Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren

Dienstag, 25. Juli 2017

Mit Nepomuck auf Weltreise



Wie funktioniert eigentlich ein Heißluftballon, und wie leben die Eskimos heute? Was passiert, wenn ein norwegischer Kobold auf einen irischen Leprechaun trifft, und was kann man im Karina-Verlag so alles anstellen? Begleitet den lustigen Kobold Nepomuck auf seinen Reisen durch Europa, Asien, Amerika, Afrika und Australien und lernt Menschen, Tiere und verschiedene Kulturen hautnah kennen. Folgt ihm auf den Spuren der Hobbits, und werft mit ihm seinen ersten Bumerang. Die tollsten Abenteuer warten auf euch, denn wo Nepomuck sein Unwesen treibt, da wird es nie langweilig!

Für Kinder ab 5 Jahre
Erhältlich bei Amazon, Karina Verlag, Bücher.de, Weltbild und Thalia




Leseprobe:


Hobbits und Pinguine
Nepomuck kennt die Hobbits aus den Filmen „Der Hobbit” und „Herr der Ringe”. Fasziniert begutachtet er die 44 Hobbithöhlen, die geschickt in ein grünes Auengelände eingepasst und durch Wege miteinander verbunden sind. Es gibt außerdem Mini-Seen, kleine Bäche, eine klappernde Wassermühle, eine steinerne Brücke und liebevoll mit Blumen und Obstbäumen bepflanzte Gärten mit Holzzäunen und Minibriefkästen. Ganz wie im Film. Alle sind begeistert. Der große Eichenbaum vor Bilbos Haus besteht allerdings nur aus Plastik.
„Der ist ja gar nicht echt!“, ruft Nepomuck etwas enttäuscht. Dafür hat man von hier oben aber einen schönen Blick über ganz Hobbingen. Das entschädigt. Ein guter Platz für ein Picknick mit Keksen und Limonade, findet der Kobold.
„Die Hobbits haben auch immer Hunger, genau wie Nepomuck“, lacht Kathy.
„Wo sind denn nun eigentlich die Hobbits?“, erkundigt sich der Koboldjunge, der nur auf ein Stichwort gewartet hat.
„Aber Nepomuck, die Hobbits sind doch nur Filmfiguren“, erklärt der Vater dem fassungslosen Kobold schmunzelnd.
„Ich habe sie doch selbst gesehen, dann muss es sie auch geben!“
Auch die Hobbithöhlen sind nur Attrappen: In ihnen befinden sich keine Räume mit Einrichtung, sondern nur halb ausgebuddelte Erdlöcher, stellen sie fest, als sie erwartungsvoll eine der farbigen runden Holztüren öffnen.
„Sicherlich sind die Hobbits nur einfach weitergezogen – so wie meine Vorfahren damals“, überlegt Nepomuck halblaut. Er bekommt plötzlich feuchte Augen. Zu sehr erinnert ihn Hobbingen an sein Kobolddorf in Norwegen. So lange bin ich nun schon unterwegs!
Ich habe viele schöne Länder gesehen, war in Europa, Asien, Afrika, Amerika und Australien. Aber nun wird es für mich wohl Zeit, endlich heimzukehren. Der kleine Kobold hat plötzlich starkes Heimweh.
Reka legt tröstend den Arm um ihn. „Ich schenke dir meinen Delfin. Er wird dich sicher wieder nach Hause geleiten“, flüstert sie ihm ins Ohr, und Nepomuck fühlt, wie ihm die Kette um den Hals gelegt wird. Dankbar schaut er das Mädchen an und wischt sich verstohlen eine Träne aus dem linken Auge. Na! Hoffentlich hat sonst keiner etwas gemerkt.
„Damit ihr nicht allzu enttäuscht seid, gehen wir jetzt in den „Green Dragon“, die Kneipe der Hobbits“, schlägt Vater aufmunternd vor. Ob er doch etwas ahnt?
Der „Grüne Drache“ ist ein rustikales Gasthaus im Hobbit-Stil. Die Überraschung ist wirklich gelungen! An den Wänden kann man Bilder, Hüte und Mäntel der Hobbits bewundern.
„Ich wusste doch, dass es sie gibt“, triumphiert der Kobold mit glänzenden Augen.

©by Christine Erdic

Autorenvita:

Christine Erdiç wurde 1961 in Deutschland geboren.
Sie interessierte sich von frühester Kindheit an für Literatur und Malerei und verfasste schon damals oft kleine Geschichten und Gedichte, die sie jedoch nie veröffentlichte.
Nach dem Abitur war sie in unterschiedlichen Bereichen tätig und reiste viel.
Seit 1986 ist sie verheiratet, hat zwei Töchter und lebt seit dem Millenium in der Türkei.
Unter anderem gab sie Sprachtraining an der Universität von Izmir, machte Übersetzungen und verfasste Berichte für die Türkische Allgemeine, eine ehemalige Zeitschrift in deutscher Sprache und gibt heute noch private Deutschstunden

Homepage: http://christineerdic.jimdo.com/


Dienstag, 4. Juli 2017

„Keylam und der Stachel des Bösen“ von Anne Schmitz



Klappentext:
Das prasselnde Kaminfeuer taucht die Wohnhöhle des Zauberers in ein geheimnisvolles Licht.   
„Dann erzählt mal!“ Zauberer Nu lehnt sich in seinem Ohrensessel zurück und deutet auf zwei große, weiche Sitzkissen, die vor dem Kamin liegen. Keylam und Saomi machen es sich bequem.
„Eigentlich wollten wir zu den Elfen, um ein magisches Band aus Elfenhaar zu besorgen …“, beginnt Keylam.
„Doch wir gerieten in eine Falle …“, unterbricht ihn Saomi.
„Eigentlich waren es zwei Fallen!“, ergänzt Keylam.
„Ein oder zwei, das macht doch keinen Unterschied. Es war auf jeden Fall sehr gefährlich!“
„Gefährlich? Nachher wurde es erst richtig gefährlich, als wir den Drachen …!“
„Stop, Stop, Stop! Ich verstehe kein Wort!“, Zauberer Nu hebt abwährend die Hände. „Jetzt mal langsam und bitte immer der Reihe nach.“
Keylam und Saomi sehen sich an und müssen lachen. Saomi nickt Keylam zu: „Fang du an!“
„Also, alles begann damit, dass wir auf der Klippe den Steingong geschlagen haben …!“
Erhältlich bei Amazon.

Leseprobe:

Skarkoroks Festung

Romi sauste mit rasender Geschwindigkeit durch das Nadelgebirge. Die kleine Fledermaus wich den spitzen Gipfeln aus, tauchte in die Schluchten und Täler ab, immer bedacht darauf, im Schatten zu fliegen. Skarkoroks Späher konnten überall sein! Der böse Zauberling ließ alle gefangen nehmen, die es wagten, seiner Festung zu nahe zu kommen.
Obwohl Romi sich gerne in dunklen Höhlen und Gemäuern aufhielt, lief ihr ein Schauer über den Rücken, wenn sie an Skarkoroks Verliese tief unter seiner Festung dachte.
Jetzt konnte sie schon die Aschewolken und die glühende Lava des Vulkangebirges sehen. Es war nicht mehr weit! Skarkoroks Festung lag zwischen dem Nadel- und dem Vulkangebirge. Vor langer Zeit hatten viele fleißige Berglinge in einen der Nadelberge Gänge und Tunnel, Kammern und Hallen gegraben. Darin war es kalt. Die Wände und der Boden waren feucht. Der Geruch von Fäulnis lag in der Luft und schauerliche Geräusche durchbrachen immer wieder die Stille.
Romi hatte die Festung erreicht. Vorsichtig flog sie durch eine kleine Öffnung in einen der düsteren Gänge. Still und unbemerkt hängte sie sich an einen Felsvorsprung, von dem aus sie in den Thronsaal schauen konnte. Eben betrat Skarkorok den Raum.     
„Feuersturm! Steh auf! Du sollst mich ins Vulkangebirge fliegen!“, brüllte der Zauberling. Es war noch früh am Morgen und er hatte schlecht geschlafen. Immer wieder waren ihm die Ereignisse des letzten Tages durch den Kopf gegangen. Dieser Tallingjunge hatte es gewagt, sich ihm, dem großen Zauberling Skarkorok, in den Weg zu stellen. So etwas hatte es noch nie gegeben! Skarkorok spürte, wie neuer Zorn in ihm aufstieg. Er musste sich rächen! In der Nacht hatte er überlegt, was er diesem kleinen Talling antun könnte. Es sollte eine besondere Gemeinheit werden, etwas, von dem das ganze Tallingtal noch ewig sprechen würde. Alle sollten erzittern und dann würde es keiner mehr wagen, sich gegen ihn aufzulehnen!
Skarkorok beschloss, ins Vulkangebirge zu reisen. Zwischen den brodelnden und Feuer speienden Bergen lebten die außergewöhnlichsten, unheimlichsten und grandiosesten Kreaturen – und die bösesten.
Dort werde ich mir Hilfe holen, dachte der Zauberling und rieb sich voller Vorfreude die Hände. Dann trat er neben seinen Drachen. Dieser lag vor dem großen Kamin, in dem ein wärmendes Feuer loderte.
„Steh auf!“, fuhr Skarkorok den Drachen erneut an und trat ihm gegen das Bein. Feuersturm hob schwerfällig seinen gewaltigen Kopf vom Boden, ließ ihn aber schnell wieder sinken. Er war krank. Dem sonst so majestätischen und kraftvollen Drachen ging es schlecht, sehr schlecht. Er musste ständig husten, seine Nase lief. Er war unendlich müde und fror entsetzlich. Er hatte die schlimmste Krankheit, die ein Drache bekommen konnte: Sein Drachenfeuer war erloschen. In diesem Feuer lag die ganze Magie und die Kraft der Drachen und ohne es waren sie schwach, müde und hilflos.
Feuersturm schlotterte vor Kälte am ganzen Leib. Seine orangeroten Schuppen klackerten leise gegeneinander. Ärgerlich versuchte er eine Feuerflamme zu spucken, aber nur kleine weiße Wasserdampfwölkchen kamen aus seinen Nüstern. Skarkorok schrie: „Steh auf, du Faulpelz! Du gehörst mir! Du tust, was ich sage!“
Feuersturm hätte gerne getan, was Skarkorok von ihm verlangte – auch er wollte es dem Tallingjungen heimzahlen, – doch er war zu krank. Er drehte seinen Kopf auf die andere Seite und schloss die Augen.
Fluchend wandte der Zauberling sich von seinem Drachen ab.
Sollte er mit dem Besuch im Vulkangebirge warten, bis Feuersturm wieder auf den Beinen war? Nein!
„Ich werde zu Fuß gehen! Ich nehme die Abkürzung durch die unterirdischen Tunnel. Zerda, zu mir!“ Seine Helferin, die Spinne Zerda, war etwa so groß wie ein Hund. Sie hatte auf einem gepolsterten Hocker neben Skarkoroks Thron geschlafen. Jetzt sprang sie auf und kam auf den Zauberling zu. Neben Skarkorok blieb sie stehen, machte ihre acht behaarten Beine lang und ließ sich von ihrem Herrn den borstigen Rücken kraulen.
„Zerda“, sprach er zu ihr, „ich habe eine Aufgabe für dich!“
Und zu Feuersturm gewandt sagte er in einem rauen Ton: „Ich bin in ein, zwei Tagen zurück! Sieh zu, dass du bis dahin wieder fliegen kannst, sonst wirst du meinen ganzen Zorn zu spüren bekommen!“
Skarkorok und Zerda verließen den Thronsaal. Feuersturm blieb schlotternd und erschöpft vor dem Kamin liegen.
Romi, die genug gehört hatte, machte sich eilig auf den Rückflug zum Einsamen Berg.

Beim Zauberer
„Aufwachen! Na los!“
Keylam öffnete ein Auge, schloss es dann schnell wieder und drehte sich auf die andere Seite.
„Aufstehen, hab ich gesagt!“ Saomi versuchte nun schon seit geraumer Zeit, ihren Freund zu wecken. Jetzt hatte sie eine neue Idee. Sie beugte sich langsam über sein Ohr und flüsterte: „Wenn du nicht bald aus dem Bett kommst, werde ich eine Ladung Felsenspucke holen und sie dir ins Gesicht klatschen!“
Keylam setzte sich ruckartig im Bett auf. Felsenspucke war das Widerlichste, was er sich vorstellen konnte. „Bin ja schon wach“, grummelte er verschlafen.
 Schon ist gut“, erwiderte Saomi, „wir haben bald Mittag!“
Keylam stieg aus dem Bett und zog sich an, eine dunkelgrüne Hose und ein hellbraunes Hemd sowie knöchelhohe Schuhe, die vorne spitz zuliefen. Mit beiden Händen fuhr er sich durch die strubbeligen Haare, allerdings ohne sichtbaren Erfolg. Während er seine Gürteltasche um seinen Oberkörper band, sah er sich in der Wohnhöhle von Zauberer Nu um. Sie war geräumig und gemütlich eingerichtet. Es gab einen Kamin, in dem ein Feuer brannte, einen Ohrensessel und zwei Betten. Von dem einen hatte Keylam sich gerade erhoben, in dem anderen hatte Saomi übernachtet. Im hinteren Teil der Höhle stand ein Schrank. Ein Vorhang verbarg den Eingang zu einem Tunnel. In der Mitte befand sich ein großer, runder Tisch mit vier Stühlen. Auf einem hatte Saomi Platz genommen, auf einem anderen saß der Zauberer. Romi hing kopfüber von der Decke und schlief. Sie war schon vor einiger Zeit zurückgekehrt und hatte dem Zauberer Bericht erstattet. 
Nu lächelte Keylam an. „Guten Morgen!“, sprach er mit seiner tiefen, ruhigen Stimme. „Bist du ausgeruht?“
„Ja“, antwortete Keylam. Sein Blick fiel auf den gedeckten Tisch. Er hatte Hunger!

Vita
Die Autorin wurde 1978 in einer Kleinstadt des Bergischen Landes geboren. Hier verlebte sie ihre Kindheit und Jugend. Ende der 1990er Jahre zog sie nach Köln, wo sie eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin absolvierte. Seit der Geburt ihres ersten Sohnes kümmert sie sich um die Belange ihrer Familie. Sie lebt heute mit ihrem Mann und drei Kindern in der Nähe von Köln.
„Mama, erzähl uns noch eine Geschichte!“, so tönt es jeden Abend aus drei Kehlen. Nachdem die Autorin einige Jahre ihre Geschichten mit ihren Kindern geteilt hat, verschriftlichte sie „Keylam: Die Ankunft“ und veröffentlichte am 01.03.2016 ihr Debüt, einen Fantasy Roman für Kinder. „Keylam und der Stachel des Bösen“ folgte Ende 2016. Ein dritter Band wird 2017 die Trilogie komplettieren.
Anne Schmitz verfasst außerdem Kurzgeschichten für Jugendliche und Erwachsene. Ihre Kurzgeschichte „DreamLife – Lebe deinen Traum!“ erreichte beim Autorenwettbewerb „Wenn ihr wüsstet …“ den ersten Platz.

Dienstag, 27. Juni 2017

Peter, der kleine Katzen-Kommissar von Britta Banowski

Ein Kinder-Krimi


Kurzbeschreibung

Peter, ein kleiner Hauskater mit kommunikativ starken Eigenschaften, übernimmt die Arbeit der Polizei. Eine Entführung eines ausländischen Mädchens macht ihn neugierig, und weil er helfen will, holt er sich immer die Hilfe, die er gerade braucht, auf ganz eigene Art und Weise. Dabei findet er tierische Freunde, die ihn unterstützen.

Aber es kommt auch noch zu einer Geiselnahme auf See, weil Peter eigentlich Urlaub machen möchte, muss nebenbei einen Pinguin aus einem Container befreien und Delphine, sowie die Bundeswehr und auch ein Professor der Uni Berlin helfen bei den Ermittlungen

Dieses Buch ist der Anfang einer Krimi-Serie.

Britta Banowski sein Frauchen ist immer da, wenn Peter Hilfe braucht. Sie ist und bleibt sein „Zu Hause“, ihr ist er treu und er beschützt sie. Britta Banowski aus Hannover ist Katzenhalterin und besitzt nicht nur Peter, sondern noch zwei andere Katzen. Sie versteht die Sprache der Katzen, weil sie jahrelange Erfahrung mit ihnen hat. Im Krimi selbst hält sie sich im Hintergrund, weil Peter von allein die Ermittlungsarbeit übernimmt, durch seine eigene Neugier.
Erhältlich bei Amazon.


1. Ich stelle mich erst einmal vor

„Gestatten?, ich bin Peter, ein ganz normaler Hauskater.
Ich habe braun getigertes Fell und bin recht klein, für einen Kater meiner Sorte, was soviel heißt wie englisch Kurzhaar-Katze.
Mein Fell ist zwar nicht so seidig, wie das einer Perser-katze, aber es glänzt, wenn man darüber streicht.
Eigentlich bin ich nichts besonderes, aber mein Gespür für kriminalistische Detektiv-Arbeit und Beobachtungsgabe habe ich schon früh erkannt.
Denn wir Katzen können im Dunklen viel mehr sehen, als Ihr Menschen und haben dazu noch vier mal mehr Geruchsnerven in unserer Nase, als Ihr.
Und gerade deshalb ist kein Dieb, Erpresser, Einbrecher oder ähnlicher Krimineller vor mir sicher.
Und eine besondere Eigenschaft machte mich zu einem sprechenden Kater, ich kann mich durch mauzen verständigen, ählich, wie sich Menschen unterhalten, aber eben nur fast.
Ich wohne bei meinen Besitzern, einem Ehepaar mittleren Alters und habe sogar ein paar nette Damen um mich herum. Darf ich vorstellen? „Sissi ist meine Schwester, eine zierliche Katzendame aus der Familie der Karthäuser-Katzen und „Trixi“,eine schwarz-weiß gemusterte Katzendame, älter als ich, und meine stets ergebene Chefin, denn sie war vor uns in dieser Familie, und sie sind es, die ich mit allen Mitteln beschützen werde.
Ich zog zu dieser Familie, weil Trixi ihre anderen beiden Kater ziehen lassen musste, was so viel heißt wie, sie sind schon gestorben, aber jeder muss einmal gehen, und so blieb sie allein zurück, und war total unglücklich.
Als wir, Sissi und ich, dann eines Abends bei der Familie ankamen, mussten wir uns erst aneinander gewöhnen, das ist so üblich in der Katzengesellschaft, denn jeder von uns hat eine bestimmte Rolle und seinen bestimmten Rang und den hat er sein ganzes Leben zu     befolgen.
Nun, diese Familie hat auch eine große Terasse, auf der ich mich mit meinen Damen im Sand wühlen, aus einem großen Trog Wasser trinken oder auch mal am Apfel-Baum unsere Krallen wetzen kann.Und dort sitze ich, und beobachte die Leute, die vorübergehen, Kinder, die im Sand spielen, deren Eltern, die auf einer Bank sitzen und sich unterhalten. Aber eines Tages geschah etwas, womit ich nicht gerechnet habe, oder was ich nicht voraussehen konnte.

Mein erster Fall beginnt

Eines Tages, ich saß wie jeden Tag vorne am Terassen-Tor, hörte ich ein leises Wimmern, nicht laut, aber so dass meine guten Katzenohren es hören konnten.
Ich wollte natürlich wissen, was das war, ob jemand Hilfe braucht, oder so.
Also sprang ich über das Tor und ging dem „Wimmern“ entgegen.
Katzen sind von Natur aus ja neugierig.
Erst einmal musste ich ja das Geräusch orten, damit ich wusste, aus welcher Richtung dieses „Wimmern“ kam.
Ich ging also über den Spielplatz, als das Geräusch immer lauter und deutlicher wurde.
Der Spielplatz ist eigentlich nur ein großer Sandkasten aber groß genug, dass mehrere Kinder sich nicht in die Quere kommen beim Buddeln.
„Hilfe, Hilfe!“, jetzt hörte ich deutlich eine Mädchen-Stimme, die immer wieder diese Worte rief.
„Braucht dort jemand Hilfe?“, dachte ich noch, und stand plötzlich vor einer Eingangstür, mit großen Fenstern, aber die war leider verschlossen.
Diese Einganstür gehört zu einem großen weißen Haus, mit mehreren Mietparteien.
Erst hatte ich ja auch Angst, weil ich nicht wusste, was mich erwartete, aber als die Tür dann von innen aufgestoßen wurde, und das „Hilfe“-Rufen immer lauter wurde, besiegte ich meine eigene Furcht, und ging immer meiner kriminalistischen Nase, und meinem Bauchgefühl nach.
Ich ging instinktiv erst runter in die untere Etage.
Denn meist werden Menschen in Kellerräumen festgehalten, und versteckt, das sagte mir mein Verstand.
Und der sollte mich wieder einmal nicht betrügen.
Dort war es dunkel und nur meine Schnurrhaare verrieten mir den Weg.
Das Rufen wurde immer lauter, aber ich konnte ja nichts sehen, geschweige denn reagieren.
Als ich aber vor einer Metall-Tür stand wurde das Rufen zwar lauter, aber ich kam dort nicht rein.
Ich kratzte, miaute und versuchte alles, diese Tür zu öffnen, aber alle Versuche scheiterten kläglich, denn meine Kraft reichte einfach nicht aus, diese große Tür aufzumachen.
„Was also tun?“, dachte ich noch, aber im gleichen Moment  hörte ich Schritte, die die Treppe herunterkamen.
Tapp- Tapp- Tapp, machte es und kamen immer näher, mir wurde wieder richtig mulmig zumute.
„Jetzt nur schnell weg!“, dachte ich, und flugs schlich ich typisch nach Katzenart die Treppe runter, und verbarg mich erst mal unter dem Treppenvorsatz, damit man mich nicht sehen konnte.
Als die Schritte immer näher kamen, nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und rannte an einer Person vorbei hoch in die Etage, wo ich herkam und.... „Gott sei Dank, die Tür steht noch offen“, dachte ich, und rannte durch die offen gelassene Glastür nach Hause.
Mein Frauchen hatte bereits die Balkon-Tür wieder geschlossen, denn es war ja schon etwas dunkel geworden.
Also wartete ich geduldig, bis sie die Tür wieder
aufmachte und mich herein ließ.
Drinnen in der Wohnung, wurde auch ich immer unruhiger, denn ich wollte ja dem Mädchen helfen, was da unten im Keller gefangen war.
„Aber wie spreche ich mit meinen Besitzern, die kein Wort auf Katzensprache verstehen?“
Ich miaute, jammerte, lief im Zimmer hin und her, kratzte wieder und wieder an der Balkon-Tür, bis mein Frauchen mich fragte: „Peter, was hast du denn?“
Ich miaute wieder und kratzte wieder an der Scheibe, als mein Frauchen mir folgte.
Denn ich schaute mich immer wieder um, ob sie mir auch folgt.
Als die Tür aufging, sprang ich, wie von einer Tranantel gestochen, wieder über das Terassen-Tor und lief zu der Stelle, wo ich das „Hilfe, Hilfe das erste Mal gehört hatte.
Abermals stand ich vor der Glastür, und miaute ganz fürchterlich.
Jetzt erst wurde meinem Frauchen bewusst, das irgend etwas nicht stimmte.
Sie kam hinter mir her, in der Hoffnung was heraus zu finden, und den Grund für meine komischen Gebaren zu erfahren.
„Was hast du denn!“ fragte sie mich abermals, aber ich lief unruhig hin und her, immer an ihren Beinen anschmiegend, so als wollte ich ihr sagen: „Hier braucht jemand Hilfe!“ aber ich kann das nicht alleine.
Ich bin nur eine Katze, du als Erwachsene Frau kannst mir jetzt die Tür aufmachen, oder eine Lösung finden, die Tür zu
öffnen.
Ich wusste, dass mein Frauchen mal als Pflegerin gearbeitet hat, und so meistens erst klingeln musste, um sich Zutritt zum Haus oder zur Wohnung zu verschaffen.
„Bitte öffnen Sie!“ „Hier ist die Polizei!“ rief mein Frauchen durch den Sprechfunk unten am Klingelschild.
Das stimmte natürlich nicht, aber eine andere Lösung hatte auch mein Frauchen gerade nicht parat.
Der Summer der Tür war zu hören, und die Tür ging auf, ich schlich hinein und mein Frauchen folgte mir.
„Wo willst du denn hin?“ fragte mich meine Besitzerin wieder, aber ich war schon in Gedanken bei dem Mädchen, das um Hilfe gerufen hatte.
Ich lief langsam, wie vorher, auch die Treppe hinunter, und da war es wieder das Rufen „Hilfe, Hilfe!“.
Erst jetzt verstand mein Frauchen, warum sie mir folgen sollte.
Sie zog an der Stahltür, aber auch sie bekam sie nicht auf.
„Ich muss jemanden finden, der einen Schlüssel für diese Tür hat!“ sagte sie mir noch, aber sie war schon schnurstracks nach oben gelaufen und fragte jetzt im ganzen Haus nach, ob irgend jemand einen Schlüssel besaß, der zu dieser Stahltür passte.
Ein Mann in diesem Haus war es dann auch, der meinem Frauchen den Schlüssel gab, der zu dieser Stahltür gehörte und wir endlich nachschauen konnten, was da immer um Hilfe rief.

Wir gingen beide hinein, in eine unbekannte, dunkle Welt.
Unten rauschte es, weil die Heizungsanlage ja schon angestellt war.
Aber das war nicht alles.
In diesem Kellergewölbe, was größer war, als wir es vermutet hatten,  waren ein paar Nieschen und da gab es auch Türen, die dunkel angestrichen, einem noch mehr Angst machten, als wir sowie so schon hatten.
Wir gingen vorsichtig, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, das kleine Mädchen zu finden, was um Hilfe gerufen hatte.
Aber gerade jetzt, wo wir sie nur am Rufen hätten orten können, blieb es ruhig.
Uns blieb nichts weiter übrig, als erst mal nach einem Licht Ausschau zu halten, denn Streichölzer waren auf die Dauer aufgebraucht.
Sie dachte nach und kam auf die Idee, das Handy-Licht zu benutzen, und das tat sie dann auch.
Also unternahm mein Frauchen die Initiative, und rief in die Dunkelheit: „Wo bist Du?“
„Hier!“, antwortete es erst leise, aber je näher wir durch die dunklen Gewölbe liefen, immer lauter werdend.
„Wo?“ „Wir können dich nicht finden!“ Und sie leuchtete in die Richtung, aus der die Rufe kamen.
Hinten an der letzten Tür angekommen, rief es wieder, und jetzt direkt vor uns „Hier!“.
„Ok, Wir haben dich gefunden, aber die Tür ist auch verschlossen, wie die anderen vorher, wir müssen eine Lösung finden, dich dort herauszuholen!“, antwortete mein Frauchen, mit beruhigender Stimme. so als wollte sie nicht nur meine Angst, sondern auch ihre eigene vor anderen verbergen.
Im Schein des Handy-Lichts erblickte sie eine Brechstange, die an die Wand gelehnt war.
„Ah, ich habe hier ein Brecheisen gefunden, und versuche jetzt zu dir rein zukommen“, sagte mein Frauchen.
Sie nahm mit beherztem Griff die Brechstange in beide Hände und versuchte, das Schloss, welches dort verschlossen baumelte, zu lösen.
Auf einmal knackte es, und das Schloss samt Scharnier fiel zu Boden.
Ganz langsam, löste mein Frauchchen den restlichen Verschluss von der Tür, und zog langsam und bedächtig die Tür auf.
Sie leuchtete den Raum ab, und sah hinten in der hintersten Ecke ein kleines Mädchen sitzen, die Beine mit den Armen umfassend, und zitternd vor Angst und vielleicht auch Kälte.
Denn es war ja schon Ende Oktober, die warmen Tage waren längst vorbei, aber das Mädchen war nur mit einem Sommerkleid bekleidet, so wie man es an sehr heißen Tagen trägt.
„Wer bist du, und wie kommst du hier her?“, fragte mein Frauchen das vor ihr sitzende Mädchen.
Ich schnurrte um die Beine des Mädchens, damit ihr wärmer wurde, und versuchte sie auf meine ganz eigene Art zu beruhigen.
Das schien auch seine Wirkung nicht zu verfehlen, und sie fing auf einmal an zu erzählen:

Britta Banowski wurde 1969 im brandenburgischen Schwedt als älteste Tochter einer ganz normalen Arbeiter-Familie geboren. Sie absolvierte in der DDR 10 Jahre die Polytechnische Oberschule und erlernte den Beruf einer Elektronikerin. Britta hat 3 Söhne. Bedingt durch Arbeitssuche zog sie 2003 mit ihrer Familie nach Hannover. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Altenpflegerin und arbeitete in diesem Beruf bis das Schicksal erneut zuschlug.
 
Hin und wieder schrieb Britta Banowski Gedichte, die sich mit der Zeit in ihrer Schublade stapelten. So beschloss sie im Dezember 2015 den ersten Teil der "10-Minuten Gedichte“ zu veröffentlichen.
Und nach 6 Monaten wurde auch Teil 2 dieser 10-Minuten Gedichte veröffentlicht.
Diese Gedichte sind jeweils in 10 Minuten entstanden und sollen zum Schmunzeln - aber auch zum Nachdenken - einladen. Jedes Gedicht beinhaltet eine Pointe. Mittlerweile hat sie das Genre gewechselt und schreibt Kinder-Krimis „Peter, der kleine Katzenkommissar" kam am 10.4. 2017 über den Brokatbook-Verlag in die Läden

Aber Britta Banowski kann noch mehr. Sie betreibt aus jahrelanger Familientradition Naturheilkunde, stellt selbst aus Heilkräutern Liköre und eigene Heil-Öle her, und gibt Tip`s und Ratschläge bei Erkrankungen wo nicht unbedingt ein Arzt helfen kann. Sie weiß, welches Heilkraut wo und wie im Körper wirkt und wie es angewendet werden sollte und kann. Dies erlernte sie bei ihrer Großmutter und später im Selbstversuch. Was sie nicht weiß, liest sie nach und erkundigt sich fachlich
Deswegen trägt sie das Pseudonym "Die singende Kräuterhexe" unter diesem Namen betreibt sie einen eigenen Youtube-Kanal

Dienstag, 20. Juni 2017

Geschichten unterm Regenschirm von Christina Stöger

Klappentext:
Können Regenschirme sprechen? Haben Steine ein Herz?
Ihr wisst es nicht?
Dann lasst euch von diesen sechs zauberhaften Geschichten in eine Welt voller Fantasie entfuhren. Begleitet einen neugierigen Regenwurm auf seinem gefahrlichen Ausflug, jagt mit drei
Mause-Detektiven einen Kirchendieb, bangt mit dem Marienkafer um seinen verlorenen Punkt und fühlt mit einer hungrigen Schnecke. Diese sechs wundervoll illustrierten Geschichten sind nicht nur fur Kinder zum Vorlesen und Selberlesen geeignet, sondern auch für junggebliebene Erwachsene, die nicht verlernt haben, mit dem Herzen zu sehen.
Erhältlich bei Amazon.



Umbri, der Regenschirm
 
Mein Name ist Umbri und ich bin ein Regenschirm. Hört mir zu, dann erzähle ich euch meine Geschichte und die meiner Freunde. Ihr wundert euch sicher, dass ich sprechen und euch von meinem Abenteuer erzählen kann, stimmt's? Ja, mich wundert das auch, das könnt ihr mir glauben. Normalerweise können Gegenstände nämlich nicht sprechen. Nur manchmal passiert es, dass Dinge zum Leben erwachen und die Menschen sie hören können. Dazu braucht es viel Fantasie und ein reines Herz voller Liebe, Licht und Vertrauen.
* * *


 Zu dem Zeitpunkt, als meine Geschichte begann, befand ich mich in einer großen, zugigen Halle, zusammen mit ganz vielen anderen Schirmen. Ich spürte das harte Gummi der Transportbänder unter meinem hölzernen Rücken und hörte die tiefen Stimmen der Männer, die uns ›betreuten‹. Nun, sagen wir mal, sie waren so etwas wie Geburtshelfer. Wobei man bei Regenschirmen weniger von Geburt, als von Produktion spricht.
Einfach ausgedrückt: Sie stellten uns her. Immer wieder konnte ich ein Wort ganz genau verstehen: ›Umbrella‹. Ich wusste intuitiv, dass dieses Wort ›Regenschirm‹ bedeutete und beschloss daher, dass dies wohl mein Name war. Menschen brauchen für alles Namen und so hatte ich nun auch einen. ›Umbrella‹, klingt doch wirklich schön, oder? Allerdings war er mir zu lang. Daher wählte ich den Spitznamen ›Umbri‹.
Natürlich wisst ihr, wie ein Regenschirm aussieht und habt ganz bestimmt auch einen bei euch zu Hause. Ich jedenfalls bestehe aus einem langen Stock, an dem die Männer mir acht Streben befestigten. Sozusagen meine Arme. Darüber wurde ein buntes Dach aus dickem, wasserdichtem Stoff gespannt, das den Regen abhalten soll. Ich fühlte mich wirklich sehr schön und hätte sofort meine Aufgabe als Schirm aufnehmen können, doch die Männer hatten andere Pläne. Ich wurde wieder zusammengefaltet, bekam eine durchsichtige Hülle aus Plastik über mich gestülpt und wurde, mit tausend anderen meiner Sorte, die ebenso aussahen wie ich, über ein Fließband geschoben. Nach und nach landeten wir, einer nach dem anderen, in einem Pappkarton. Dicht an dicht lag ich zusammen mit meinen Brüdern und Schwestern in der Finsternis und wartete darauf, was mit uns geschehen sollte. Der Karton wurde geschlossen, hochgehoben und auf einen Wagen geladen. Durch einen kleinen Schlitz im Deckel des Kartons, konnte ich all das erkennen. Doch plötzlich wurde es dunkel um mich herum und die lange Reise begann. Innerlich angespannt, versuchte ich, es mir so bequem wie möglich in dieser Kiste zu machen. Ich wusste schließlich nicht, wie lange ich hier liegen musste, bevor ich endlich meine Arbeit als Regenschirm aufnehmen konnte.
»Aua!«, hörte ich plötzlich ein helles Stimmchen neben mir. »Mach dich doch nicht so breit«, maulte ein anderer Schirm.
Ich erschrak. Auch dieser konnte sprechen? War ich doch nicht so besonders, wie ich dachte? Das musste ich wissen. Daher drehte ich mich ein Stückchen zur Seite und sagte in die Richtung, aus der ich die Stimme vermutete: »Hallo? Kannst du mich verstehen? Mein Name ist Umbri und ich bin ein Regenschirm. Du auch?«
»Ach nee. Natürlich bist du das. Was sonst? Hier liegen nur Regenschirme herum. Klar bin ich auch einer, du Schlaumeier. Mein Name ist Bella.«
Im ersten Moment war ich so baff, dass ich nichts antworten konnte.
»Was ist los? Hat es dir die Stimme verschlagen, Umbri?«, fragte Bella, dieses Mal jedoch etwas netter.
»Ich, ähm, nein«, stotterte ich verlegen, bis mir einfiel, dass sie vorhin »aua« gesagt hatte. Ich erinnerte mich an meine guten Manieren, die ich zweifellos besaß, und fragte: »Bella, was ist los mit dir? Tut dir was weh?«
»Danke der Nachfrage. Ja, ich habe mir den Kopf an der dummen Schachtel angestoßen. Das tut voll weh, aber bis wir angekommen sind, ist es bestimmt verheilt.«
Bella schien echt nett zu sein. Wusste sie, was uns erwartete? Wo wir hingebracht wurden? Woher? Genau das fragte ich sie und sie kicherte leise.



Autorenvita:
1980 in Hamburg geboren, lebt Christina Stöger nun glücklich verheiratet im Süden Deutschlands. Ob im Café oder beim Spaziergang mit ihrem Hund – immer ist sie bereit, von Freunden erlebte Geschichten, ebenso wie eigene Gedanken, mit großer Emotion zu Papier zu bringen. Lyrik und Prosa schreibt sie mit viel Herz und Gefühl. Seit 2010 widmet sie sich dem geschriebenem Wort.