Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren

Dienstag, 29. November 2016

SCHOKOWEISS von Alex Richter



Es ist nicht der erste Schnee, der in dieser Nacht fällt. Doch in dieser besonderen Nacht, mit diesem besonderen Schnee, werden besondere Träume wahr. Eine flatterhafte Schneeflocke erweckt mit ihrer Kraft zwei Schneemänner, Cas und Nic und ihr beschauliches Leben verändert sich von Grund auf.
Als Cas bemerkt, wie krank sein Freund Nic ist, macht er kein Federlesen. Kurz vor Mitternacht beschließen sie, gemeinsam Doktor Eisenbeiss aufzusuchen.
Ihr nächtlicher Streifzug führt sie an den Rand des Kaspaladawaldes. Dort kriechen sie unter einem Büff hindurch. Das ist ein besonderer Baum.
Bei den ihnen bevorstehenden Abenteuern, in dem unergründlichen Kaspaladawald, wird ihre Freundschaft auf eine eisharte Probe gestellt.
Neben süßen Häschen jagen auch hungrige Wölfe hinter dem magischen Licht Nabor her. Und alleinig ein Schaumgeborener kann das gestohlene Licht der Schneefee Fenella zurückbringen. Doch der mächtige Eisparator Neistron und das Wetter arbeiten gegen sie. Wird Nic seine Scheunenfrau wiedersehen? Werden Cas und Nic es rechtzeitig durch den Schnee zum Doktor schaffen?
Trailer, 25min. Hörprobe,
Erhältlich bei Amazon. 

Leseprobe

„Cas, das ist doch hoffentlich ein Aprilscherz von dir? Dort hinein? Da drin kuschelt vielleicht Schneewittchen mit ihren sieben Siebenschläfern. Ich werde niemals, nicht einmal für ein leckeres Fürst-Pückler-Eis, meinen Fuß dort hineinsetzen“, bekundete Nic.
„Stell dich nicht wie eine dumme Schneegans an! Du bist doch hier derjenige, der dringend ein Medikament braucht. Entweder, wir nehmen den kürzeren Weg durch das Wäldchen hier, oder wir gehen dafür außerhalb am Waldesrand den weit längeren Weg entlang. Und wie du siehst, sind die Eisenbahngleise wohl seit der letzten Eiszeit nicht mehr fahrplanmäßig befahren worden.“ Nur eine glaszersplitterte, zeigerverwaiste Bahnhofsuhr an einer zertrümmerten Wand zeugte von einem ehemaligen Bahnhof. Fast schon wie ein Zaun sahen die im Schnee steckenden, unzählig zersplitterten Skier neben den abgegriffenen Skistöcken aus. Er rätselte, in welchen Morgen wohl die toten Schienen führen würden, und bedauerte, dass er keinen Eisenbahner danach fragen konnte.
Bildlich sah er das lebhafte Treiben auf dem Bahnhof vor sich. Elektronische Schalttafeln zeigten blinkend Orte wie Aspen, Frauenwald, Lillehammer, Oberhof oder Sankt Moritz an. Blecherne Ansagen aus dem Lautsprecher wiesen auf das heutige Winterfest hin. Ein Team von Eishockey-Schneemännern beeilte sich, ihren gleich abfahrenden Zug zu erreichen. Einer von ihnen verlor dabei seine Wollmütze. Auf dem Bahnsteig liefen Schaffner mit gezückten Lochzangen hin und her. Ihre klassisch königsblauen Schaffnermützen erweckten eine erholsame Urlaubsstimmung. Jedoch zerplatzte das Bild durch ihre schrillen Trillerpfeifen. Mit ihren Taschentüchern, in die sie auch hineinschnauften, winkten triefende Schneemänner. Herzzerreißend und tränenreich verabschiedete sich ein verliebtes Eislaufpaar. Keuchende Kofferträger mit liebesapfelroten Käppis plagten sich mit Schlitten und Snowboards ab. Ein Bahnhofspolizist hüpfte auf die Gleise und versuchte, eine verlorene Karte wieder aufzuheben. Bei genauerem Hinschauen konnte man eine Einladung lesen. Von irgendwoher kullerte ein Ball mit allerlei Schmetterlingsmotiven bedruckt vorbei. Vom quietschenden Bremsklotz aufgeschreckt flatterten zwei Weißstirntauben von dannen. Ein kleiner, nur aus zwei Schneekugeln bestehender Schneemann, hielt sich seine Ohren zu. Lulatsche, die blinkende Eiszapfen auf ihren Köpfen trugen, schoben Schnee beiseite. Eine Eiskunstläuferin, mit einem sehr kurzen Federröckchen bekleidet, trippelte zu ihrem Abteil. Sie sah wie eine auf dem Kopf stehende Acht aus und führte einen Pinguin, wie ein Schoßhündchen, an der Leine mit. Neben ihr lief ein Schneemann mit einem langen Kescher. Auffällig tief gebückt schlurfte sein Freund hinterher. Auf seinem Rücken bugsierte er einen Korb voller Kienzapfen. Nic sah in sein Gesicht, doch der Bucklige sah ihn nicht! Der Alte hatte die gleiche braune Farbe wie Nic. Ihr Partnerlook stach ins Auge, weil sie beide einen warnwestenorangefarbenen Schal um den Hals trugen. Vor einem geräumigen Iglu, der aussah wie ein Restaurant, waren alle Stühle besetzt. In der Nähe eines Eisverkäufers stand eine gigantische rote Kerze. Auffallend glich sie einem, mit rotem Karamell überzogenen Liebesapfel. Diese war von vielen kleineren Kerzen stufenförmig umzingelt. Die mittelgroßen strahlten weiß und die kleinen Kerzen grün. Die kleinen waren halb so groß wie Nic. Ein Potpourri-Duft aus Eiben-, Fichten-, und Birkenrinde lag in der Luft. Doch die Krönung des Ganzen war ein als Weihnachtsmann verkleideter Schneemann! Nic träumte, dass er neben Pinguinen in einem Zugabteil saß. Seine Reise würde ihn nach Ostantarktika führen und er stieg dann im Adélieland aus. Von dort aus stapfte er, als Pandabär verkleidet (damit er nicht auffiele), weiter, zu einer Kolonie von polierten Adéliepinguinen. Sie ähnelten von weitem wie schwarze Ameisen auf einen gewaltigen Reisberg. Nic wollte unbedingt diesen baumlangen Schachfiguren und den weltberühmten Sissakörnern, hautnah gegenüberstehen. Und nachher einmal einem Schachbrett, dieser seltenen Schmetterlingsart, bei ihrem Pirouettentanz im Adélieland, zusehen.
Cas rüttelte Nic aus seinem Tagtraum. „Halloo! Nic? Hast du gehört, was ich dir gesagt habe? Steh hier nicht wie bestellt und nicht abgeholt da.“
„Ja, doch“, gab Nic verärgert zurück und die Eisenbahnschienen versanken in handgroßen Schneeflocken, sie ähnelten Mozzarella Kugeln.
„Sonnige Ferienzüge oder der berühmte Polarexpress sind hier schon lange abgefahren. Und vergiss nicht, dass wir spätestens morgen früh wieder an unserem Platz stehen müssen.“ Folglich entschied Cas von sich aus, den kürzeren 92er Weg zu nehmen, um eine Menge Zeit einzusparen.
„Das ist dir doch momentan auch eisklar? In deinem jetzigen kränklichen Zustand ist dieser Weg die klügere Entscheidung.“
Mit einem „Vertrau mir, bitte“ und seinem energisch schwingenden Unterton darin, duldete sein zornig funkelndes Auge keinerlei Widerrede.
Cas Moralpredigt abwartend, entgegnete Nic: „ Jawohl mein Admiral, wenn du mich so darum bittest, ist es wohl richtig.“
„Vergiß nicht, es geht hier um deine Gesundheit!“ Und schon stapfte Cas los.
Cas wollte es Nic gegenüber nicht zugeben, doch irgendwie hatte er Schiss vor den ausgehungerten Hasen.  Er wollte seine Nase auf keinen Fall ihnen freiwillig überlassen.
Sie durften es sich nicht erlauben, ein Schläfchen zu machen. Ein Schneemann kann doch ohne Nase nicht atmen. Ach was, nicht leben!


Autorin

Geboren und aufgewachsen ist Alexandra Richter in Pößneck in Thüringen, wo sie bis 1982 die Polytechnische Oberschule besuchte. Die anschließende Ausbildung zur Zootechnikerin nutzte sie später bei Ihrer Tätigkeit als Tierpflegerin.
1989 ging sie nach Baden-Württemberg.
1991 zog sie nach Frankreich, wo sie in einem Hotel arbeitete.
Weitere Stationen ihres Lebens waren dann Portugal, bis sie es dann 1995 zurück in die Heimat zog.
1995 kam ihr drittes Kind zur Welt und so entschloss sie sich, in Thüringen zu bleiben.
Facebook Seite:  https://www.facebook.com/Alex-Richter-1687926598090327/?__mref=message_bubble,


Dienstag, 22. November 2016

„BELLA das kleine Sockenmonster“ von Christl Friedl



Die süße Mischlingshündin Bella hatte großes Glück und fand, nach unfreiwilligen Aufenthalten in einem spanischen und einem deutschen Tierheim, endlich ein tolles Zuhause bei IHREN Menschen im schönen Oberbayern.
Sie selbst erzählt den Kindern ihre Geschichte, lässt diese an schönen und auch lustigen Erlebnissen teilhaben. In anschaulicher Weise stellt sie ihnen ihre geliebten Tier- und Menschenfreunde vor. Dieses Buch ist das erste einer geplanten „Bellareihe“, denn Bella hat den Kindern noch sehr viel zu erzählen.
Bella ist es wichtig, den Kindern spielerisch beizubringen, dass ein Tier eben kein Spielzeug ist und man sich daher sehr genau überlegen sollte, ob man bereit ist, die Verantwortung für ein Lebewesen dessen ganzes Tierleben lang zu übernehmen. Man kann gar nicht früh genug damit anfangen, Kindern Empathie für Tiere zu vermitteln.
Illustriert ist das Buch mit vielen wunderschönen Farbfotos des hübschen Hundemädchens und eignet sich durch die kleinen in sich abgeschlossenen Geschichten auch hervorragend zum Vorlesen für die Kleinsten. Das ideale Weihnachtsgeschenk, denn Weihnachten kommt jetzt schneller als man denkt. Am Ende des Buches gibt es noch eine kleine Überraschung für Bella´s neue Freunde. Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen.

Erhältlich beim Verlag

  Große Hunde anmachen

Die Menschen haben ein Sprichwort, das heißt: Angriff ist die beste Verteidigung. Ob das wirklich so stimmt, weiß ich nicht, aber weil ich als junge Hündin immer so von den Großen geärgert wurde, mag ich die einfach nicht. Immer wenn mir ein großer Hund über den Weg läuft, fange ich an zu stänkern.

Ausschau nach dem „Feind“
Manche Menschen können andere ja auch nicht leiden. Im Gegensatz zu den Tieren behalten die das aber meistens für sich. Wäre wahrscheinlich ein ganz schönes Durcheinander, wenn die Menschen gegenseitig auf sich losgehen würden. Bei uns Hunden nennt man das Instinkt. Wir leben unsere Gefühle, manchmal eben auch lautstark, aus.
Vor einigen Jahren musste meine Menschin zur Bank, weil ihr das Geld ausgegangen war. Keine Ahnung warum, Hunde durften jedenfalls nicht mit hinein. Vor der Eingangstüre war ein riesiger Aschenbecher aufgestellt. Denn nicht nur Hunde, auch Zigaretten sind in dem Gebäude nicht erwünscht. Kurzerhand wurde meine Leine um diesen Aschenbecher geschlungen. Übersehen hatte sie dabei jedoch, dass der Aschenbecher nicht fest verankert im Boden war.
Nur ein paar Minuten später entdeckte ich ihn auf der anderen Straßenseite. Den Feind, einen riesigen schwarzen Hund. Sofort setzte ich zum Angriff an und stürmte los. Leider war ich nicht die Einzige. Der große Aschenbecher, um den meine Leine gebunden war, folgte mir unüberhörbar. Vor lauter Schreck vergaß ich mein ursprüngliches Vorhaben und versuchte nur noch, meinen Verfolger abzuschütteln.
Fast gleichzeitig kam meine Menschin aus der Bank gestürzt und wir drei, ich, laut bellend, der klappernde Aschenbecher und die schreiende Menschin, rannten hintereinander die Straße entlang. Daran, wer bei dieser wilden Verfolgungsjagd den größten Lärm verursachte, kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Aber ich weiß noch sehr genau, dass die Autos auf der Straße mit quietschenden Reifen anhielten und aus den umliegenden Geschäften Menschen strömten, um zu schauen, wer diesen enormen Radau verursachte.
Als uns die Menschin eingeholt hatte und mich von meinem Verfolger befreien konnte, war sie sauer und glücklich zugleich. Sauer auf sich selbst, weil sie nicht bemerkt hatte, dass der Aschenbecher nicht befestigt war, und glücklich, weil mir nichts passiert war und wie durch ein Wunder keines der an der Straße geparkten Autos beschädigt wurde. Ich vermute, dass ihr der von uns verursachte Menschenauflauf ganz schön peinlich war, denn sie verließ, mit mir im Schlepptau, in einem Affenzahn den Ort des Geschehens J
Zu Hause angekommen, musste sich nicht nur die Menschin erst einmal von der wilden Jagd erholen.

Leute, ich bin total erledigt

Christl Friedl, geboren 1956 in München, blieb der bayerischen Metropole viele Jahrzehnte treu. Der Hektik und den Staus der Großstadt überdrüssig, genießt sie heute mit Ehemann und Hündin ihr Leben in einer Kleinstadt am malerischen Inn in Oberbayern. Bereits im Kindesalter spiegelte sich ihre rege Fantasie in selbst verfassten Kurzgeschichten wieder. Der Wunsch, eine Journalistenschule zu besuchen, wurde ihr von ihrem Vater verwehrt. So startete sie ihre Laufbahn in einer Bank, wechselte dann in die freie Wirtschaft und betreut heute u. a. das Personal in einem mittelständischen Unternehmen. Ihre zu besonderen Anlässen verfassten Gedichte fanden immer großen Anklang. Der Tod ihres Vaters und die Bemerkung einer Kollegin, dass man über die weiteren Geschehnisse ein Buch schreiben müsste, veranlassten sie dazu, ihre nie verloren gegangene Vorliebe für das Schreiben aufleben zu lassen. Sie startete daher ihre schriftstellerische Laufbahn mit ihrer Biografie „Tränen waren gestern“, die in 2016 über den Windsor Verlag neu verlegt wurde: http://shop.windsor-verlag.com/shop/traenen-waren-gestern-christl-friedl/. Mit diesem Buch konnte sie ihre Vergangenheit aufarbeiten um sich ab jetzt ausschließlich ihrem Lieblingsgenre, den Kinderbücher, zu widmen.