu ihr und ihren Werken (inkl. Leseproben) gibt es auf http://pebbyart.blogspot.de/