Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren
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Dienstag, 15. November 2016

Elefantenkind Malla in der Savanne von Doris Thomas


Das Elefantenkind Malla wird in der Savanne geboren.
Ihre Mutter Senesa ist die Anführerin der Herde. Malla wächst im Schutz der Familie heran.
Eines Abends schleicht sie sich davon, um die Umgebung zu erkunden.
Doch etwas Schreckliches geschieht und die Herde flieht.
Plötzlich ist Malla auf sich allein gestellt.
Sofort macht sie sich auf die Suche nach ihrer Familie.
Das Elefantenkind erlebt dabei große Abenteuer und gerät schließlich selber in Gefahr.
Wird Malla ihre Familie je wiedersehen?
Ergänzt wird Mallas Geschichte durch ein Kapitel mit Sachinformationen und einem kindgerecht formulierten Bericht, warum Elefanten bedroht sind.
Zum Kinderbuch ab 8 Jahre gibt es einen Fragesatz bei Antolin und ein Lesebegleitheft mit vielen abwechslungsreichen Aufgaben.

Buch und Lesebegleitheft erhältlich bei Amazon.



Das Schlammbad


„Wo bleibst du denn?“, rief Senesa ungeduldig, denn längst hatte es sich die ganze Herde bis auf Malla in den Schlammpfützen gemütlich gemacht. Mit einem lauten „Jippie!“ jagte das Elefantenmädchen auf ihre Mutter zu. Alle genossen das Bad im Matsch. Die braune Brühe sorgte für viel Spaß, hatte aber auch zwei wichtige Aufgaben. Sie kühlte zuerst die erhitzten Körper, und später schützte der getrocknete Schlamm die Haut vor Insektenstichen.
      Braunes Wasser spritzte nach allen Seiten. Der Dreck flog den Elefanten nur so um die Ohren. „Herrlich! Herrlich!“ Malla suhlte sich am Rand der Pfütze und beschwerte sich: „Ich bekomme gar nicht genug ab! Macht euch nicht so breit!“ Malla versuchte, sich mehr Platz zu verschaffen.
      „Wie, du bekommst nicht genug ab?“, fragte eine Tante, die von einer anderen Pfütze herübergeeilt war. „Ja, schau mich doch an. Ich bin fast saub...“ Sauber, wollte Malla eigentlich sagen, doch dazu kam sie nicht mehr.

Watsch! Die Tante kleisterte Malla mit Schlamm zu. Die Herde brüllte vor Lachen. Mallas Rüssel schlackerte herum, und sie rächte sich für den Angriff. Ihr Bruder Attii half ihr dabei. Bald tropfte von der Tante der Schlamm nur so herunter.
      Das fröhliche Trompeten der Elefanten schallte über die Savanne. Die Herde spielte und planschte, bis sie müde war. Dann zogen die Elefanten langsam ihre Beine aus dem morastigen Boden. Es brauchte viel Kraft, um die tief eingesunkenen Füße anzuheben. Malla mühte sich ab, doch sie saß fest. „Kann mir jemand helfen?“, fragte sie leise, denn ihre missliche Lage war ihr ein wenig peinlich. „Na komm, meine Kleine!“, ermunterte Senesa ihre Tochter. Sie packte Malla mit ihrem kräftigen Rüssel, und Attii stemmte sich von hinten gegen seine Schwester. „Eins, zwei, drei. Los!“, gab er Kommando.


Mit einem Ruck plumpste Malla auf festen Boden. Allerdings verlor Attii das Gleichgewicht und landete mit dem Gesicht voran im Matsch. Er spuckte Schlamm und bemühte sich, seine völlig verklebten Augen zu öffnen. „Lacht jetzt ja nicht!“, keuchte er, doch schon hörte man die ersten glucksenden Stimmen. Es war ein wundervoller Tag für Elefanten!

Doris Thomas

Seit über 25 Jahren ist die Autorin im Wal- und Delfinschutz aktiv und hat bisher meist Bücher über die Meeressäuger geschrieben. Vielen Lesern sind die Abenteuer des Schwertwals Zabu bekannt. Aufgrund dieser Arbeit, die zum Teil auch in Englisch veröffentlicht wurde, hat sie bereits den Titel "Whale Writer" erhalten.

Die Autorin hält Vorträge über Wale und will auch mit ihren Büchern, die immer mit eigenen Ölbildern, Aquarellbildern, Bleistiftzeichnungen oder auch einmal mit Fotos illustriert werden, die jungen Leser mit spannenden Geschichten fesseln und gleichzeitig für Umweltthemen sensibilisieren. In vielen der Fanbriefe, die Schüler an sie geschrieben haben, erwähnen die Kinder, dass sie nun Walfans sind und diese tollen Tiere schützen möchten. Kann es ein größeres Kompliment für eine Arbeit geben?

Aber auch andere Tierarten liegen der Autorin am Herzen. Ob es nun die Robbe Tippo oder eine kleine Amsel ist, mit jedem Buch finden die jungen Leser einen ganz besonders einfühlsamen Zugang zu der Tierart, selbst wenn es sich um Wildtiere handelt.

Übrigens gibt es zu allen Büchern einen Fragesatz bei Antolin.

Homepage: www.doris-t.de

Dienstag, 17. Mai 2016

Abenteuer Amselrettung von Doris Thomas

Klappentext:

Eines Tages machen Tanja und ihr Bruder Andreas eine Entdeckung: Unter dem Amselnest in ihrem Garten liegt ein kleines, nacktes Küken. Es lebt, aber es gibt keinen Ton von sich. Was sollen sie tun? Die Geschwister wollen das hilflose Küken nicht seinem Schicksal überlassen. So beginnen aufregende Tage um die Rettung einer kleinen Amsel. Eine Begebenheit, die sich wirklich so zugetragen hat, wird zu einem echten Abenteuer. Das liebevoll illustrierte Buch liefert dir auch Sachinformationen über das Leben einer Amsel.
Ab 8/9 Jahre
Erhältlich bei Verlag an der Este und bei Antolin


Das Unglück geschieht


Regelmäßig schauen die Kinder nach dem Nest. Als sie vom Spielplatz kommen, machen sie eine schlimme Entdeckung. Ein Küken liegt unter dem Nest. „Mama! Mama!“, brüllen sie und rennen ins Haus. Tanja weint beinahe, aber Andreas bleibt ruhig: „Wir müssen sie retten, Mama!“

Sofort kommt die Mutter mit hinaus. „Das schaffen wir nie. Es ist ja so winzig“, meint sie. „Doch Mama, bestimmt. Wir helfen auch kräftig mit!“ Andreas und Tanja betteln so lange, bis ihre Mutter schließlich sagt: „Na gut, wir können es ja versuchen!“

Das Küken ist fast nackt und die wenigen Federn stecken noch in den Federstielen. Die Mutter besteht darauf, dass Andreas Gartenhandschuhe anzieht, bevor er den Vogel in die Hand nimmt. Vielleicht ist er ja krank! Vorsichtig nimmt Andreas das Küken in die Hand. „Die Kleine ist ja total leicht.“ - „Zerdrück sie bloß nicht!“, ermahnt ihn Tanja.
Wohin jetzt mit dem kleinen Vogel? Tanja flitzt in den Keller und  holt einen Suppenteller aus Plastik. Mit einem Geschirrtuch polstern sie den Teller aus. Andreas setzt das Küken behutsam in das Ersatznest. Es gibt keinen Ton von sich. Sein Schnabel ist fest geschlossen.

Die Mutter überlegt: „Andreas, du suchst Regenwürmer! Tanja, du holst eine Pinzette aus dem Badezimmer!“ Beide Kinder sausen los. Andreas findet einige kleine Würmchen im Beet. Jetzt wollen sie das Amselküken mit Hilfe der Pinzette füttern,  aber es will einfach nicht den Schnabel aufmachen.


Tanja tippt mit der Pinzette an den platten Schnabel. Nichts passiert. Die Kinder sind verzweifelt. Andreas will sich neben das Nest setzen und stößt dabei mit dem Knie an den Plastikteller. Plötzlich reißt die kleine Amsel den Schnabel auf. „Füttere sie, schnell!“, ruft Andreas seiner Schwester zu.

Tanja ist ganz aufgeregt. Ihre Hand zittert, als sie dem Vogel die Pinzette mit den Würmchen in den Schnabel steckt. Geschafft! „Juhu! Juhu! Die Kleine hat gefressen!“ Auf einmal hebt das Küken seinen federlosen Po. Flatsch!
Auf Tanjas T-Shirt hängt ein dicker Klumpen Kacke. „Iih, wäh!“, kreischt sie entsetzt. „Das ist ja eklig.“

Andreas krümmt sich jedoch vor Lachen. Die Mutter grinst und bringt Tanja Küchentücher aus Papier: "So eines solltet ihr auch noch ins Nest legen. Das könnt ihr wegschmeißen, wenn es dreckig ist."
Abends tragen sie die kleine Amsel hinunter in den Heizraum. Dort ist es warm genug. Ob sie morgen noch lebt?
Doris Thomas

Seit über 25 Jahren ist die Autorin im Wal- und Delfinschutz aktiv und hat bisher meist Bücher über die Meeressäuger geschrieben. Vielen Lesern sind die Abenteuer des Schwertwals Zabu bekannt. Aufgrund dieser Arbeit, die zum Teil auch in Englisch veröffentlicht wurde, hat sie bereits den Titel "Whale Writer" erhalten.

Die Autorin hält Vorträge über Wale und will auch mit ihren Büchern, die immer mit eigenen Ölbildern, Aquarellbildern, Bleistiftzeichnungen oder auch einmal mit Fotos illustriert werden, die jungen Leser mit spannenden Geschichten fesseln und gleichzeitig für Umweltthemen sensibilisieren. In vielen der Fanbriefe, die Schüler an sie geschrieben haben, erwähnen die Kinder, dass sie nun Walfans sind und diese tollen Tiere schützen möchten. Kann es ein größeres Kompliment für eine Arbeit geben?

Aber auch andere Tierarten liegen der Autorin am Herzen. Ob es nun die Robbe Tippo oder eine kleine Amsel ist, mit jedem Buch finden die jungen Leser einen ganz besonders einfühlsamen Zugang zu der Tierart, selbst wenn es sich um Wildtiere handelt.

Gerade sucht Doris Thomas einen Verlag für ein spannendes, reich illustriertes Kinderbuch über einen jungen Elefanten.

Übrigens gibt es zu allen Büchern einen Fragesatz bei Antolin.

Homepage: www.doris-t.de

Freitag, 19. Juni 2015

Selina und der traurige Delfin von Doris Thomas



Selina geht in die zweite Klasse. Endlich darf sie ihren Vater bei der Arbeit besuchen. Er leitet das Delfinarium "Super Welle". Als ihr Haarband in das Becken mit den Delfinen fällt, lehnt sie sich weit über das Wasser ... und verliert das Gleichgewicht! Eine spannende und rührende Geschichte, die für das Thema Gefangenschaft sensibilisiert. Kombination aus Vorlese- und Lesebuch, ideal für 1. und 2. Klasse, aber auch für ältere Kinder geeignet. Mit extra großer Schrift für die Sätze, die das Kind lesen kann. Ideal für eine gemeinsame schöne Lesezeit!
Erhältlich bei Amazon.




Selina ist sehr aufgeregt. In Super Welle ist es sicher wunderschön.
„Mama, morgen werde ich echte Delfine sehen!", berichtet sie zuhause sofort ihrer Mutter und ihre Augen strahlen dabei.
Endlich ist der Abend da. „Nur noch einmal schlafen", denkt sich Selina.                     
Sie darf noch ein wenig fernsehen, weil sie vor Aufregung noch gar nicht müde ist. Wie der Zufall es will, kommt gerade heute ein Bericht über Delfine im Meer. Gebannt sitzt Selina davor. Manchmal klatscht sie vor Begeisterung in die Hände. „Mama, Papa, schaut doch mal, wie viele Delfine da schwimmen!" Der Vater schaut von der Zeitung hoch und die Mutter legt ihr Buch beiseite. Alle drei haben ein Lächeln im Gesicht.



Heute geht Selina ausnahmsweise ohne Murren ins Bett. Sie sucht ihr liebstes Stofftier, einen blauen Delfin, und kuschelt sich in ihre Decke.

"Morgen besuche ich euch", flüstert Selina dem Delfin zu.


Sie reibt sich die Augen, sie gähnt herzhaft ... doch einschlafen kann sie nicht. Deshalb summt sie dem Delfin noch ein Lied vor und landet dabei schließlich doch im Reich der Träume.
Dreimal darfst du raten, von was sie träumt!
Richtig, sie träumt natürlich von Delfinen im Meer.
Ist Selina auf einem Boot oder schwimmt sie? Sie weiß es nicht genau. Eigentlich ist es so, als würde sie über dem Wasser schweben.

Um sie herum sausen Delfine durchs Wasser.


Das Meer ist riesig, nirgendwo ist Land in Sicht. Die Delfine springen durch die Wellen und Wasser spritzt nach allen Seiten. Dann taucht die Delfinfamilie unter. Selina ist im Traum nun selber unter Wasser und kann den Delfinen nachschauen. So ein aufregender Traum! Die Delfine gleiten tief hinunter, ganz tief. Dann verschwinden sie schließlich im dunklen geheimnisvollen Blau.

Was werden sie dort unten wohl tun?



Doris Thomas, Kinderbuchautorin und Künstlerin aus Bayern
Die Unterwasserwelt der Ozeane ist gleichermaßen unglaublich wie atemberaubend. Doris Thomas, seit über 25 Jahren engagierte Wal- und Delfinschützerin, ermöglicht mit ihren fesselnden Geschichten und ausdrucksstarken Illustrationen, dass sich Kinder gut in diese faszinierende fremde Welt hineinversetzen können. Viele ihrer Bücher wurden vom Verlag an der ESTE veröffentlicht, darunter auch die sehr erfolgreiche Serie über den Schwertwal Zabu.
Mit abwechslungsreichen Geschichten und spannenden Abenteuern lernen die Kinder nicht nur viele verschiedene Meeresgeschöpfe kennen, sondern werden auch ganz nebenbei für Umweltthemen sensibilisiert. In einigen Werken dreht sich die Handlung um Delfine in Gefangenschaft. Nichts kann die Freiheit ersetzen, das ist den jungen Lesern schnell klar. Mitgefühl für fremde Wesen wecken ist das erfolgreiche Konzept der Autorin Doris Thomas. Deshalb wurden auch viele ihrer Leser bereits zu engagierten Walschützern.
Zwei neue unterhaltsame Buchprojekte hat die Autorin vor Kurzem über BoD herausgebracht. (siehe unten). Das Kinderbuch "Selina und der traurige Delfin" soll es in Zukunft auch in Englisch, Französisch und Italienisch geben, um noch mehr potentielle Besucher von Delfinarien zu erreichen. Der Verbraucher hat die Macht, die Ausbeutung der intelligenten, sozialen und bewegungsfreudigen Tiere zu beenden.

Wichtige Links:
Homepage der Autorin: http://www.doris-t.de/
Bücher des ESTE-Verlages von Doris Thomas bei Leseland.de http://www.leseland.de/artikelliste.php?autor=Doris%20Thomas


Dienstag, 26. Mai 2015

Mark und der geheimnisvolle Delfin von Doris Thomas




Mark ist ein ganz normaler Junge. Er ist nicht besonders fleißig und möchte zu den Coolen der Klasse gehören. Doch was ist eigentlich cool? Häufig hängt er mit seinen Freunden in den Dünen herum. Zurück bleiben Tüten, Dosen und Flaschen. Als Mark von seiner Mutter zum Strand zurückgeschickt wird, um seinen Müll einzusammeln, findet er einen ungewöhnlichen Stein. Er erinnert Mark an einen Delfin. Auf geheimnisvolle Weise verändert der Stein sein Aussehen. Wie kann das sein? Marks Interesse ist geweckt. Nach und nach ändert sich sein Verhalten. Plötzlich geschieht das Unglaubliche: Der Delfin aus Stein ... erwacht zum Leben! Fantasievolle Geschichte über die positive Entwicklung eines Jungen. Mit vielen s/w Abbildungen illustriert.
Erhältlich bei Amazon.



Die Verwandlung

Am nächsten Morgen schaute Mark als Erstes nach dem Delfin in der Glasschüssel. „Hä, wie kann das sein?“ Der Delfin lag nicht mehr am Grund der Schüssel lag, sondern schwebte oben an der Wasseroberfläche. Seit wann konnten Steine schwimmen? Das war doch mehr als seltsam. Vorsichtig nahm er den Delfin heraus und staunte, wie leicht der Stein auf einmal war. Und irgendwie war er auch nicht mehr so hart. War es am Ende doch gar kein Stein? Die Stimme der Mutter riss Mark aus seinen Gedanken. „Frühstücken, Mark, sonst kommst du zu spät zur Schule!“ Mark ließ den Delfin wieder ins Wasser gleiten und verließ das Zimmer.
In der Schule drehten sich Marks Gedanken ständig um den Delfin. War er nun aus Stein oder nicht? Und warum veränderte er sein Aussehen - oder bildete er sich das doch nur ein? Gab es irgendwelche Einflüsse, durch die sich der Stein verändert haben könnte? Hatte er selber vielleicht irgendetwas getan, was den Stein beeinflusste? Als im Biologieunterricht das Wort „Delfin“ fiel, wurde Mark hellhörig. Alle Mitschüler jubelten plötzlich vor Begeisterung. Was war los? Mark brauchte einen Moment, um den Grund herauszufinden. Es ging gerade um den Wandertag. „Cool, ins Delfinarium“, sagte Paul neben ihm, „da wollte ich schon immer mal hin.“
Auf dem Nachhauseweg ging Mark der bevorstehende Besuch im Delfinarium nicht mehr aus dem Kopf. Bei jedem Schritt wurde ihm mehr und mehr bewusst, wie wenig er über Delfine wusste. Wie lebten sie eigentlich? Das Delfinarium würde sicher interessant werden. Ganz in Gedanken versunken übersah er Alexander, der wieder einmal, an einer Zigarette ziehend, an der Hauswand lehnte.
„Hey, alles klar?“, rief er Mark zu. Mark sah kurz zu Alexander hinüber und nickte. „Komischer Kerl“, dachte er bei sich, „warum tut der nie etwas? Der hängt immer nur rum.“
Als Mark für seine Hausaufgaben am Schreibtisch saß, fiel sein Blick immer wieder auf den Delfin in der Schüssel. Er trieb regungslos an der Oberfläche. „Regungslos?“, hörte Mark sich selber sagen. Was denn sonst? Es war ein Stein, oder auch kein Stein, aber hundertprozentig nichts Lebendiges.
Nachdem Mark seine Arbeiten erledigt, suchte er im Internet noch einmal nach Informationen über Delfine. In seinem Kopf schwirrten viele Fragen.
Er klickte sich von einer Seite auf die nächste. Mark konnte gar nicht mehr aufhören, so interessant war alles.

Dort stand:
Delfine haben sich perfekt an ihren Lebensraum angepasst. Sie besitzen einen zusätzlichen Sinn und können mit Klicklauten ihre Umgebung abtasten.
Marks Begeisterung für die Delfine wuchs mit jeder neuen erstaunlichen Tatsache.
Schließlich fand er Hinweise über Delfine in seiner Region. Warum hatte er dann noch nie welche gesehen? Mark machte sich auf den Weg zum Hafen. Dieser Teil des Ortes hatte ihn nie besonders interessiert, aber vielleicht wussten die Fischer etwas über die Delfine.
Mark nahm allen Mut zusammen und ging auf einen Mann zu: „Entschuldigung. Sind sie ein Fischer … und haben Sie schon einmal bei uns hier Delfine gesehen?“ Der Mann nickte: „Ja, das bin ich, und ja, ab und zu sehe ich Delfine, wenn ich draußen auf dem Meer bin.“
Mark machte große Augen: „Wirklich?“

Der Fischer erzählte, dass es früher viel mehr Delfine gegeben habe. Er berichtete von großen Gruppen aus über 300 Tieren, die man mit bloßem Auge vom Strand aus sehen konnte. „Aber das waren noch andere Zeiten, da warst du noch nicht einmal geboren. Doch dann kamen riesige Fischfabrikschiffe. Jedes holte an einem einzigen Tag mehr Fische aus dem Meer als alle Fischer vom Ort im ganzen Jahr. Unsere kleinen Netze blieben irgendwann leer und die Delfine verschwanden.“ „Aber nun fischen Sie wieder, oder?“, fragte Mark.
    „Ja, glücklicherweise hat man ein Verbot für diese großen Schiffe erlassen und nach ein paar Jahren gab es wieder mehr Fische vor unserer Küste. Viele Fischer mussten jedoch damals ihre Boote verkaufen und sich eine andere Arbeit suchen.“ Dann erklärte der Mann, dass sein Boot gerade kaputt sei und er die Reparatur nicht bezahlen könne. „Ich bekomme zu wenig Geld für meinen Fang, weil die Nachfrage nach Fisch nicht so groß ist.“ Der Fischer seufzte. „Wenn nur mehr Besucher in unseren Ort kämen …“
„Das tut mir leid. Wenn aber nun wieder mehr Fische da sind, warum sind dann die Delfine nicht zurückgekehrt?“
Der Mann zuckte mit den Schultern: „Im Nachbarort hat man damals andauernd Delfine für Delfinarien gefangen. Delfine sind sehr geräuschempfindlich. Diese Tatsache haben die Fänger ausgenutzt und die Tiere mit Lärm in eine Bucht getrieben. Eisenstangen hat man damals aneinandergeschlagen, um diesen Krach zu erzeugen. Ich glaube bei der Treibjagd und dem Einfangen sind viele Tiere gestorben.“ Mark bedankte sich und spazierte gedankenversunken nach Hause. „Delfine vom Strand aus sehen, ach, wäre das toll“, dachte er bei sich.
Zuhause wollte er unbedingt weiter nach Informationen suchen. Man hatte im Nachbarort Delfine für Delfinarien gefangen? Das war doch irgendwie verrückt. Wenn die Delfine damals vor der Küste geschwommen sind, hätte man sie doch einfach im Meer beobachten können.
In seinem Zimmer ließ sich Mark auf den Schreibtischstuhl plumpsen. Er drückte auf den Startknopf seines Computers und drehte sich dann zu der Glasschüssel. Mark riss die Augen auf und hätte beinahe aufgeschrien.


In der Schüssel war kein lebloser Stein. In der Schüssel schwamm ein quicklebendiger winziger Delfin!



Doris Thomas, Kinderbuchautorin und Künstlerin aus Bayern
Die Unterwasserwelt der Ozeane ist gleichermaßen unglaublich wie atemberaubend. Doris Thomas, seit über 25 Jahren engagierte Wal- und Delfinschützerin, ermöglicht mit ihren fesselnden Geschichten und ausdrucksstarken Illustrationen, dass sich Kinder gut in diese faszinierende fremde Welt hineinversetzen können. Viele ihrer Bücher wurden vom Verlag an der ESTE veröffentlicht, darunter auch die sehr erfolgreiche Serie über den Schwertwal Zabu.
Mit abwechslungsreichen Geschichten und spannenden Abenteuern lernen die Kinder nicht nur viele verschiedene Meeresgeschöpfe kennen, sondern werden auch ganz nebenbei für Umweltthemen sensibilisiert. In einigen Werken dreht sich die Handlung um Delfine in Gefangenschaft. Nichts kann die Freiheit ersetzen, das ist den jungen Lesern schnell klar. Mitgefühl für fremde Wesen wecken ist das erfolgreiche Konzept der Autorin Doris Thomas. Deshalb wurden auch viele ihrer Leser bereits zu engagierten Walschützern.
Zwei neue unterhaltsame Buchprojekte hat die Autorin vor Kurzem über BoD herausgebracht. (siehe unten). Das Kinderbuch "Selina und der traurige Delfin" soll es in Zukunft auch in Englisch, Französisch und Italienisch geben, um noch mehr potentielle Besucher von Delfinarien zu erreichen. Der Verbraucher hat die Macht, die Ausbeutung der intelligenten, sozialen und bewegungsfreudigen Tiere zu beenden.
Homepage der Autorin:
Bücher im ESTE-Verlag von Doris Thomas