Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren
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Dienstag, 9. Januar 2018

Die kleine Nixe und die Kräuterhexen von Sannah Hinrichs



Klappentext:
Eine märchenhafte Geschichte für Kinder ab 3 Jahren.
Mit zauberhaften Illustrationen und Ausmalbildern von illuBine.

Einst lebte, hoch im nordischen Meer, eine kleine Nixe mit ihren sechs Schwestern. Der Vater war der Herrscher des Nordmeeres und regierte das Königreich mit viel Liebe.
Eines Tages gelingt es jedoch einer garstigen Zauberin, den geliebten Vater zu vergiften. Die kleine Nixe ist verzweifelt, denn der Kräuterhexe des Palastes fehlen die passenden Pflanzen für den Heiltrank.
Mutig begibt sich die kleine Nixe auf den gefährlichen Weg ins offene Meer, um die passenden Kräuter zu suchen und den Vater zu retten …
Erhältlich bei Amazon.  



Leseprobe:
Einst lebte, hoch im nordischen Meer, tief unter der Wasseroberfläche, eine kleine Nixe mit ihren sechs Schwestern. Der Vater war der Herrscher des Nordmeeres und regierte das Königreich mit viel Liebe. Er hatte ein sanftmütiges Herz und kümmerte sich rührend um seine sieben Töchter, die seit dem Tod der Königin ohne Mutter aufwuchsen. Trotz des Verlustes lebten die Nixen fröhlich und unbeschwert. Das Volk des Nordmeeres liebte die zauberhaften Geschwister und sah voller Ehrfurcht und Dankbarkeit zu seinem König auf, der es bisher vor allen Gefahren beschützt hatte.
Das nordische Meer war reich an Schätzen; das Wasser so klar wie ein wolkenloser Himmel und die Bewohner lebten in Frieden miteinander. Die Völker des Ost-, West- und Südmeeres schauten neidisch auf die Gemeinschaft des Nordmeeres. Ihre Herrscher waren vor langer Zeit von einer bösartigen Hexe mit einem Fluch belegt worden. Seitdem litt das Meeresvolk unter der Macht der verhexten Könige. Den Nordmeerbewohnern war es darum strengstens untersagt, die anderen Meeresbereiche zu betreten; zu groß war die Gefahr eines Angriffs durch die Wachen. Mit diesem Verbot lebte das Volk indes sehr gut. Es war glücklich mit dem, was es hatte und es fehlte ihm an nichts.
Allerdings hütete der Herrscher des Nordens ein Geheimnis: Tief im Ozean, in einer Höhle im Meeresboden, hielt er die bösartige Meereshexe gefangen, die die anderen Könige verwünscht hatte. Nur die Steine der Meereshöhle verhinderten die Kraft des Zaubers. Deshalb wurde sie bewacht, um das Königreich und alle Bewohner des nördlichen Meeres zu schützen. Der Kräuterhexe des Nordmeeres war es bisher nicht gelungen, die Verwünschungen der bösartigen Hexe aufzulösen. Kein Gegenzauber schien zu helfen.
Eines Tages gelang es der garstigen Zauberin jedoch durch eine List, den Wachen zu entkommen. Zornig über die Gefangenschaft schwor sie Rache und schwamm direkt zum Wasserpalast des Nixenkönigs.

Vita:
Die 1967 in Nordrhein-Westfalen geborene Autorin lebt mit ihrem Mann im Norden Deutschlands.
Als Autorin und Leserin liebt sie die Vielfalt der Literatur gleichermaßen.
Sie schreibt sowohl romantische Gedichte und Liebesgeschichten als auch märchenhafte Erzählungen.
Im Oktober 2015 wurde ihre Kurzgeschichte »Herbst« im lokalen Wochenendanzeiger publiziert. Dieses Ereignis war der Anlass für ihre erste Geschichtensammlung »Sannahs Geschichten«.


Dienstag, 7. November 2017

Der Rabe Oskar und das verschwundene Armband von Henry Wimmer


Klappentext


Als der Rabe Oskar an jenem Morgen in einem riesigen Baumarkt zu eigenem Bewusstsein gelangt, da ahnt er noch nicht, welche Abenteuer ihn erwarten. Er weiß nicht, dass neue Freunde wie die Spinne Kassandra seinen Weg kreuzen werden. Und natürlich hat er auch noch keinen blassen Schimmer davon, dass er schon bald in die Aufklärung eines verzwickten Kriminalfalles verwickelt sein wird. 
Folgt Oskar auf seiner Reise und den Abenteuern, die ihm bevorstehen!

Der Rabe wird über sich selbst hinauswachsen, eigene Grenzen überschreiten und dabei erkennen, wie wichtig es ist, gute Freunde neben sich zu wissen.

Und dass er dies alles erleben darf, das ist nur einem Zufall sowie einem Wunder der Natur zu verdanken.

Taucht ein in Oskars Leben und lasst euch von ihm in seinen Bann ziehen.



Erhältlich ist das Buch über alle gängigen Plattformen, beispielsweise: Amazon, Weltbild und  www.net-verlag.de

-     Sofern das Buch mit Widmung gewünscht ist, gerne auch über mich persönlich unter henrywimmer@yahoo.de


Leseprobe



Kapitel 1 Ein überraschender Umzug



Oskar kniff die Augen zu.

Naja, wir wollen ehrlich sein. Zumindest hätte er das getan, wenn seine Augenlider beweglich gewesen wären. Da sie aber, genau wie sein ganzer Körper nur aus Metall bestanden und nicht dafür vorgesehen waren, sich öffnen oder schließen zu können, blieb es bei dem frommen Wunsch.

Das Licht des neuen Tages stach in seinen Augen.

In dem Baumarkt, in dem Oskar sein Zuhause fand, flammten die Deckenbeleuchtungen auf. Durch das Oberlicht schien bereits die Sonne ins Innere. Soweit Oskar das sehen konnte, versprach es ein wolkenloser Tag zu werden. Er selbst hoffte, nicht zu sehr von der Sonne verwöhnt zu werden. Denn Verwöhnen traf es in seinem Fall überhaupt nicht. An manchen Tagen stellten sie ihn in den Außenbereich. Steckten ihn in einer der bepflanzten Blumenkübel und verloren keinen Gedanken daran, dass er die pure Sonnenhitze überhaupt nicht vertrug. Im Grunde konnte er schon froh sein, dass sie ihn bei einsetzendem Regen hereinholten. Denn Rost hätte seinem Teint schon sehr geschadet.

Auch so liefen die meisten Menschen achtlos an ihm vorüber. Hielten ihn für ein seelenloses Stück Metall. Wenn Oskar sich doch nur hätte bemerkbar machen können. Auch er besaß schließlich Wünsche und Vorstellungen.

Wann es ihn hierher verschlagen hatte, wusste er nicht zu sagen. Es war ihm, als sei er eines Tages hier aufgewacht. Ein anderes Leben durfte er bisher nicht kennenlernen.

Lange Zeit wusste er noch nicht einmal, um was es sich bei ihm überhaupt handelte.

Wenn er sein Umfeld betrachtete, soweit sein eingeschränktes Blickfeld dies überhaupt zuließ, sah er verschiedene Dinge. Je nachdem, wohin sie ihn gerade verfrachteten. Irgendwie wurde er den Eindruck nicht los, dass er dem Personal lästig war. Inzwischen wusste er sogar, dass er der einzige seiner Art war. Und das kam so.

Eines Tages gab man ihm eine neue Stelle, an der er geduldig darauf warten sollte, dass irgendjemand irgendwann auf die Idee käme, ihn nach irgendwo mitzunehmen. Alleine von diesem Irgendwo besaß er nicht die geringste Vorstellung. Sein Dasein bestand nur aus Sonnenaufgang, aus Sonnenuntergang und aus dem Anblick der Menschen, die achtlos an ihm vorbeizogen.

An jenem Tag aber, da Oskar ein Bewusstsein zu seiner eigenen Person entwickeln durfte, stellte man ihn genau gegenüber einer Reihe von Spiegeln auf, die dort auf ihren Abtransport warteten. Zuerst fielen sie ihm gar nicht auf. Woher hätte Oskar überhaupt wissen sollen, dass er selbst es war, der sich auf der anderen Seite des Ganges zeigte? Er begriff erst, was er sah, als unvermittelt die Hand eines Kindes nach ihm griff, ihn kurz beobachtete und dann wieder zurückstellte. Oskar war zuerst enttäuscht, schließlich aber dankbar, dass der Junge ihn genauso wieder ins Erdreich steckte, wie er ihn herauszog. Denn so zeigte sein Gesicht immer noch in Richtung der Spiegel.

Verwundert hatte er das Geschehen betrachtet.

Es angesehen, als schaue er einem Fremden zu. Als ihm schließlich dämmerte, was sich vor seinen Augen abspielte, war es bereits fast zu spät. Kurz darauf wurden die Spiegel unter erheblichem Getöse aufgeladen. Doch bevor der letzte verschwand, hatte Oskar sich ausgiebig betrachten können.

Als endlich wieder Ruhe herrschte, dachte er nach.

Gefiel ihm, was er gesehen hatte?

Nicht, dass Oskar eitel gewesen war.

Aber er wäre auch ganz und gar nicht abgeneigt gewesen, sich nochmals in Augenschein zu nehmen. Im Grunde verstand er nicht, weshalb noch niemand auf ihn aufmerksam geworden war. In Gedanken rief er das Bild seines eigenen Selbst wieder und wieder in Erinnerung.

Er war ein Rabe.

Soviel stand fest. Auch wenn er noch niemals einen solchen leibhaftig zu Gesicht bekommen hatte, beschloss er, damit richtig zu liegen.

Punkt!

Sein Körper besaß eine rostbraune Färbung.

Irgendwie konnte er sich nicht vorstellen, dass auch lebendige Vögel eine solche Färbung ihres Gefieders aufwiesen. Aber wen scherte das schon? Er war kein lebendiges Exemplar und durfte sich deswegen gewisse Eigenheiten sehr wohl erlauben.

Die Flügel nach hinten seitlich angelegt. Ein stolzer langer Schnabel. In seinen Augen ein Ausdruck von Klugheit und Schläue. Oskar interpretierte dies so. Sollte ihm doch jemand das Gegenteil beweisen.

Auf seinem Kopf saß ein fescher Hut. Ebenfalls aus Metall.

Mochten andere diesen vielleicht als albern ansehen, ihm gefiel der Hut. Er gab ihm ein verwegenes und fesches Aussehen. Am liebsten hätte Oskar tief geseufzt, weil er sein Bild nicht mehr in Realität sehen durfte. Aber selbst dieses Seufzen war ihm versagt.

Sein Körper ruhte auf zwei geschickt dargestellten Füßen, die wiederum auf einer Stange saßen, die nach unten spitz zulief. Unter seinen Füßen gab es eine Art gewölbtes Dach, gefolgt von einer Schale. Noch wusste er nicht, was seine eigentliche Aufgabe war. Aber das würde er schon herausfinden.

Oskar war sich sicher, zu Größerem erschaffen worden zu sein. Nur, dass sich etwas ändern musste, um das zu beweisen.

<<Diese dumme Vogeltränke steht immer noch hier. Niemand interessiert sich wirklich dafür. Ich warte noch bis zum Ende der Woche. Wenn sie bis dahin nicht verkauft ist, geht sie an den Hersteller zurück. Soll er damit machen, was er will. Mir steht sie jedenfalls im Weg.>>

Ein Mann näherte sich, griff nach Oskar und war gerade dabei, ihn an eine andere geeignete Stelle zu setzen, als er von einer Frauenstimme unterbrochen wurde.

<<Oh, wie hübsch. Ist der schon verkauft?>>

Oskar, kurz zuvor noch in Gedanken versunken, aufgrund der neuen Information, dass er eine Vogeltränke sei, plusterte sein Gefieder auf. 
<<Mist>>, ging es durch seinen Kopf. <<Man hat mir die Instinkte eines normalen Vogels geschenkt, aber alles was mir bleibt, ist dumm auf meiner Stange zu hocken.>>

Wie gerne hätte er seinem inneren Drängen gehorcht und tatsächlich sein Gefieder weit aufgeplustert. Jetzt aber schalt er sich einen Narren. Viel wichtiger, als diese unsinnigen Gedanken war es, dem Gespräch zu lauschen.

<<Nein. Sie können ihn gerne mitnehmen. Er ist der letzte seiner Art. Hat reißenden Absatz gefunden. Sie können froh sein, dass sie noch einen davon ergattern konnten.>>

Oskar verdrehte innerlich die Augen. <<Lügner.>>

Doch eigentlich war das egal. Hauptsache war, sie würde ihn mitnehmen. Oskar wusste plötzlich, dass dies genau der Punkt war, auf den er hingelebt hatte. Jetzt oder nie.

Die junge Frau wechselte noch einige Worte mit dem Verkäufer. Schließlich griff sie nach dem metallenen Raben, klemmte ihn sich unter den linken Arm und schlenderte mit ihm in Richtung der Kasse. In Oskars Brust pochte es, als besäße er selbst ein Herz, dessen regelmäßigen Schlag er vernahm. Wahrscheinlich war es aber nur der Herzschlag der Käuferin, der sich auf ihn übertrug. Trotzdem kam Oskar sich in diesem Augenblick fast ein wenig vor, als sei er tatsächlich ein lebendiges Wesen.

Als sie kurz darauf den Baumarkt verließen, betrachtete Oskar seine neue Umwelt. Begierig sog er jedes Bisschen an Bildern auf, die sich ihm darboten.

War er schon einmal mit einem dieser lauten Gefährte befördert worden, in dessen hintere Klappe er jetzt verstaut wurde? Erinnern konnte er sich jedenfalls nicht daran. Als sich die Klappe über ihm schloss, versank die ganze Welt in Dunkelheit. Oskar spürte, dass sie das Gelände des Baumarktes verließen.

Begierig wartete er darauf, was seine neue Welt ihm zu bieten hatte. Darüber schlief er ein. Mit offenen Augen. So, wie es sich für einen Raben aus Metall gehört.



Autor



Mein Name ist Hans Heinrich Wimmer. Ich schreibe allerdings unter Henry Wimmer. Dieser Name ist mir über die Jahre hinweg wesentlich vertrauter, als mein richtiger. Ich zähle 62 Jahre. Bin verheiratet, habe 2 erwachsene Kinder, 2 Enkelkinder und einen reichlich verrückten Hund. Wir leben in einem winzigen Ort in der Nähe von Köln.

Ich habe bereits vor vielen Jahren mit dem Schreiben begonnen, und ich tue das noch immer voller Hingabe. Lange Zeit ist es nur für mich und einige Familienmitglieder gedacht gewesen. Hauptsächlich Reime, die ich auch gerne regelmäßig unter www.henrys-reime.de veröffentliche. Für mich ein besonderes Mittel, nach meinem stressigen beruflichen Alltag, in der Geschäftsleitung eines mittelständischen Unternehmens abschalten zu können. 
Irgendwann aber habe ich den Schritt gewagt und bin mit meiner Fantasy Trilogie um den Zwerg Steinwart Wurzelknopf auf einen Verlag zugegangen. Schweitzerhaus Verlag in Lindlar. Dieser hat mich unter Vertrag genommen, und wir haben die Trilogie (ca. 1.800 Seiten) in den Jahren 2014 bis 2016 herausgebracht. Die Kritiken meiner Leser sind sehr erfreulich.

Zwischenzeitlich habe ich weitere acht Manuskripte vollständig geschrieben.

Eines davon ist die Geschichte um den Raben Oskar. Ich habe den Verlag gewechselt. Das Kinderbuch, welches sich aber auch sehr gut für im Herzen jung gebliebene Erwachsene eignet, ist vor wenigen Wochen unter dem Titel „Der Rabe Oskar und das verschwundene Armband“ erschienen. Inzwischen schreibe ich bereits an der 5. Fortsetzung.

Einmal jährlich veranstalte ich mit meiner Frau eine Lesung im Hof unseres Fachwerkhauses zugunsten des Kinderhospiz Olpe. Hier ein Link zur diesjährigen Lesung. Wir freuen uns. Spenden in Höhe von €2.260 in Kürze übergeben zu können.
http://www.bm-tv.de/index.php/elsdorf/5720-buchvorstellung-mit-henry-wimmer-aus-grouven

Dienstag, 10. Oktober 2017

Auf der Spur des Abenteuers mit Henry und Saro von Yani Nara



Klappentext

Schnüffle wie ein Hund und denke wie ein Mensch! Begleite den neunjährigen Henry und seine Hündin Saro einen ganzen Sommer lang. Sei bei ihren spannenden Ausflügen dabei und erlebe, wie wahre Freunde selbst in den gefährlichsten Momenten zueinander halten. Folge Henry und Saro – Auf der Spur des Abenteuers!
Eine lustige, abenteuerliche und emotionale Geschichte für Kinder ab 7 Jahren, über die Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Die Erzählung bietet durch altersgerechten Sprachgebrauch und spannende Elemente selbst lesefaulen Kindern Anreiz, bis ganz zum Schluss zu lesen. Durch den Perspektivenwechsel der erzählenden Hauptfiguren erleben die Leser die Abenteuer von Henry und Saro haut- bzw. fellnah mit.
Erhältlich bei Amazon.



Leseprobe zu „Auf der Spur des Abenteuers – mit Henry und Saro“

Zu zweit
„Papa hat gesagt, für den Anfang sollst du nur bis zur kleinen Brücke gehen. Spiel danach noch ein bisschen mit Saro auf der Wiese, das ist auch okay!“, rief meine Mutter laut und deutlich vom Balkon auf die Straße herunter. Herrje, war mir das peinlich, ich war schließlich nicht mehr sechs. Ich rollte mit den Augen und hoffte, dass sie es von dort oben sah, obwohl sie ihre Brille gerade nicht trug. „Ja, Mama“, antwortete ich. Schnell drehten Saro und ich ihr den Rücken zu und marschierten los. Ich schaute zu Saro hinab, die Hündin trottete glücklich neben mir her. Es war, obwohl es schon nach fünf Uhr war, immer noch ziemlich warm, und ihre Zunge hing lang aus dem Maul. Bis zur ersten Brücke durften wir nur gehen. Das war wirklich nicht besonders weit. Ich schaute die Straße entlang, die ich mit meinen Eltern und Saro zusammen bestimmt schon hunderte Male gegangen war. Von den meisten Nachbarn in der Straße kannte ich die Vor- und Nachnamen. Freundlich grüßte ich meine Nachbarin, die gerade in ihrem Garten Rosen schnitt. „Hallo Frau Brönner!“, rief ich ihr zu, und sie winkte lächelnd zurück. Saro wirkte bisher nicht so, als ob sie meine Eltern auf dem Spaziergang vermissen würde. Glücklich hechelnd schaute sie mich an. Die Hündin war nun schon so groß, dass sie mir bis zum Oberschenkel reichte. Ich war erleichtert, dass sie nicht zu stark an ihrer grünen Leine zog.
Wir ließen das Ende der Straße bald hinter uns und durchquerten eine kleine Unterführung, in der es gespenstisch hallte. Bei jedem Schritt hatte man das Gefühl, ein unsichtbarer Verfolger sei einem auf der Spur. Es war immer ungemütlich dunkel hier. Es standen viele komische Sprüche an den Wänden, und ich hatte schnell aufgehört, sie zu lesen, als ich es endlich konnte. Saro zog an ihrer Leine und beeilte sich, durch die Unterführung zu kommen. Ich hatte nichts dagegen einzuwenden, und wir joggten gemeinsam los. Schließlich wollte ich nicht wie ein kleines Baby einfach losrennen.
Die Brücke, zu der wir wollten, lag nur einen Katzensprung entfernt von hier. Das hier war mein erster Ausflug ganz allein, mit meiner besten Hunde-Freundin Saro – darauf hatte ich schon sehr lange gewartet. Uns beiden würde die nächsten drei Wochen, auch ohne Paul, ganz bestimmt nicht langweilig werden.
An der großen Wiese neben der Brücke angekommen, traute ich mich zunächst nicht, Saro von der Leine zu lassen. Ich war schon dabei gewesen, als der Jagdtrieb die Hündin gepackt hatte. Sie war einem Reh quer durch den halben Wald gefolgt. Papa konnte sie nur mit großer Mühe wiederfinden und zurückbringen. Deshalb rannten Saro und ich erst einmal gemeinsam durch das kniehohe Gras, ihre Leine hielt ich locker in der Hand. Dabei scheuchten wir Grashüpfer, Fliegen und Bienen auf. Es fuhren zum Glück keine Autos hier, und Rehe oder Eichhörnchen sah ich auch keine. Damit wir besser toben konnten, ließ ich die Hündin schon bald von der Leine. Die reifen Schirmchen der Pusteblumen stoben in alle Himmelsrichtungen davon, als wir Fangen spielten. Wie wild jagten wir uns gegenseitig über das unbestellte Feld. Irgendwann waren wir beide außer Atem und setzten uns nebeneinander an den Wegrand. Ich holte mir die Pusteblumen aus den blonden Locken und klopfte sie von meiner kurzen Hose ab. Danach streichelte ich Saro ausgiebig. Dabei zupfte ich ihr die letzten Grashalme, die von unserer Schlacht hängen geblieben waren, aus dem Fell. Ihr feuerrotes Fell war lang und weich. Nur auf dem Rücken, entlang der Wirbelsäule, verlief ein Haarstreifen, der sich borstig anfühlte. Dieser Streifen Haar war länger und wuchs in eine andere Richtung als das restliche Fell. Am liebsten mochte ich an diesem Haarstreifen, dass er zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter aufgestellt war. Er sah aus wie eine Frisur, die man Irokesenschnitt nennt. Papa sagt, Saro sei ein Mischling, und den besonderen Haarstreifen habe sie, weil ihre Mutter zu einer Hunderasse gehört, die Ridgeback heißt.


Über die Autorin

Noch bevor sie die Bedeutung vieler Worte verstand, liebte Yani Nara es Geschichten zu lauschen. Am Abend, wünschte sie sich zum Einschlafen oft ihre Lieblingsgeschichte von der Maus, die Gefühle und Gerüche sammeln konnte. Am Wochenende, um kurz nach fünf Uhr morgens, wenn alle noch schliefen, schlich sie sich vor den Fernseher, um Märchen anzuschauen. Während des Spielens lief im Hintergrund eine Hörbuch-Kassette und an Geburtstagen wurden Familienmitglieder mit aufwendig inszenierten Aufführungen im hauseigenen Kasperletheater beglückt. Und obwohl ihre ältere Schwester standhaft behauptete, Yani könne nicht lesen, begann sie schon bald, alle Bücher die ihr in die Hände fielen, in Windeseile auszulesen.
Die Autorin wurde 1988 in Deutschland geboren und studierte an der Universität von Mainz Erziehungswissenschaften und Philosophie. Während und nach dem Studium arbeitete sie in verschiedenen pädagogischen Einrichtungen, zumeist als Kummerkasten, Beraterin und Unterhalterin. Yani Nara verreiste in ihrer Kindheit häufig innerhalb Europas und nach ihrer Schulzeit dehnten sich ihre Reisen aus, auf weiter entfernte Ziele. Für die Eindrücke, die sie auf Reisen bekam, die Erfahrungen die sie während ihrer Arbeit als Sozialpädagogin sammelte, und den allgemeinen Wahnsinn des Alltags, benötigte Yanis blühende Phantasie bald ein Ventil. Sie begann zu schreiben, zunächst aber nur für sich selbst und Freunde.
Nach einer längeren Reise entschied sie sich, ihre Geschichten unter dem Pseudonym Yani Nara zu veröffentlichen und Autorin zu werden. Schließlich gibt es viele Wege, um Menschen glücklich, und die Welt noch ein bisschen schöner zu machen.  Frei nach dem Zitat: „Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen mehr. Der Planet braucht dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Art“ (Dalai Lama).

Homepage der Autorin: www.livingbooks.net


Dienstag, 1. August 2017

Tilda und das Glitzerding von Annika Bützler

Klappentext
Kennt ihr schon die kleine Schildkröte namens Tilda?
Nein? Na, dann wird es aber höchste Zeit! Kommt mit in die fantastische Unterwasserwelt und erlebt mit Tilda ihr erstes Abenteuer und was sie dort für eine geheimnisvolle Entdeckung macht. Lernt mit ihr zusammen den grummeligen Oktopus Hanno kennen und seid dabei, wie die beiden das Rätsel um Tildas Entdeckung lüften.
Erhältlich bei  BoD und im FanZauberShop
ISBN ISBN-13: 978-3-9470-8301-5







Tilda und das Glitzerding

„Hey, du, was machst du da?“
Die kleine Schildkröte Tilda zuckte erschrocken zusammen. Sie hatte doch nur einmal nachgeschaut, was da so schön glitzerte. Dort unten am Meeresboden, zwischen all den Muscheln und den Korallen.
„Wer, ich?“ Tilda drehte sich mit großen Augen langsam um.
„Ja, genau, du“, sagte der Oktopus genervt und verdrehte die Augen. „Oder siehst du hier etwa noch jemanden, der den Kopf in den Sand steckt? Also ich jedenfalls nicht.“ Er schüttelte sichtbar mit dem Kopf.
Tilda versuchte, sich zu erklären. Sie konnte dem Oktopus doch nichts von ihrer geheimen Entdeckung erzählen. „Ich … hm … ja …, ich wollte doch nur …“, stotterte die kleine Schildkröte.
„Meine Güte, stottere hier doch nicht so herum“, raunzte der rotfarbene Oktopus ungehalten und fuchtelte mit seinen acht Armen. Die kleine Schildkröte fasste ihren ganzen Mut zusammen.
„Ich habe hier nur etwas gesucht, mehr nicht“, antwortete sie, ohne Luft zu holen, und etwas unfreundlich. Tilda war selbst erstaunt über sich, denn eigentlich war die kleine Schildkröte sonst sehr schüchtern.

Der Oktopus schaute sie entsetzt an, mit dieser patzigen Antwort hatte er nicht gerechnet. Er senkte den Kopf und schwamm plötzlich davon. Seine acht Arme hingen dabei traurig an ihm herunter.Die kleine Schildkröte Tilda schaute ihm überrascht hinterher. „Was habe ich denn nur falsch gemacht?“, fragte sie sich und kratzte sich am Kopf. Sie blickte dem Oktopus noch eine Weile nach und überlegte eifrig, aber es wollte ihr einfach nicht einfallen.
„Na, egal“, dachte sie sich irgendwann. „Er war ja auch nicht gerade freundlich zu mir, der Herr Oktopus“, sagte sie und zuckte mit den Schultern.
Tilda schaute sich wieder nach ihrer Entdeckung um. Sie wollte ja zu gerne wissen, was da unten Geheimnisvolles im Sand lag. „Es sieht wunderschön aus, wie es glitzert und blinkt, ein wahrer Traum“, dachte Tilda laut und griff danach. Als sie es in ihren Flossen hielt, drehte und wendete sie es ein paarmal hin und her. „Was ist denn das überhaupt für ein Glitzerding?“, fragte sich die kleine Schildkröte. „Hm, es ist ganz rund und fühlt sich wunderbar glatt an“, fachsimpelte Tilda vor sich hin. „Und es steckt ein Stein darauf, der in einem wunderschönen Rot funkelt“, fuhr sie fort. „Ach.“ Tilda ärgerte sich. „Hätte ich doch bloß den Oktopus gefragt. Der weiß bestimmt, was das für ein Ding ist“, meinte sie. Sanft berührte sie mit der linken Flosse den rot schimmernden Stein. Dann hatte Tilda eine Idee: Sie würde den Oktopus suchen und ihn einfach fragen, um was es sich bei diesem Glitzerding handelt. „In welche Richtung ist er denn bloß geschwommen?“, überlegte sie angestrengt.

Vita:
Annika Bützler lebt mit Mann und Tochter auf dem Land. Sie arbeitet gerne kreativ mit Schmuck und stellt nach Kundenwünschen Lesezeichen und Co her.
Basteln und Malen mit ihrer Tochter empfindet sie als pure Entspannung. Als ihre Tochter von einem Film über eine Meeresschildkröte erzählte, der in der Schulklasse gezeigt wurde, ließ sie diese Schildkröte einfach nicht mehr los. So enstand die erste Geschichte mit der kleinen Schildkröte Tilda. Mittlerweile ist Band zwei in Arbeit, dem hoffentlich noch viele Geschichten von Tilda und anderen Figuren folgen werden.
https://www.facebook.com/AnnikaBuetzler/