Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren

Dienstag, 23. August 2016

Zacki Zack - Das Casting von Margareta Schenk



 Die Castingwelle rollt. Jetzt hat sie das Hasenland erreicht.
Zack will Osterhase werden, doch er hat nicht genug Karotten-Schulgeld für die Hasen-Akademie. Da kommt das allererste Hasen-Casting gerade richtig.
Zacks Freunde, die Maus Leonie und das Huhn Mathilde unterstützen ihn.
Wird er es schaffen?
Erhältlich bei Amazon und bei Thalia.
Das Casting
Es war einmal ein kleiner Feldhase, der hatte die Hasenschule mit Auszeichnung bestanden. Ganz aufgeregt erzählte er, dass er Osterhase werden wollte.
Die Henne Mathilde schüttelte skeptisch den Kopf und gackerte wild drauflos: „Osterhase willst du werden? Ja weißt du denn nicht, wie schwer die Ausbildung ist. Die nehmen nicht jeden und umsonst ist die Osterhasenakademie ja auch nicht. Da studieren nur die Hasen, deren Eltern einen großen Wintervorrat an Möhren angelegt haben.

Das schaffst du nie.“
Das machte die Maus Leonie wütend. „Also Mathilde, bist du nun unsere Freundin oder nicht? Wir sollten lieber überlegen, wie wir Zack helfen können.“
Mathilde gackerte unbeeindruckt weiter. „Mein Freund Zack, der Osterhase. Das hört sich schon gut an.“ Sie hob den Kopf und stolzierte durch den Hof, als wäre sie der Hahn. „Aber wie soll er das schaffen?“ Mitten im Hof blieb sie stehen.
Zack und Leonie, die hinter ihr hergelaufen waren, stießen mit ihr zusammen. Alle drei purzelten wild durcheinander.
„Was macht ihr denn für einen Unsinn?“ Karl, der Kartoffelkäfer brachte sich gerade noch neben einem Kieselstein in Sicherheit, sonst wäre er von den herumkullernden Freunden überrollt worden. „Habt ihr es schon gehört?“, schrie Karl, da Mathilde immer noch lauthals krakeelte.
„Was denn?“ Zack hatte sich als Erster beruhigt.
„Dieses Jahr gibt es ein Osterhasen-Casting. Die besten drei bekommen ein Stipendium für die

Hasenakademie. In einer Stunde geht es los.“
Da wurde es plötzlich ganz still.
„Keine Aufnahmeprüfung? Kein Karotten-  Schulgeld?“ Zack war sprachlos. Das war seine Chance. Sofort machte er sich auf den Weg zur großen Schulwiese, wo das Casting stattfand. Je näher er der Wiese kam, umso langsamer wurde er.
„Was ist los, hast du etwa Angst?“ Leonie stupste Zack an und kitzelte ihn.
„Hör auf damit.“ Nervös wehrte Zack Leonie ab und schubste sie zur Seite.
„Du hast Angst!“, beharrte Leonie. Dabei stellte sie sich vor Zack auf ihre Hinterpfoten, damit sie größer wirkte. „Du wirst der weltbeste Osterhase, ganz sicher. Du steckst alle in die Tasche. Die werden sich noch wundern.“
Zack musste lachen, weil Leonie sich so in Rage redete. „Schon gut, ich probiere es. Wäre ja dumm, wenn ich es nicht wenigstens versuchen würde.“
Nachdem sich Zack mit den anderen Hasen zum Casting angemeldet hatte, mussten sich alle in einer Reihe aufstellen.
Meister Lampe, der Oberhase, kontrollierte, ob die Kandidaten auch ihr Fell ordentlich gepflegt hatten. Zerzauste Osterhasen waren nicht gern gesehen. Sie hatten immerhin einen guten Ruf, den sie nicht verlieren wollten. Das war auch der Grund weshalb er sich dieses Jahr für ein Casting entschieden hatte. Die Akademie war nämlich voll von Möchtegern-Osterhasen, die es sich jahrelang auf der Schulbank bequem machten. Sie fielen ihren Eltern zur Last, die für die Ausbildung schufften mussten. Es gab immer weniger ausgebildete Osterhasen.

Die Arbeit häufte sich und war kaum mehr zu schaffen. Jetzt sollten die neuen Anwärter erst einmal beweisen, dass sie das Studium verdienst hatten.
Die Jury bestand aus Meister Lampe und zwei betagten Osterhasen.
Bald war die Wiese voll mit Casting-Teilnehmern und ihren Freunden. Zwei Klopfer trommelten mit ihren Pfoten, sofort kehrte Ruhe ein.
Meister Lampe erklärte die erste Aufgabe. „Ihr müsst Ostereier verstecken. Jeder bekommt die gleiche Menge Eier. Wichtig ist, dass die Verstecke nicht sofort gefunden werden. Es darf aber auch nicht zu schwierig sein, sie aufzustöbern. Die fünf von euch, die dafür zu lange gebraucht haben, scheiden sofort aus. Danach wählen wir fünf weitere Hasen aus, die zu schwere Verstecke ausgesucht haben oder zu schlampig waren. Für die ist der Wettbewerb dann auch vorbei.“
Jeder Hase bekam fünf Eier und ein Stück Wiese am Waldrand zugeteilt.
„Das ist ja kinderleicht.“ Klaus Schlappohr rümpfte seine Nase. Mitleidig sah er auf Zack hinunter, der einen ganzen Kopf kleiner war als er. „Das wirst du vielleicht noch hinkriegen“, meinte er gönnerhaft, „aber dann kannst du dich schleichen. Der Rest ist zu schwer für dich.“
Zack hörte gar nicht zu. Er hatte genug damit zu tun, sich Verstecke zu überlegen.
Auf ein Zeichen des Oberhasen ging es los. Die Teilnehmer hoppelten kreuz und quer über die Wiese und versteckten die Ostereier. Nur Klaus gab sich keine Mühe. Er schlurfte zum Waldrand und warf die Eier achtlos ins Gebüsch. Danach schlenderte er zum Sammelplatz zurück.
Nachdem sämtliche Verstecke begutachtet und beurteilt worden waren, warteten alle gespannt auf das Ergebnis. Zuerst wurden die Hasen aufgerufen, die sofort ausscheiden sollten.
Klaus war vollkommen überrascht darüber, dass auch er gehen musste. „Meine Eltern haben ganz viele Karotten gesammelt“, tobte er. „Die werden mir schon einen Platz zahlen. Wenn ihr mich nicht aufnehmt, solltet ihr alle in Zukunft vorsichtig sein.“ Damit verschwand er im Unterholz, gefolgt von den vier schon ausgeschiedenen Hasen.
Meister Lampe beruhigte die übrigen Teilnehmer und machte sofort mit der nächsten Aufgabe weiter. „Um den zweiten Wettbewerb zu bestehen, müsst ihr vom Hühnerhof zwei schöne Eier bringen, ohne dass der Bauer etwas merkt.“
Er sah sich um. Bei insgesamt zehn Hasen, würde es gar nicht so leicht sein, unbemerkt an zwanzig Eier zu kommen. „Ihr habt dieses Mal eine Stunde Zeit. Wer es in der angegebenen Zeit nicht schafft oder nur ein Ei mitbringt, der scheidet aus.“
Die Hasen bildeten Dreiergruppen. So war die Aufgabe leichter zu bewältigen. Zack wurde von keiner Gruppe angenommen, blieb also übrig.

„Du kannst ruhig hierbleiben. Du passt nicht zu uns und fliegst ja doch raus. Oder der Hofhund zerreißt dich in Stücke“, erklärten sie hochnäsig. Dann machten sie sich auf den Weg zum Hühnerhof.
Zack blieb zurück. Aber er dachte gar nicht daran, aufzugeben. Er würde es schaffen und Osterhase werden! In Begleitung von Mathilde und Leonie machte sich Zack ebenfalls auf den Weg. Sie näherten sich dem Hof von der Rückseite. Hier lag Hasso vor seiner Hundehütte und schlief.
Als Mathilde an ihm vorbeimarschierte hob er nur gelangweilt ein Augenlid. Ein Huhn im Hühnerhof. Daran war nichts Besonderes.
Mathilde beeilte sich, in den Stall zu kommen, packte ein Ei und lief zu ihren Freunden zurück. „Das zweite Ei bekommst du auch gleich“, beruhigte sie Zack. Sie schob die Freunde ein Stück von sich weg, begann zu gackern und - legte ein Ei.
Von dem Lärm wachte Hasso auf, sprang aufgeregt hoch und sah die anderen Hasen, die sich in den Hof schlichen. Mit wütendem Gebell jagte er sie davon. Danach legte er sich zufrieden in seine Hütte.

Zack und seine Freunde erreichten inzwischen wohlbehalten den Sammelplatz.
Nur acht Hasen hatten es geschafft und Eier mitgebracht. Einer von ihnen hatte nur eins dabei und so schieden drei weitere Teilnehmer aus.
„Jetzt kommt die schwerste Aufgabe.“ Meister Lampe musterte die restlichen Kandidaten. Da sahen ein paar ganz schön zerzaust aus.
Er räusperte sich. „Ihr sollt eure mitgebrachten Eier färben, aber nur mit Naturfarben. Lasst euch was einfallen. Holt euch Tipps bei euren Freunden aber vergesst nicht: In zwei Stunden bringt ihr mir das Ergebnis.“


Über die Autorin:
Margareta Schenk, geb. 1952, ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Sie lebt in Bayern. Die Vorsitzende des Vereins  „Future for children e.V.“, der Kindern und armen Familien in Sri Lanka hilft, ist eine begeisterte Krimi- und Märchenleserin. Mit der Zeit entstand daher der Wunsch, selbst ein Buch zu verfassen. So begann sie 2012 mit einem Schreibstudium. Bereits während des Studiums vollendete sie ihr erstes Märchenbuch „Mias Traum“. Es folgten „Mias Abenteuer“  und die Kurzgeschichtensammlung „Der Riss“. Zwei Märchen und eine Kurzgeschichte wurden bisher in Anthologien veröffentlicht.

Dienstag, 16. August 2016

Mia-Maries Herzenswunsch

Die Anthologie „Mia-Maries Herzenswunsch“ enthält zehn traurige und nachdenklich machende Geschichten über Kinder. Das Kurzgeschichten-Projekt wurde für die an Krebs erkrankte Mia-Marie ins Leben gerufen, die einen inoperablen Gehirntumor hat. Ein Teil des Erlöses geht direkt an die 8-Jährige, damit ihr Herzenswunsch, so viele schöne Erlebnisse und damit Erinnerungen wie möglich zu sammeln, umgesetzt werden kann.

Erhältlich bei Amazon



Ein Buch mit Geschichten für Kinder und Geschichten für Erwachsene.


Finnjas Wünschehund

von Annette Paul

„Holt eure Stifte heraus. Wir schreiben einen Rechentest.“ Frau Rehder, Finnjas neue Klassenlehrerin, verteilte schnell einen Aufgabenzettel.
Finnja holte ihre Federtasche aus dem Ranzen. Warum musste sie gleich am ersten Tag in der neuen Schule eine Arbeit schreiben?
Zuerst kamen einfache Malaufgaben. Die rechnete sie schnell aus. Dann folgte eine Textaufgabe. Sie las sie zweimal durch, ohne sie zu verstehen. Wie sollte sie die bloß lösen?
Sie schaute auf. Melanie neben ihr schrieb und rechnete ohne Pause. Der Junge mit dem Strubbelkopf vor ihr kaute auf seinem Stift herum. Er schien ähnliche Probleme wie sie zu haben.
Eine blöde Schule! Warum konnte sie nicht auf ihre alte gehen? Nur weil Papa versetzt worden war. Hier kannte sie niemanden und gleich in der zweiten Stunde musste sie eine Mathearbeit schreiben. Sie beugte sich wieder über ihr Heft und versuchte, wenigstens die letzten drei Aufgaben zu lösen. Als es klingelte, sammelte Frau Rehder die Hefte ein.
„Kommst du mit?“ Melanie sah sie fragend an.
Finnja nickte und holte schnell ihr Brot und ihre Trinkflasche aus dem Ranzen.
„In der nächsten Stunde haben wir Deutsch, du kannst ja nachher den Stundenplan von mir abschreiben.“ Melanie führte Finnja über den großen Schulhof. In der hinteren Ecke befand sich ein Spielplatz mit Sandkasten, Balancierbalken und einem Klettergerüst.
Die neuen Klassenkameraden näherten sich Finnja und löcherten sie mit Fragen: „Wo kommst du her?“ – „Wie heißt du?“ – „Seit wann wohnst du hier?“ Finnja beantwortete die Fragen, so gut sie konnte. Sie hatte das Gefühl von hundert fremden Kindern umringt zu sein. Ständig schaute sie in ein neues Gesicht.
„Lass uns balancieren“, schlug ein Mädchen vor und einige Kinder lösten sich aus dem Kreis. Jetzt konnte Finnja den Jungen mit dem Stubbelhaar in einer Ecke auf einem Stein sitzen sehen. Er war da ganz allein und machte ein trauriges Gesicht. Sicher hatte er die Arbeit verpatzt.
Als der Balancierbalken frei wurde, setzte er sich darauf. Gleich darauf erschienen zwei kräftige Kinder und riefen ihm etwas zu. Dann lachten sie laut.
„Wer ist das?“, fragte Finnja Melanie.
„Oh, Fabian, der ist komisch, den mag keiner. Das andere sind Tim und Sven.“
Finnja folgte Melanie auf das Klettergerüst. Es bestand aus einem Mast, an dem ein Gitter aus Seilen befestigt war. Geschickt kletterte sie mit Melanie bis ganz nach oben.
„Gefällt es dir hier?“, fragte Melanie.
„Der Schulhof ist toll. Mehr kenne ich noch gar nicht. Wir sind erst vorgestern eingezogen. Gestern haben wir eingekauft. Anschließend haben wir das Wichtigste ausgepackt. Wir mussten die Kleidung und die Schulsachen suchen. In meinem Zimmer stehen die Möbel, aber mein Spielzeug ist in den Kartons.“
„Wir können zusammen zur Schule gehen, die Eichenstraße ist ganz in unserer Nähe“, schlug Melanie vor.
„Das ist fein“, freute sich Finnja. „Dann muss ich nicht allein gehen.“
In der nächsten Stunde hatten sie Deutsch und sie lasen eine Abenteuergeschichte. Als Fabian dran kam, stotterte er herum, als wäre er in der ersten Klasse. Hinten lachte jemand. Finnja drehte sich um. Tim und Sven schnitten Grimassen und feixten.
„Das nächste Mal übst du besser“, sagte Frau Rehder streng. Sie nahm Melanie dran, die den Text fließend und richtig betont vorlas.
Fabian senkte den Kopf, seine Ohren wurden ganz rot.
Nach der letzten Stunde traf Finnja ihn an Schultor. „Ich kann auch nicht gut lesen“, sagte sie, um ihn zu trösten.

Vor der Schule wartete Mutter und ihre Schwester Marie. Marie ging in die erste Klasse und hatte nur vier Stunden gehabt. Fröhlich hüpfte sie neben ihnen her. Sie durfte gleich spielen, da sie ihre Hausaufgaben schon erledigt hatte.
„Wie gefällt dir deine neue Klasse?“, fragte Mutter.
 „Ich weiß nicht.“ Finnja schüttelte den Kopf.
„Haben die dich geärgert?“, fragte Marie. „Meine Klassenkameraden sind nett. Ein Mädchen hatte Gummibärchen mit und hat mir welche abgegeben.“
„Nein, mich nicht, aber die ärgern einen Jungen. Sie lassen ihn auch nicht mitspielen.“
„Und wie waren sie zu dir?“, fragte Mutter.
„Nett, sie wollten alles Mögliche von mir wissen. Ich sitze neben der Klassenbesten. Die soll mir helfen, wenn ich irgendetwas noch nicht kann. Melanie ist nett. Sie wohnt in unserer Nähe. Morgen wollen wir zusammen zur Schule gehen.“
„Wie ist Melanie zu dem Jungen?“, fragte Marie.
„Sie hat nicht mitgemacht, aber sie hat auch nicht mit ihm gesprochen.“ Finnja schob ihre Hand in die Hand ihrer Mutter.
„Du kannst ihn zu uns einladen. Ihr habt noch keine Spielkameraden, da ist es doch nett, wenn ihr miteinander spielt.“

Gleich am nächsten Tag fragte Finnja in der Pause Fabian: „Hast du Lust, nachher mit mir zu spielen? Wenn du willst, können wir auch die Hausaufgaben zusammen machen. Vorher darf ich nämlich nicht spielen.“
Fabian versprach, sofort nach dem Essen zu kommen.
„Fabian ist blöd, mit dem sprechen wir nicht“, meinte Sina, als sich Finnja auf ihren Platz setzte.
„Und warum?“, fragte Finnja.
„Wir mögen ihn nicht“, erklärte Sina.

Finnja aß noch, als es an der Tür klingelte und Fabian davor stand.
„Möchtest du auch etwas essen?“, fragte Mutter. Sie stellte einen weiteren Teller hin. Fabian schlug kräftig zu.
„Hast du noch gar nichts gegessen?“, fragte Marie verwundert.
„Doch, ich habe mir ein Brot gemacht. Meine Mutter arbeitet, deshalb essen wir abends warm.“
Nachdem sie den Tisch abgedeckt hatten, machten sie Hausaufgaben. Sie mussten ihren Rechentest berichtigen. Finnja war über ihre Vier sehr unglücklich.
„Solche Textaufgaben hast du noch nie gerechnet, dafür ist die Arbeit in Ordnung“, tröstete Mutter sie.
Sie half ihnen bei einigen Aufgaben. Bevor sie spielen durften, fragte Mutter außerdem das Einmaleins ab und ließ sie vorlesen. Als Fabian den Text zum dritten Mal las, sprach er klar und flüssig.
„Warum übst du nicht?“, fragte Finnja.
Fabian schaute aus dem Fenster. „Es macht keinen Spaß.“
„Aber es ist blöd, wenn man es in der Schule nicht kann.“ Finnja packte ihre Schulsachen in den Ranzen.
Fabian nickte. „Meine Mutter ist abends immer zu müde, um mit mir zu üben.“
„Kann dein Vater nicht helfen?“
„Der wohnt woanders.“
„Dann eben am Wochenende. Am besten lernen wir beiden miteinander.“, schlug Finnja vor.
(...)

Dienstag, 5. Juli 2016

Sommerpause

Liebe Besucher,

die Schmökerratten machen eine Sommerpause. Wer auf der Suche nach einer Ferienlektüre ist, wird im Archiv sicher etwas Passendes finden. Am einfachsten lässt es sich unter Autoren und Illustratoren stöbern. Ende August werde ich wieder neue Bücher vorstellen. Bis dahin wünsche ich allen Lesern einen schönen Sommer und gute Erholung.

Dienstag, 28. Juni 2016

Die Wunschtraum-Maschine von Sina Kongehl-Breddin



Nach einem Umzug in die Kleinstadt Bismark freundet sich der dreizehnjährige Max Wunderlich schnell mit seinem Nachbarn Herrn Seik an. Der alte Herr erfindet seit dem Tod seiner Frau allerlei wahnwitzige Maschinen, welche ausschließlich dem Wohl der Menschheit diesen sollen. Eine seiner neusten Erfindungen ist eine Wunschtraummaschine, die die unerfüllten Wünsche der Menschen wahr werden lassen soll. Als sich Max in seine neue Mitschülerin Lilly Engel verliebt, scheint die neuste Erfindung von Herrn Seik eine geeignete Lösung zu sein, um sich gegen seinen heuchlerischen Konkurrenten Martin Feldmann durchzusetzen. Doch wie es bei Neuerfindungen und der ersten Liebe so üblich ist, geht natürlich nicht immer alles glatt.
Das Buch ist überall im Buchhandel erhältlich oder unter www.sina-kongehl-breddin.de zu erwerben.

Leseprobe
Die Wunschtraummaschine

Wie alles begann…
Karl Seik hatte nicht geglaubt, dass ihm jemals eine so große Erfindung, wie die Wunschtraummaschine, in den Sinn kommen würde. Bisher hatte er sein erfinderisches Schaffen, eher auf kleine nutzvolle Gerätschaften des Alltags beschränkt.
Falls es ihm jedoch gelang, dass seine neuste Erfindung auch noch funktionierte, wäre das wahrhaftig eine menschliche Sensation.
Der alte Herr, jenseits der Fünfundsechzig, wusste längst nicht mehr, wie viele Stunden er bereits am Bau seiner Wunschtraummaschine zugebracht hatte.
Die aufwendigen Arbeiten daran, hatten ihm allerdings jede Menge endloser Nächte beschert. Endlose Nächte, in denen ihm sein früherer Beruf, als Maschinenbauingenieur zu Gute kam.
In den letzten Wochen verspürte der alte Herr plötzlich einen ungebremsten Erfinderdrang, den er selbst auf den Neueinzug seiner Nachbarn zurückzuführen glaubte.
Herr Seik hatte sich von Anfang an, gut mit Sandra Wunderlich und ihren Kindern verstanden. Besonders Max, der dreizehnjährige Sohn der Nachbarsfamilie, zeigte großes Interesse an seinen technischen Neuerfindungen, sodass die Beiden des Öfteren zusammen in der Erfinderscheune des alten Herrn tüftelten.
Doch in letzter Zeit schien Max ein wenig abwesend zu sein. Da Karl Seik ein feinfühliger Mensch, mit einer gehörigen Portion Lebenserfahrung war, wusste er genau, dass dieses sonderbare Verhalten meist mit der Liebe zu tun hatte.
Er spürte, dass seine Wunschtraummaschine möglicherweise schon bald von größerem Nutzen sein könnte.

Kapitel 1

Ein ganz normaler Septembermorgen

Obwohl es bereits September war, erreichten die Temperaturen noch immer Spitzenwerte, wie im Hochsommer. Die Hitze hing wie eine Dunstglocke über der kleinen Stadt Bismark. Besonders in den Mittagsstunden brannte die Sonne gnadenlos über den roten Ziegeldächern.
 Erst in den Abendstunden, als die langen Schatten der Fachwerkhäuser, nach und nach zu einer kühlenden Gasse verschmolzen, wich die Hitze und verschaffte seinen Bewohnern etwas Erleichterung.
Hier wohnte nun auch der dreizehnjährige Max Wunderlich mit seiner Mutter und den fünfjährigen Zwillingsschwestern Mia und Klara, und das seit fast sechs Wochen.
In dieser kurzen Zeit hatte sich die kleine Familie erstaunlich gut in ihrer neuen Umgebung eingelebt.
Sie hatten eine geräumige Mietwohnung in einem der alten Fachwerkhäuser bezogen, sodass jedes Kind ein eigenes Zimmer besaß. Außerdem gab es noch eine Wohnstube, eine Küche, ein Bad, eine winzige Abstellkammer sowie eine kleine Sitzecke auf dem Hof. 
Obwohl Familie Wunderlich große Bedenken wegen des Umzuges von Salzwedel nach Bismark hatte, war es umso schöner, dass es nun allen so prima im neuen Zuhause gefiel.
Vielleicht lag es auch an ihrem neuen Nachbarn Herrn Seik, der sich ausgesprochen freundlich ihnen gegenüber verhielt.
 Nur unter den Bismarker Bewohnern galt der alte Herr aus der Alten Straße, als etwas seltsam. Man nannte ihn den zerstreuten Professor.
In einer Kleinstadt wurde eben viel geredet und gemunkelt.
Herr Seik war ein älterer Herr, mit grauem Bart, kleiner Nickelbrille und einem löchrigem Strohhut. Mag sein, dass er für die Einheimischen, in der Tat etwas seltsam ausschaute.
Nach dem Tod seiner Frau, tüftelte Herr Seik, wie besessen an den wahnwitzigsten Erfindungen. Er fertigte Maschinen, die ausschließlich dem Wohl der Menschheit dienen sollten. 
So tüftelte er neben einer Fensterputzmaschine, an einen automatischen Bügelassistenten und einer Kohlrabi-Kontrollmaschine. Letztere Erfindung sollte den Kohlrabi stets auf  Beschaffenheit und Größe kontrollieren, damit dieser rechtzeitig vor dem Aufplatzen geerntet werden konnte. 
Neben weiteren merkwürdigen Erfindungen, lag dem alten Herrn, eine in Arbeit befindende Maschine jedoch besonders am Herzen. Es handelte sich um eine Wunschtraummachine.
Diese Wunschtraummaschine sollte allen Menschen ihre bisher unerfüllten Träume wahr werden lassen.
Doch der alte Herr war nicht nur als Erfinder tätig, sondern auch sehr naturverbunden.
So aß er beispielsweise kein Fleisch, weil ihm das Schlachten der Tiere leid tat.
Im Sommer baute Herr Seik stattdessen Gemüse in seinem Garten an, sammelte Kräuter, während er im Winter eisbadete und sich um die Wintervögel kümmerte.
Im Grunde genommen war Herr Seik, der friedlichste Mensch, den es auf Erden gab.
Da er sonst niemanden hatte, der sich um ihn kümmerte, bot er der Nachbarsfamilie gern seine Freundschaft und Hilfe an.
Und weil Familie Wunderlich ihren Nachbarn ebenso akzeptierte, wie er war, leisteten Max und seine Schwestern ihm oft Gesellschaft.
Besonders der dreizehnjährige Max zeigte großes Interesse an den Erfindungen.
Auch wenn der alte Herr kein Vaterersatz sein konnte, freute sich der Junge, nach der Trennung seiner Eltern, einen Freund an seiner Seite zu haben.


Vita
Sina Kongehl-Breddin wurde 1975 in Stendal geboren. Bereits seit frühster Kindheit interessiert sie sich für unzählige künstlerische Dinge. Doch erst im Jahr 2006 veröffentlichte sie aufgrund eines Schreibaufrufes den ersten Kurzkrimi, mit welchem sie spontan den dritten Platz belegte. 2016 veröffentlicht sie mit ihrem Kinderbuch Die Wunschtraummaschine im Verlag Kern bereits ihr sechstes Buch in Folge. Alle ihre Bücher haben Bezug zu ihrer Heimat, der Altmark, und wurden von ihr selbst illustriert.

Dienstag, 14. Juni 2016

Magier, pass auf: Trollrotz und Hexenspucke II von K.A. Winter



Klappentext

Die böse Hexe Idun ist wieder da! Frech und durchtrieben – so wie eine richtige Hexe sein muss. Aber man kann es auch zu bunt treiben und deswegen wird Idun aus der Geisterhöhle verbannt. Sie muss ein Jahr lang auf eine normale Schule gehen, natürlich ohne Hexenkräfte. Das wäre ja noch schöner! Aber die Oberhexe ist ein bisschen schusselig und Idun landet an der gleichen Schule wie Aki und Alberte. Das kann nicht gut gehen. Eines Tages liegt Magie in der Luft und seltsame Dinge geschehen. Hat Idun die Finger im Spiel? Hoffentlich nicht...
Erhältlich bei Amazon.

Leseprobe

Wisst ihr noch,

wie die beiden Hexen Idun und Gunde den kleinen Troll Moggi entführten, damit er das Geistertor nicht mehr schließen konnte? Hundert Jahre Geisterstunde hatten sich die beiden erhofft. Stellt euch das mal vor!

Zum Glück ist es dazu nicht gekommen. Aki und seine Cousine Alberte konnten den Troll wohlbehalten wieder in der Geisterhöhle abliefern und die Hexen haben ihre gerechte Strafe erhalten. Gunde musste noch einmal zurück in die erste Hexenklasse und Idun wurde für ein Jahr in die Menschenwelt verbannt – natürlich ohne Hexenkräfte. Das wäre ja noch schöner.

Wollen wir doch einmal sehen, was Idun gerade so treibt.
Hoppla, ich glaube, sie liegt noch in den Federn und das, wo doch gleich die Schule anfängt...

Kapitel 1
Welch ein Schlamassel!

Idun blinzelt kurz. Dann kneift sie die Augen ganz fest zusammen. Heute ist ihr erster Tag in der Menschenwelt und die junge Hexe hätte es nicht schlechter treffen können. Sie ist in einem rosa Mädchenzimmer gelandet. Einfach abscheulich. Alles ist rosa. Die Bettdecke, die Kissen, ja sogar die Tapete und der Teppich.
Missmutig schlägt Idun die Bettdecke zurück. Ihre dürren Hexenbeine stecken in einem zuckerwatterosafarbenen Schlafanzug.
Idun schnaubt ärgerlich und zerrt sich den Schlafanzug vom Leib. Eine Hexe und rosa – nein, das geht gar nicht!
 Sie hüpft und stampft auf dem Pyjama herum, als würde er dadurch verschwinden. Aber er verschwindet nicht, sondern wickelt sich um ihre Füße. Idun stolpert und verliert das Gleichgewicht. Sie landet mit ihrer Nase in dem flauschigen Teppich, der zu allem Überfluss auch noch nach Rosen riecht. Pfui Spinne!
„Warum musste ich ausgerechnet hier landen?“, schimpft Idun. „Das wird die Oberhexe mir büßen.“
Sie ist noch keine zehn Minuten in der Menschenwelt und schon vermisst sie ihr schmuddeliges Strohlager in der Geisterhöhle und die muffigen Lumpen, mit denen sie sich sonst immer zudeckt.
Idun will sich gerade aufrappeln, als ihr Blick auf eine kleine Spinne fällt, die unter dem Kleiderschrank hervorkrabbelt. Idun verzieht den Mund zu einem bösen Grinsen. Die Oberhexe hat sicher nicht an Hexenspucke gedacht, so schusselig wie sie immer ist. Idun kriecht näher an die Spinne heran.
„Wäre ja gelacht, wenn ich dich nicht mit ein bisschen Hexenspucke in eine Nacktschnecke verwandeln könnte“, flüstert sie und lässt einen dicken Klecks Speichel auf die Spinne tropfen.
Aber die Spinne bleibt Spinne, kämpft sich tapfer aus der schleimigen Spucke frei und krabbelt unverdrossen zu einem kleinen Spalt im Boden, in dem sie ruckzuck verschwindet. Idun starrt der Spinne ungläubig hinterher. Sie hat wirklich nicht das allerwinzigste bisschen Zauberkraft. Ihre Hexenspucke ist tatsächlich völlig unwirksam. Wütend springt sie auf die Beine.
„Ich werde mir meine Hexenkräfte zurückholen, koste es was es wolle“, schwört sie. „Und dann werde ich alle Kreaturen im Finsterwald in stinkige Kriechtiere verwandeln! Und die Menschen gleich mit!“
Idun reißt die Schranktür auf. Sie greift nach den dunkelsten und hässlichsten Sachen, die sie finden kann, zieht sich an und stapft aus dem Zimmer. Im Flur stolpert die junge Hexe über eine rosarote Schultasche, die direkt vor ihrer Zimmertür steht. Die Tasche fällt um und ein handgeschriebener Zettel schwebt langsam zu Boden.

Mein liebes Kind, steht dort, vergiss nicht dein Pausenbrot. Viel Spaß in der Schule. Wir sehen uns zum Abendessen. Gruß und Kuss, Merle.

Mit einem Tritt befördert Idun die Schultasche die Treppe hinunter, wo sie krachend aufschlägt.
„Diese Merle kann ihr Abendbrot alleine essen“, brummelt Idun. „Und eine Schultasche brauche ich auch nicht. Ich mache sowieso nicht mit.“
Und mit diesem Vorsatz macht sich die Hexe auf den Weg in die Schule.


Über die Autorin

Hoch oben im Norden, an der Spitze Dänemarks, dort, wo es im Sommer nie richtig dunkel wird, lebe ich mit meiner Familie und unserem Hund Lucy.
Geboren bin ich in Berlin, habe nach meiner Schulzeit Medizin studiert und arbeite heute als Ärztin in einem Hospiz in Nordjütland. Ich bin leidenschaftliche Schriftstellerin und nutze jede freie Minute zum Schreiben.
Bisher habe ich drei Bücher veröffentlicht. Trollrotz und Hexenspucke I & II, ein Fantasy-Märchen für Kinder ab 6, mit frechen Hexen, dummen Trollen, wilden Kobolden und natürlich auch Scharen von Elfen, die nichts als Unfug treiben.
Planet Gorsian ist mein drittes Buch, ein Science Fiction Roman für Kinder ab 10 Jahren. Der Roman handelt von dem elfjährigen Milas, der mit seiner Familie gezwungen ist, auf den neu entdeckten Planeten Gorsian zu ziehen, der neunzehntausend Lichtjahre von der Erde entfernt und von geheimnisvollen Außerirdischen besiedelt ist. Die Illustrationen sind von dem wundervollen Stork, einem Künstler aus Kopenhagen.
An dieser Stelle nochmals vielen Dank in die Hauptstadt des Königreiches!