Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren
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Dienstag, 27. Juni 2017

Peter, der kleine Katzen-Kommissar von Britta Banowski

Ein Kinder-Krimi


Kurzbeschreibung

Peter, ein kleiner Hauskater mit kommunikativ starken Eigenschaften, übernimmt die Arbeit der Polizei. Eine Entführung eines ausländischen Mädchens macht ihn neugierig, und weil er helfen will, holt er sich immer die Hilfe, die er gerade braucht, auf ganz eigene Art und Weise. Dabei findet er tierische Freunde, die ihn unterstützen.

Aber es kommt auch noch zu einer Geiselnahme auf See, weil Peter eigentlich Urlaub machen möchte, muss nebenbei einen Pinguin aus einem Container befreien und Delphine, sowie die Bundeswehr und auch ein Professor der Uni Berlin helfen bei den Ermittlungen

Dieses Buch ist der Anfang einer Krimi-Serie.

Britta Banowski sein Frauchen ist immer da, wenn Peter Hilfe braucht. Sie ist und bleibt sein „Zu Hause“, ihr ist er treu und er beschützt sie. Britta Banowski aus Hannover ist Katzenhalterin und besitzt nicht nur Peter, sondern noch zwei andere Katzen. Sie versteht die Sprache der Katzen, weil sie jahrelange Erfahrung mit ihnen hat. Im Krimi selbst hält sie sich im Hintergrund, weil Peter von allein die Ermittlungsarbeit übernimmt, durch seine eigene Neugier.
Erhältlich bei Amazon.


1. Ich stelle mich erst einmal vor

„Gestatten?, ich bin Peter, ein ganz normaler Hauskater.
Ich habe braun getigertes Fell und bin recht klein, für einen Kater meiner Sorte, was soviel heißt wie englisch Kurzhaar-Katze.
Mein Fell ist zwar nicht so seidig, wie das einer Perser-katze, aber es glänzt, wenn man darüber streicht.
Eigentlich bin ich nichts besonderes, aber mein Gespür für kriminalistische Detektiv-Arbeit und Beobachtungsgabe habe ich schon früh erkannt.
Denn wir Katzen können im Dunklen viel mehr sehen, als Ihr Menschen und haben dazu noch vier mal mehr Geruchsnerven in unserer Nase, als Ihr.
Und gerade deshalb ist kein Dieb, Erpresser, Einbrecher oder ähnlicher Krimineller vor mir sicher.
Und eine besondere Eigenschaft machte mich zu einem sprechenden Kater, ich kann mich durch mauzen verständigen, ählich, wie sich Menschen unterhalten, aber eben nur fast.
Ich wohne bei meinen Besitzern, einem Ehepaar mittleren Alters und habe sogar ein paar nette Damen um mich herum. Darf ich vorstellen? „Sissi ist meine Schwester, eine zierliche Katzendame aus der Familie der Karthäuser-Katzen und „Trixi“,eine schwarz-weiß gemusterte Katzendame, älter als ich, und meine stets ergebene Chefin, denn sie war vor uns in dieser Familie, und sie sind es, die ich mit allen Mitteln beschützen werde.
Ich zog zu dieser Familie, weil Trixi ihre anderen beiden Kater ziehen lassen musste, was so viel heißt wie, sie sind schon gestorben, aber jeder muss einmal gehen, und so blieb sie allein zurück, und war total unglücklich.
Als wir, Sissi und ich, dann eines Abends bei der Familie ankamen, mussten wir uns erst aneinander gewöhnen, das ist so üblich in der Katzengesellschaft, denn jeder von uns hat eine bestimmte Rolle und seinen bestimmten Rang und den hat er sein ganzes Leben zu     befolgen.
Nun, diese Familie hat auch eine große Terasse, auf der ich mich mit meinen Damen im Sand wühlen, aus einem großen Trog Wasser trinken oder auch mal am Apfel-Baum unsere Krallen wetzen kann.Und dort sitze ich, und beobachte die Leute, die vorübergehen, Kinder, die im Sand spielen, deren Eltern, die auf einer Bank sitzen und sich unterhalten. Aber eines Tages geschah etwas, womit ich nicht gerechnet habe, oder was ich nicht voraussehen konnte.

Mein erster Fall beginnt

Eines Tages, ich saß wie jeden Tag vorne am Terassen-Tor, hörte ich ein leises Wimmern, nicht laut, aber so dass meine guten Katzenohren es hören konnten.
Ich wollte natürlich wissen, was das war, ob jemand Hilfe braucht, oder so.
Also sprang ich über das Tor und ging dem „Wimmern“ entgegen.
Katzen sind von Natur aus ja neugierig.
Erst einmal musste ich ja das Geräusch orten, damit ich wusste, aus welcher Richtung dieses „Wimmern“ kam.
Ich ging also über den Spielplatz, als das Geräusch immer lauter und deutlicher wurde.
Der Spielplatz ist eigentlich nur ein großer Sandkasten aber groß genug, dass mehrere Kinder sich nicht in die Quere kommen beim Buddeln.
„Hilfe, Hilfe!“, jetzt hörte ich deutlich eine Mädchen-Stimme, die immer wieder diese Worte rief.
„Braucht dort jemand Hilfe?“, dachte ich noch, und stand plötzlich vor einer Eingangstür, mit großen Fenstern, aber die war leider verschlossen.
Diese Einganstür gehört zu einem großen weißen Haus, mit mehreren Mietparteien.
Erst hatte ich ja auch Angst, weil ich nicht wusste, was mich erwartete, aber als die Tür dann von innen aufgestoßen wurde, und das „Hilfe“-Rufen immer lauter wurde, besiegte ich meine eigene Furcht, und ging immer meiner kriminalistischen Nase, und meinem Bauchgefühl nach.
Ich ging instinktiv erst runter in die untere Etage.
Denn meist werden Menschen in Kellerräumen festgehalten, und versteckt, das sagte mir mein Verstand.
Und der sollte mich wieder einmal nicht betrügen.
Dort war es dunkel und nur meine Schnurrhaare verrieten mir den Weg.
Das Rufen wurde immer lauter, aber ich konnte ja nichts sehen, geschweige denn reagieren.
Als ich aber vor einer Metall-Tür stand wurde das Rufen zwar lauter, aber ich kam dort nicht rein.
Ich kratzte, miaute und versuchte alles, diese Tür zu öffnen, aber alle Versuche scheiterten kläglich, denn meine Kraft reichte einfach nicht aus, diese große Tür aufzumachen.
„Was also tun?“, dachte ich noch, aber im gleichen Moment  hörte ich Schritte, die die Treppe herunterkamen.
Tapp- Tapp- Tapp, machte es und kamen immer näher, mir wurde wieder richtig mulmig zumute.
„Jetzt nur schnell weg!“, dachte ich, und flugs schlich ich typisch nach Katzenart die Treppe runter, und verbarg mich erst mal unter dem Treppenvorsatz, damit man mich nicht sehen konnte.
Als die Schritte immer näher kamen, nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und rannte an einer Person vorbei hoch in die Etage, wo ich herkam und.... „Gott sei Dank, die Tür steht noch offen“, dachte ich, und rannte durch die offen gelassene Glastür nach Hause.
Mein Frauchen hatte bereits die Balkon-Tür wieder geschlossen, denn es war ja schon etwas dunkel geworden.
Also wartete ich geduldig, bis sie die Tür wieder
aufmachte und mich herein ließ.
Drinnen in der Wohnung, wurde auch ich immer unruhiger, denn ich wollte ja dem Mädchen helfen, was da unten im Keller gefangen war.
„Aber wie spreche ich mit meinen Besitzern, die kein Wort auf Katzensprache verstehen?“
Ich miaute, jammerte, lief im Zimmer hin und her, kratzte wieder und wieder an der Balkon-Tür, bis mein Frauchen mich fragte: „Peter, was hast du denn?“
Ich miaute wieder und kratzte wieder an der Scheibe, als mein Frauchen mir folgte.
Denn ich schaute mich immer wieder um, ob sie mir auch folgt.
Als die Tür aufging, sprang ich, wie von einer Tranantel gestochen, wieder über das Terassen-Tor und lief zu der Stelle, wo ich das „Hilfe, Hilfe das erste Mal gehört hatte.
Abermals stand ich vor der Glastür, und miaute ganz fürchterlich.
Jetzt erst wurde meinem Frauchen bewusst, das irgend etwas nicht stimmte.
Sie kam hinter mir her, in der Hoffnung was heraus zu finden, und den Grund für meine komischen Gebaren zu erfahren.
„Was hast du denn!“ fragte sie mich abermals, aber ich lief unruhig hin und her, immer an ihren Beinen anschmiegend, so als wollte ich ihr sagen: „Hier braucht jemand Hilfe!“ aber ich kann das nicht alleine.
Ich bin nur eine Katze, du als Erwachsene Frau kannst mir jetzt die Tür aufmachen, oder eine Lösung finden, die Tür zu
öffnen.
Ich wusste, dass mein Frauchen mal als Pflegerin gearbeitet hat, und so meistens erst klingeln musste, um sich Zutritt zum Haus oder zur Wohnung zu verschaffen.
„Bitte öffnen Sie!“ „Hier ist die Polizei!“ rief mein Frauchen durch den Sprechfunk unten am Klingelschild.
Das stimmte natürlich nicht, aber eine andere Lösung hatte auch mein Frauchen gerade nicht parat.
Der Summer der Tür war zu hören, und die Tür ging auf, ich schlich hinein und mein Frauchen folgte mir.
„Wo willst du denn hin?“ fragte mich meine Besitzerin wieder, aber ich war schon in Gedanken bei dem Mädchen, das um Hilfe gerufen hatte.
Ich lief langsam, wie vorher, auch die Treppe hinunter, und da war es wieder das Rufen „Hilfe, Hilfe!“.
Erst jetzt verstand mein Frauchen, warum sie mir folgen sollte.
Sie zog an der Stahltür, aber auch sie bekam sie nicht auf.
„Ich muss jemanden finden, der einen Schlüssel für diese Tür hat!“ sagte sie mir noch, aber sie war schon schnurstracks nach oben gelaufen und fragte jetzt im ganzen Haus nach, ob irgend jemand einen Schlüssel besaß, der zu dieser Stahltür passte.
Ein Mann in diesem Haus war es dann auch, der meinem Frauchen den Schlüssel gab, der zu dieser Stahltür gehörte und wir endlich nachschauen konnten, was da immer um Hilfe rief.

Wir gingen beide hinein, in eine unbekannte, dunkle Welt.
Unten rauschte es, weil die Heizungsanlage ja schon angestellt war.
Aber das war nicht alles.
In diesem Kellergewölbe, was größer war, als wir es vermutet hatten,  waren ein paar Nieschen und da gab es auch Türen, die dunkel angestrichen, einem noch mehr Angst machten, als wir sowie so schon hatten.
Wir gingen vorsichtig, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, das kleine Mädchen zu finden, was um Hilfe gerufen hatte.
Aber gerade jetzt, wo wir sie nur am Rufen hätten orten können, blieb es ruhig.
Uns blieb nichts weiter übrig, als erst mal nach einem Licht Ausschau zu halten, denn Streichölzer waren auf die Dauer aufgebraucht.
Sie dachte nach und kam auf die Idee, das Handy-Licht zu benutzen, und das tat sie dann auch.
Also unternahm mein Frauchen die Initiative, und rief in die Dunkelheit: „Wo bist Du?“
„Hier!“, antwortete es erst leise, aber je näher wir durch die dunklen Gewölbe liefen, immer lauter werdend.
„Wo?“ „Wir können dich nicht finden!“ Und sie leuchtete in die Richtung, aus der die Rufe kamen.
Hinten an der letzten Tür angekommen, rief es wieder, und jetzt direkt vor uns „Hier!“.
„Ok, Wir haben dich gefunden, aber die Tür ist auch verschlossen, wie die anderen vorher, wir müssen eine Lösung finden, dich dort herauszuholen!“, antwortete mein Frauchen, mit beruhigender Stimme. so als wollte sie nicht nur meine Angst, sondern auch ihre eigene vor anderen verbergen.
Im Schein des Handy-Lichts erblickte sie eine Brechstange, die an die Wand gelehnt war.
„Ah, ich habe hier ein Brecheisen gefunden, und versuche jetzt zu dir rein zukommen“, sagte mein Frauchen.
Sie nahm mit beherztem Griff die Brechstange in beide Hände und versuchte, das Schloss, welches dort verschlossen baumelte, zu lösen.
Auf einmal knackte es, und das Schloss samt Scharnier fiel zu Boden.
Ganz langsam, löste mein Frauchchen den restlichen Verschluss von der Tür, und zog langsam und bedächtig die Tür auf.
Sie leuchtete den Raum ab, und sah hinten in der hintersten Ecke ein kleines Mädchen sitzen, die Beine mit den Armen umfassend, und zitternd vor Angst und vielleicht auch Kälte.
Denn es war ja schon Ende Oktober, die warmen Tage waren längst vorbei, aber das Mädchen war nur mit einem Sommerkleid bekleidet, so wie man es an sehr heißen Tagen trägt.
„Wer bist du, und wie kommst du hier her?“, fragte mein Frauchen das vor ihr sitzende Mädchen.
Ich schnurrte um die Beine des Mädchens, damit ihr wärmer wurde, und versuchte sie auf meine ganz eigene Art zu beruhigen.
Das schien auch seine Wirkung nicht zu verfehlen, und sie fing auf einmal an zu erzählen:

Britta Banowski wurde 1969 im brandenburgischen Schwedt als älteste Tochter einer ganz normalen Arbeiter-Familie geboren. Sie absolvierte in der DDR 10 Jahre die Polytechnische Oberschule und erlernte den Beruf einer Elektronikerin. Britta hat 3 Söhne. Bedingt durch Arbeitssuche zog sie 2003 mit ihrer Familie nach Hannover. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Altenpflegerin und arbeitete in diesem Beruf bis das Schicksal erneut zuschlug.
 
Hin und wieder schrieb Britta Banowski Gedichte, die sich mit der Zeit in ihrer Schublade stapelten. So beschloss sie im Dezember 2015 den ersten Teil der "10-Minuten Gedichte“ zu veröffentlichen.
Und nach 6 Monaten wurde auch Teil 2 dieser 10-Minuten Gedichte veröffentlicht.
Diese Gedichte sind jeweils in 10 Minuten entstanden und sollen zum Schmunzeln - aber auch zum Nachdenken - einladen. Jedes Gedicht beinhaltet eine Pointe. Mittlerweile hat sie das Genre gewechselt und schreibt Kinder-Krimis „Peter, der kleine Katzenkommissar" kam am 10.4. 2017 über den Brokatbook-Verlag in die Läden

Aber Britta Banowski kann noch mehr. Sie betreibt aus jahrelanger Familientradition Naturheilkunde, stellt selbst aus Heilkräutern Liköre und eigene Heil-Öle her, und gibt Tip`s und Ratschläge bei Erkrankungen wo nicht unbedingt ein Arzt helfen kann. Sie weiß, welches Heilkraut wo und wie im Körper wirkt und wie es angewendet werden sollte und kann. Dies erlernte sie bei ihrer Großmutter und später im Selbstversuch. Was sie nicht weiß, liest sie nach und erkundigt sich fachlich
Deswegen trägt sie das Pseudonym "Die singende Kräuterhexe" unter diesem Namen betreibt sie einen eigenen Youtube-Kanal

Dienstag, 8. März 2016

“3×4 Pfötchen und das Netz der weißen Spinne” von Marion Mollenhauer und Ingrid Siano



Kurzbeschreibung/Klappentext:


Wir, drei kleine, freche, schlaue, niedliche Terrier, trippeln, rennen, purzeln und fliegen mit unseren 3×4 Pfötchen durch ein spannendes Abenteuer in Italien. Eigentlich wollen wir, zusammen mit unserer tierlieben Menschenfamilie, den Grafs, einen ruhigen Urlaub am sonnigen Comer See verbringen. Doch dann geschieht etwas Furchtbares und wir, die 3×4 Pfötchen werden in einen aufregenden Kriminalfall verwickelt …


Die italienischen Wörter, die in der Geschichte vorkommen, haben wir mit unserem guten italienischen Freund Nando zusammen im Anhang des Buches sowie des E-Books für euch übersetzt. So könnt ihr ganz nebenbei ein bisschen Italienisch lernen.
Die Schauplätze unseres Abenteuers findet ihr auf unserer Karte vom Comer See.

Kinder ab 8 Jahre. 
Erhältlich bei Amazon als E-Book und als Taschenbuch, bei ePub oder über die Homepage.


Leseprobe „3x4 Pfötchen und das Netz der weißen Spinne“
Auszug aus dem Kapitel „Nando und „Bello Italiano”:

„Autsch!!!“ Kaily schüttelte empört ihren Kopf, so dass ihre langen, goldenen Haare nur so flogen und die rote Schleife hin und her wippte. Sie streckte ihre kleine, schwarze Knopfnase
beleidigt in die Luft und würdigte ihr Gegenüber keines Blickes. Nando – sein Vater war ein richtiger Windhund, seine Mutter eine schöne Dalmatinerdame – beugte seinen Kopf ganz tief herunter. Treuherzig blickte er dem hübschen, kleinen Yorkshire-Terrier-Mädchen in die Augen. „Och, piccolina, sei nicht beleidigt. Ich habe doch nur ein bisschen an deinem süßen Mauseohr geknabbert.“ Kaily machte ganz schmale, wütend funkelnde Katzenaugen und giftete: „Geknabbert? Hallo …? Wenn du mit deinen großen Zähnen knabberst, fühlt es sich an, als wolltest du mir das Ohr abbeißen. Außerdem hast du meine Frisur durcheinander gebracht. Wenn Mariella das sieht, wird sie mich wieder stundenlang kämmen. Siehst du, da kommt sie
schon.“ Nando hatte das Mädchen schon entdeckt und rannte ihr freudig entgegen, während Kaily mit zierlichen, eleganten Schritten, wie eine Ballerina auf vier Pfoten, hinter ihm her trippelte. „Ciao, Nando, amico mio“, freute sich Mariella, die mal wieder, zusammen mit ihren Eltern und ihren drei Hunden, in dem hübschen Häuschen am Comer See Urlaub machte.


Auszug aus dem Kapitel „Eine merkwürdige Begegnung“:
Am Fähranleger in Varenna standen bereits mehrere Autos in zwei Warteschlangen. „Na, hoffentlich ist die Fähre groß genug, um alle Wagen mitzunehmen“. Rolf Graf sah besorgt auf seine Armbanduhr. „Die nächste Fähre geht eine Viertelstunde später. Das ist immer noch früh genug“, beruhigte ihn Frau Graf. In diesem Moment trat ihr Mann heftig auf die Bremse. Der Fahrer einer großen, protzigen Limousine, an deren Motorhaube die goldenen Buchstaben „CD“ prangten, versuchte sich in die kleine Lücke zwischen dem Auto der Grafs und deren Vordermann zu schieben. „Das hat der sich so gedacht“, sagte Mariellas Vater und ließ sein Auto millimeterweise vorrollen. Schließlich setzte die Limousine zurück und reihte sich hinter ihnen als letztes Auto in die Warteschlange ein. „Warum nicht gleich so?“, brummte Herr Graf. „Habt ihr die merkwürdigen Leute in dem Auto gesehen?“, fragte Mariella. „Die Frau auf dem Rücksitz trägt eine Pelzstola mitten im Juni und die Sonnenbrille des Chauffeurs hat Spiegelgläser.“ „Kleines, jeder kann sich so kleiden, wie er möchte. Das geht uns nichts an.“ Die Stimme von Mariellas Mutter hatte einen leicht tadelnden Unterton. Herr Graf schmunzelte und sagte: „Also, ich finde auch, dass der Chauffeur wie ein Mafioso aussieht.“
Mariella beugte sich zu der Hundebox hinunter und flüsterte: „Ich weiß zwar nicht genau, was ein Mafioso ist – aber er sieht merkwürdig aus.“ Laut sagte sie: „Ich glaube, die hatten auch ’nen Hund dabei.“ „Ach herrje“, seufzte Olivia. „Ein Mafia-Hund! Und direkt hinter uns in der Warteschlange! Das hat uns gerade noch gefehlt.“ „Das wissen wir doch noch gar nicht genau“, brummelte Barny, der noch ein kleines Nickerchen gemacht hatte. „Außerdem, was soll schon passieren, solange ich bei euch bin.“ Er reckte und streckte sich ausgiebig.


Auszug aus dem Kapitel „Das Netz der weißen Spinne“:
Barny robbte bereits wie ein Indianer auf den Höhlenausgang zu. Nach ein paar Biegungen wurde es etwas heller, und man konnte nach draußen sehen. Barny erschrak. In einiger Entfernung sah er Carlotta Dubiosa und Giovanni Grasso. Sie gingen genau auf die Höhle zu. So schnell er konnte, rannte Barny zurück. „Versteckt euch, sie kommen!“ rief er schon von weitem. „Aber ’ier ist weit und breit kein Versteck. Oh, Kaily, sie werden uns finden. Sie werden uns erst elendig ver’ungern lassen und dann ausstopfen“, schluchzte Lulu verzweifelt.
„Heult nicht, kommt mit“, Nando drängte die beiden ziemlich burschikos auf den linken Höhlengang zu, vor den Signora Tarantulla ihr kunstvolles Netz gesponnen hatte.
„Schnell, legt euch hin und versucht unter dem Spinnennetz hindurchzukriechen. Vielleicht bleibt es ganz.“ Kaily und Lulu schafften es, ohne dass die Spinnenfäden an ihrem Fell kleben blieben. Aber Nando war zu groß. Er riss ein gehöriges Loch in das Spinnennetz. Die dicke, weiße Spinne hatte dem Treiben misstrauisch zugesehen. Jetzt raste sie mit ihrem bösartigen Zischen heran. Doch bevor sie losschimpfen konnte, legte Nando ganz viel Charme in seine Stimme und bat: „Signora Tarantulla, es geht um Leben und Tod. Sie sind die beste und schnellste Spinnerin, die ich kenne. Prego, sie müssen das Netz in Sekundenschnelle reparieren. Sonst sind wir verloren.“ Er schaute sich nach Barny um. „Avanti, ragazzo, mach schnell!“ Barny schüttelte den Kopf. „Pass du auf die Mädchen auf. Ich werde die Ganoven ablenken.“


Autorenvita

Die Autorinnen Marion Mollenhauer und Ingrid Siano leben in Duisburg und Düsseldorf. Sie sind seit vielen Jahren befreundet, lieben das Schreiben, das Lesen, la dolce vita und das Reisen mit ihren Terriern. In ihrem Lieblingsreiseland Italien entstand am Comer See ihr Erstlingswerk, das spannende Kinderbuch “3×4 Pfötchen und das Netz der weißen Spinne”. Nachdem die “3×4 Pfötchen” zunächst als Taschenbuch veröffentlicht wurden, gründeten Marion Mollenhauer und Ingrid Siano die e-bookautoren. Auf ihrer Webseite www.e-bookautoren.de findet man alle bisher als E-Book veröffentlichten Werke.

Neben Büchern schreibt Marion Mollenhauer Essays für Fachzeitschriften und Blogbeiträge für diverse Internetportale. Ingrid Siano widmet sich neben dem Schreiben ihrer zweiten Passion, der Fotokunst. Zusätzlich erstellt und pflegt sie alle Internetpräsenzen der beiden Autorinnen. Marion Mollenhauer und Ingrid Siano betreiben folgende Websites incl. Blogs und sind auch bei Facebook und Twitter vertreten:

Dienstag, 16. Februar 2016

Westend-Girls Band 1: Lucias erstes Reitturnier von Luisa Hartmann


 Klappentext:

+++ Freundschaft, Pferde und der erste Fall für die vier Westend-Girls +++
Lucia soll abnehmen und Sport treiben. Obwohl sie Angst vor Pferden hat, entscheidet sie sich für das Reiten – so schwer kann es ja nicht sein, auf einem Pferd zu sitzen, oder?
Zufällig erfährt sie von einem Plan, das bevorstehende Reitturnier zu sabotieren. Sie erzählt Jessica davon, die in der Schule eine Klasse über ihr ist und die sie im Reitstall trifft. Auch Jessicas Schwester Anna hat vom Arzt Reitstunden verordnet bekommen, um ihren Haltungsschaden zu korrigieren. Mit List und Tücke finden die drei noch weitere Details zu dem fiesen Plan heraus, doch beweisen können sie das alles nicht.
Erst Emine gibt den entscheidenden Hinweis auf die wahre Identität desjenigen, der hinter dem ganzen Komplott steckt. Können sie das Turnier und damit den Reiterhof im Westend retten?
 Logo und Coverillustration: Elisabeth Lottermoser

Für Mächen von 9 bis 12
Erhältlich als E-Book (Formate: mobi und epub) im 26|books-Verlag



Leseprobe:

Kapitel 3

Lucia lehnte am Torpfosten der riesigen Reithalle und hatte Magenschmerzen. Außerdem war ihr schlecht und ihre Knie zitterten, dass sie glaubte, keinen Meter mehr gehen zu können. Die Pferde waren viel größer, als sie sie in Erinnerung hatte, und obwohl nicht direkt eine Bedrohung von ihnen ausging, hatte Lucia Angst.
Aber natürlich wusste sie, dass es kein Zurück gab. Sie hatte sich entschieden, da musste sie jetzt durch. Es war alles recht schnell gegangen, zu schnell in ihren Augen. Kaum hatte sie ihren Eltern mitgeteilt, dass Reiten ihre erste Wahl war, hatte ihr Vater auch schon einen ersten Termin vereinbart. Drei Tage und drei lange Nächte zweifelte Lucia an ihrem Entschluss und fand, dass die Lästereien der Zwillinge vielleicht doch das kleinere Übel wären. Aber immer, wenn sie das Thema ansprechen wollte, fehlte ihr der Mut. Nicht einmal mit ihrer Mutter konnte sie darüber reden. Und die wusste doch sonst alles über sie. Na ja, fast alles.
Selbst Emine war keine große Hilfe gewesen.
„Probier’s doch erst mal aus, bevor du dich entscheidest. Vielleicht gefällt es dir ja sogar“, hatte sie vorgeschlagen, praktisch wie immer.
„Du hast gut reden“, hatte Lucia erwidert. „Du musst dich ja nicht auf so ein Riesenvieh setzen.“
Lucia schloss die Augen und wünschte sich sonst wohin. Doch alles um sie herum erinnerte sie daran, dass sie kurz vor ihrer ersten Reitstunde stand: sie hörte die leisen Befehle des Reitlehrers und das Schnauben der Tiere, der Sattel knarzte und schabte auf der Haut, wenn das Schulpferd am Tor vorbeikam; es roch nach Leder, ein wenig Schweiß, natürlich nach Pferd, aber auch nach Staub. Das kam vermutlich von dem erdigen Belag auf dem Hallenboden.
Lucia schaute auf ihre Uhr. Noch fünf Minuten, die letzte Galgenfrist. Ob sie doch ihrer Mutter sagen sollte, dass es nicht ginge? Mit zusammengekniffenen Augen schaute sie dem Schulpferd zu, das stetig seine Kreise lief. Der Junge, der in seinem Sattel saß, sah nicht viel glücklicher aus als Lucia sich fühlte. Ein Leidensgenosse, immerhin.
Im hinteren Teil der Reithalle lief ebenfalls ein Pferd immer im Kreis herum, aber es saß niemand im Sattel, sondern eine Gruppe von Kindern lief abwechselnd neben dem Pferd her, sprang auf seinen Rücken, vollführte Kunststücke darauf und sprang wieder herunter. Lucia hatte das schon einmal im Fernsehen gesehen, dennoch traute sie kaum ihren Augen. Du lieber Himmel, wie war es möglich, auf ein galoppierendes Pferd zu springen, das viel größer war als man selbst? Ganz davon zu schweigen, dass die Jungen und Mädchen ganz locker auf dem Pferderücken standen und sich im Rhythmus mitbewegten, als hätten sie ihr Leben lang nichts anderes getan.
Eines der Mädchen kam Lucia bekannt vor. War das nicht ...? Ja, das musste Jessica sein, die in die nächsthöhere Klasse ging. Auch das noch. Konnte man denn nirgends hingehen, ohne von jemandem beobachtet zu werden? Ausgerechnet Jessica, die schon mehrere Preise in der Leichtathletik gewonnen hatte und immer als Aushängeschild für die Schule herhalten musste. Lucia wäre am liebsten im Erdboden versunken. Doch gerade da stupste ihre Mutter sie an und sagte:
„Du bist dran. Viel Glück.“
„Hmpf“, machte Lucia und ging mit unsicheren Schritten in die Halle hinein. Der Junge kam ihr mit ähnlichen Schritten entgegen und grinste sie schief an. Wenn sie wenigstens anständige Klamotten gehabt hätte, wie die anderen Reiter, aber nein, eine alte Jeans und feste Schuhe reichten, hatte der Reitlehrer ihren Eltern gesagt. Lucia konnte natürlich verstehen, dass ihre Eltern nicht Geld für Reitklamotten ausgeben wollten, wenn nicht sicher war, ob sie dabei bleiben würde, aber wie sah das denn aus.
Jessica, die hatte natürlich eine tolle Reithose und die passenden Stiefel an und sah damit umwerfend gut aus. Aber das tat sie ja immer, mit der tollen Figur und den kurzen blonden Haaren.
Lucia wandte den Blick ab und starrte ihren künftigen Reitlehrer an. Gerd hieß er und lächelte sie nett an.
„Hallo, Lucia“, sagte er und reichte ihr die Hand. Immerhin konnte er ihren Namen richtig aussprechen, das war doch schon mal etwas.
„Hallo“, erwiderte Lucia leise.
„Das ist Rosita“, stellte Gerd das Pferd vor. „Du musst keine Angst haben, es wird dir nichts passieren.“
Sagte er das zu jedem Anfänger oder nur zu ihr? Lucia schnitt eine Grimasse.
„Wir fangen ganz langsam und gemütlich an, okay?“ Gerd machte sich am Steigbügel zu schaffen und zeigte Lucia dann, wie sie sich neben Rosita stellen musste.
„Linker Fuß in den Steigbügel.“
Klang einfach, war es aber nicht. Es fehlten ungefähr zwanzig Zentimeter. Lucia hob das Bein so sehr, dass es schon weh tat, aber der Steigbügel kam keinen Millimeter näher. Na klasse.
Mit einem „Lass mal“ verlängerte Gerd den Steigbügel noch einmal nach unten, aber trotzdem musste er dann doch noch nachhelfen, bis Lucias linker Fuß endlich im Steigbügel stand.
„Gut. Jetzt mit der linken Hand vorne am Sattel und mit der rechten hinten festhalten.“
Aha. Auch das klang einfacher als getan, denn der Sattel war einfach viel zu weit oben. Doch diesmal schaffte es Lucia ohne Gerds Hilfe. Ziemlich verdreht hing sie halb in der Luft, stand mit dem rechten Bein auf Zehenspitzen auf dem Boden. Sie gab sicher ein lustiges Bild ab.
„Schwung holen und nach oben ziehen.“
Schwung holen? Wie bitte holt man, auf Zehenspitzen stehend, Schwung? Lucia biss die Zähne zusammen und federte sich ab. Und siehe da, es funktionierte. Allerdings nur, weil Gerd kräftig mitgeholfen hatte. Nun stand Lucia im Steigbügel und fand die Höhe ziemlich erschreckend.
„Rechtes Bein über den Sattel schwingen und hinsetzen. Aber nicht plumpsen, sondern sanft in den Sattel setzen. Du willst doch Rosita nicht ins Kreuz fallen?“
Nein, wollte sie nicht, machte es aber trotzdem. Die Kraft ging ihr aus und mit einem lauten Stöhnen plumpste sie auf das harte Leder.
„Na, das war für den Anfang doch schon ganz gut“, lobte Gerd und kürzte die Steigbügel, während Lucia sich am Sattel festklammerte. Rosita hatte sich während der gesamten Aufsteigprozedur keinen Millimeter von der Stelle gerührt.
„Jetzt nimm die Zügel in die Hand“, sagte Gerd.
Wie, sie sollte den Sattel loslassen? Nein, kam überhaupt nicht in Frage. Lucia klammerte fester.
„Lucia“, sagte Gerd sehr geduldig. „Du musst den Sattel loslassen. Dir kann nichts passieren, versprochen. Nimm die Zügel in die Hand.“
Widerstrebend ließ Lucia los und nahm die Zügel in die Hand. Gerd zeigte ihr die richtige Handhaltung.
„Okay“, sagte er, als er einigermaßen zufrieden war. „Jetzt geht’s los. Wir werden heute nur den Schritt üben. Versuche, den Rhythmus des Pferdes zu spüren und mitzugehen. Zieh nicht am Zügel, sonst tust du Rosita weh.“
Rosita setzte sich in Bewegung. Es war gar nicht so schlimm, wie Lucia befürchtet hatte. Langsam und gemütlich zuckelten sie im Kreis herum. Sie warf einen Blick auf die Voltigiergruppe. Gerade sprang Jessica auf den Rücken des Pferdes, machte dort einen Handstand, stellte sich wieder auf die Füße und hüpfte anschließend mit einer schraubenförmigen Bewegung auf den sicheren Hallenboden. Gott, wenn sie das doch auch könnte. Sie wäre sicher sehr beliebt bei allen und womöglich ein gefeierter Star. Jessica zumindest hatte viele Freundinnen in der Schule, immer war sie von einer Schar Jungs und Mädchen umgeben. Emine hielt sie für arrogant. Es gab Gerüchte in der Schule, dass ihr Vater ein gefeierter ...
„Lucia, konzentriere dich bitte auf dein Pferd“, riss Gerds Stimme sie aus ihren Gedanken. „Versuche gerade zu sitzen. Kreuz nach vorne drücken, Knie an den Sattel pressen, Fußspitzen nach innen und oben. Und klammere dich nicht am Zügel fest. Das ist kein Lenkrad.“
Idiot, dachte Lucia, versuchte aber dennoch, die vorgeschrieben Haltung einzunehmen. Aber auf so viele unterschiedliche Dinge konnte sie nicht auf einmal achten. Kreuz vor, okay, aber Knie an den Sattel pressen? Ihr tat doch sowieso schon alles weh.
Die Stunde ging irgendwann vorbei, und Gerd zeigte ihr zum Schluss noch, wie sie einigermaßen elegant aus dem Sattel kam. Aber Lucia hatte einfach keine Kraft mehr und landete auf ihrem Hosenboden anstatt auf ihren Füßen.
„Aua“, sagte sie und hätte am liebsten geheult.
Gerd zog sie hoch. „Das war für den Anfang doch gar nicht so schlecht. Andere haben sich da viel dümmer angestellt“, sagte er.
Lucia sah ihn zweifelnd an. Das sagte er doch sicher zu jedem Anfänger, damit sie nicht gleich nach der ersten Stunde das Handtuch warfen. Dennoch war sie ihm dankbar dafür. Sie verabschiedete sich und stakste mit steifen Beinen Richtung Ausgang, wo sie ihre Mutter erwartete. Doch die war nicht da.


Über die Autorin


Luisa Hartmann (Jahrgang 1958) lebt mit ihrer Familie in München und schreibt deutsch und englisch. Sie hat zahlreiche Kurzgeschichten und Artikel veröffentlicht; eine ihrer Spezialitäten sind 3-Minuten-Geschichten zum Vor- und Selbstlesen. Insgesamt sind bisher acht Romane erschienen, darunter die zweisprachige Abenteuerreihe rund um Britta. Einige der Bücher wurden ins Spanische, Polnische, Ungarische, Türkische und Koreanische übersetzt.
Mehr Infos auf www.luisahartmann.eu