Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren
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Dienstag, 7. Juli 2015

Australien – Barnabas und Konrad retten die Tierkinder von Codename Kolibri



Leseabenteuer mit Barnabas

Klappentext:
Band 1 einer lustigen und spannenden Kinderbuchreihe für junge Leser, die die Welt entdecken möchten – empfohlen ab 8 Jahren

Bisher führen die Freunde Barnabas und Konrad ein ganz normales Leben wie du und ich. Doch das ändert sich schlagartig, als eines Tages ein geheimnisvoller Brief ins Haus flattert und das Leben der beiden Freunde völlig auf den Kopf stellt. Das Schreiben kommt aus Australien - Absender ist Barnabas’ Onkel Thaddäus Rosenstengel. Er hat sich zum zwölften Geburtstag seines Neffen etwas ganz Besonderes einfallen lassen, und zwar eine Einladung für die Jungs, die anstehenden Ferien auf seiner Farm im australischen Busch zu verbringen. Klar, dass die Freunde dieses verlockende Angebot nicht ausschlagen. Voller Hoffnungen auf ein großes Abenteuer machen sie sich auf die Reise. An der Seite des Aborigine-Jungen Mandu erleben die Stadtkinder aufregende Wochen im Outback, und der Wunsch nach einem atemberaubenden Abenteuer kommt selbstverständlich auch nicht zu kurz ...
Erhältlich bei Amazon.

Leseprobe:
1. Kapitel
Reisefieber
Ich konnte mein Glück kaum fassen, es war einfach unglaublich.
Mein sehnlichster Wunsch, die große weite Welt zu erkunden, war in Erfüllung gegangen.
Zusammen mit meinem besten Freund Konrad saß ich im Flugzeug … wir waren auf dem Weg nach Australien. Bereits in wenigen Stunden sollten wir dort landen.
Mein Onkel Thaddäus hatte mich eingeladen, die Ferien bei ihm auf der Farm zu verbringen. Es sollte eine Überraschung zu meinem zwölften Geburtstag sein und Konrad durfte selbstverständlich auch mitkommen, wir beide waren eh unzertrennlich.

Verträumt schaute ich dem Spiel der Wolken zu. Es war die erste Reise ohne meine Eltern. Sie hatten einen wichtigen Arbeitsauftrag angenommen und befürchteten schon in den Ferien nicht genug Zeit für mich zu haben. Da war die Einladung von meinem Onkel gerade recht gekommen.

AUSTRALIEN – ein Hauch von Abenteuer lag in der Luft!

Was uns wohl dort erwarten würde? Ich versuchte mir auszumalen, wie viele aufregende Erlebnisse uns wohl in den nächsten Wochen bevorstanden.
 Erst vor zwei Tagen hatten wir von der Reise erfahren. Der Anruf aus Australien hatte meine Familie am späten Abend erreicht und alle in helle Aufregung versetzt. Nachdem meine Eltern Onkel Thaddäus’ Vorschlag nach einigen Bedenken zugestimmt hatten, war ich rüber zu Konrad gelaufen. Der war sofort Feuer und Flamme gewesen und dank meiner Unterstützung hatten wir seine Eltern schnell überzeugen können, dass er mich unbedingt begleiten musste.
 Man kann sich leicht vorstellen, dass wir völlig aus dem Häuschen waren!
Natürlich hatte meine Neugierde mich sofort dazu veranlasst, mehr über das fremde und unbekannte Land herauszufinden.
Also hatte ich beschlossen, anstatt in der Nacht zu schlafen, meine Nase lieber in ein Buch über den geheimnisvollen Kontinent zu stecken. Alles, was mir wichtig erschien, hatte ich versucht, mir zu merken.

  „Barnabas, kommt dein Onkel uns am Flughafen abholen?“ Konrad riss mich aus meinen Gedanken. Herzhaft biss er in einen der Hotdogs, die sich vor ihm auf seinem voll beladenen Teller türmten.
„Klar, hab ich doch schon hundert Mal erzählt. Die Farm liegt weit draußen im Outback, wir müssen erst noch ein paar Stunden durch die Wüste fahren.“
„Outback? Was ist denn das?“, wollte Konrad wissen und runzelte die Stirn.
 „Als Outback bezeichnen die Australier das Hinterland, in dem kaum Menschen wohnen“, protzte ich mit meinem neu erworbenen Wissen. „Es ist sehr trocken dort, der größte Teil besteht aus Wüsten und manchmal regnet es jahrelang nicht.“
„Klingt ja mächtig spannend! Aber gibt es dort nicht jede Menge Schlangen, Skorpione und riesige Spinnen?“, angeekelt verzog Konrad das Gesicht, wobei er das Tablett, das die Stewardess vorbeibrachte, um zwei weitere Hotdogs erleichterte.
„Sicher, in Australien leben die giftigsten Schlangen der Welt.“ Ich war stolz abermals mit meinen Kenntnissen glänzen zu können.
„Zum Donnerknispel, ich glaub’ mein Klingler weckelt! Ich hoffe nicht, dass die ausgerechnet uns über den Weg laufen werden, oder besser gesagt kriechen!“ Konrad schien beeindruckt und stopfte das nächste Brötchen mit Wurst in sich hinein.
Ach ja, habe ich schon erwähnt, dass mein Freund Konrad immer hungrig war und Hotdogs mit viel Ketchup und gerösteten Zwiebeln über alles liebte?
Was man sonst noch wissen sollte? Er war der beste Kumpel, den man sich vorstellen konnte. Wir beide hingen ständig zusammen und natürlich gab es immer was zu lachen. Konrad war ein richtiger Quatschkopf und er liebte es, beim Quasseln die Buchstaben zu verdrehen, wobei dann die tollsten Wortkreationen entstanden.
Schon damals konnte man mich als etwas ruhiger und ernster beschreiben, aber so ergänzten wir uns ganz gut und kamen prima miteinander aus.
Die nächsten Minuten verbrachten wir schweigend nebeneinander, vertieft in Gedanken an unsere bevorstehenden Abenteuer, während der letzte Hotdog langsam aber sicher seinen Weg in Konrads Magen fand.




Autorenvita:
Die Autorin Marion David, geb. 1959, ist dreifache Mutter und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Aachen. Schon vor vielen Jahren hat sie damit begonnen, Geschichten für  ihre Kinder zu schreiben. Lange lagen die Manuskripte in der Schublade, bis im Jahr 2011 der Entschluss fiel, die Geschichten zu überarbeiten und diese als E-Book zu veröffentlichen. An der Entstehung der Buchreihe „Die Bücher des Barnabas Rosenstengel“ sind auch die beiden mittlerweile erwachsenen Töchter beteiligt, die ihre Mutter mit der Gestaltung der Bücher und den Illustrationen tatkräftig unterstützen. Die abenteuerlichen Tiergeschichten des Teams erscheinen unter dem Pseudonym „Codename Kolibri“. Nach dem großen Erfolg des ersten Bands „Die Reise zu den Weinenden Felsen“ setzte das kleine Familienunternehmen die Serie fort und brachte zeitgleich die Buchreihe „Leseabenteuer mit Barnabas“ für junge Leser auf den Markt.
Mittlerweile ist auch das erste Bilderbuch erschienen.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage:
http://www.barnabas-rosenstengel.de/

Dienstag, 15. April 2014

Die Tränen der Feuergöttin von Codename Kolibri



Klappentext:
Im zweiten Band der Kinderbuchreihe liest der alte Forscher Barnabas Rosenstengel seinen Nachbarskindern Emily und Noah eine atemberaubende Geschichte vor, die in der Südsee spielt. Keanu, die kleine Hawaiigans, möchte unbedingt den spektakulärsten Sportwettbewerb der Inseln, den Iron Goose, gewinnen. Alles hätte so gut laufen können, aber nicht nur die weiße Gans Nalu macht ihm das Leben schwer - Keanu wird einfach vom Pech verfolgt. Immer wieder muss er Rückschläge einstecken, die sein Ziel gefährden. Zusammen mit seinem besten Freund Kaami, einer Suppenschildkröte, sucht er Hilfe bei einer Mönchsrobbe, die auf der weit entfernten Insel Nihoa lebt. Nun gilt es viele Abenteuer zu bestehen und zu guter Letzt mischen sich auch noch die Götter ein und treiben ihr Unwesen. Hat Keanu überhaupt noch eine Chance den Wettbewerb zu gewinnen …?
Erhältlich bei Amazon.


 



Ein Gespräch unter Freunde



Lustlos stocherte Keanu in seinem Essen herum, er bekam keinen Bissen herunter.
„Ich gehe noch etwas an den Strand“, verkündete er schlecht gelaunt und sprang auf. Aus dem Schuppen holte er rasch sein Surfbrett, das er vorhin erst dort untergestellt hatte. Er benötigte jetzt dringend eine Beschäftigung, bei der er seinem Ärger Luft machen konnte.
Als er die kleine Bucht erreichte, stand die Sonne schon tief. Durch die wieder aufkommende Flut rollten bereits riesengroße Wellen auf den Strand zu. Das war genau das, was er jetzt brauchte. Keanu watete einige Meter ins kristallklare Wasser und paddelte mit seinem Brett hinaus in die Brandung. Dort wartete er auf die nächste turmhohe Welle und glitt auf ihr zurück ans Ufer. 

Viele Male wiederholte er dieses Spiel, bis er schließlich erschöpft und ausgepumpt im noch immer warmen Sand liegen blieb.
Er war restlos mit seinen Kräften am Ende, aber der Aufwand hatte sich gelohnt. Er fühlte sich besser. Seine Wut auf sich, Nalu und die Welt war verflogen und er konnte wieder klar denken.
Diese Niederlage konnte und wollte er nicht auf sich sitzen lassen. Er würde schon allen beweisen, wie gut er war.

Im Rauschen der Wellen war ihm eine Idee gekommen. In sechs Wochen fand der Iron Goose statt. Ein Wettbewerb, der jedes Jahr einmal ausgetragen wurde. Das war nur etwas für harte Kerle, eine echte Herausforderung. Ausdauer, Talent und ein aufwendiges Training wurden den Sportlern abverlangt, deshalb auch der Titel Eiserne Gans.

Der Wettbewerb setzte sich aus drei verschiedenen Sportarten, den Disziplinen Schwimmen, Laufen und Fliegen, zusammen, die man hintereinander bestreiten musste:

1.     2000 Meter schwimmen - einmal bis zur Schildkröteninsel und wieder zurück.
2.     3-mal um den großen Vulkan der Insel Maui laufen.
3.     10 Kilometer fliegen, und zwar bis zur Insel Big Island und wieder zurück.

Im letzten Monat war Keanu drei Jahre alt geworden und genau so alt musste man sein, um am Iron Goose teilnehmen zu können.
Dieser Wettkampf war das spektakulärste und größte Ereignis auf den Inseln. Nur die Allerbesten wagten sich hier, mit der Konkurrenz zu messen.
Es war auch nicht ganz ungefährlich, das wusste Keanu nur zu gut, denn sein Vater hatte regelmäßig bei den Wettbewerben mitgemacht. Vor zwei Jahren jedoch war er nach dem Schwimmwettbewerb nicht wieder an Land zurückgekehrt. Keiner wusste, was passiert war, keiner hatte etwas gesehen. Vielleicht hatten ihn einfach die Kräfte verlassen, was jedoch eher unwahrscheinlich war, denn sein Vater hatte sich wie immer in Topform befunden. Eine andere Möglichkeit bestand darin, dass er räuberischen Fischen zum Opfer gefallen war, worauf die meisten Gänse tippten.

Seine Mutter würde nicht begeistert sein, dessen war sich Keanu bewusst, aber er wollte sich durchsetzten. Sein Plan stand fest. Gleich morgen früh würde er sich auf den Weg in das kleine Städtchen Kipahulu machen und sich für den Wettkampf anmelden.

Während er so in seinen Gedanken vertieft war, hatte er überhaupt nicht gemerkt, dass er Gesellschaft bekommen hatte.
„Du siehst nicht gerade glücklich aus, Keanu … Ich habe mit meinen Eltern beim Wettbewerb zugeschaut. Das ist heute aber gar nicht gut gelaufen für dich. Diese weiße Gans hat dir die Schau gestohlen!“
Schreckhaft schaute Keanu auf und stellte verwundert fest, dass Kaami, sein bester Freund, noch schnaufend von der großen Anstrengung, neben ihm lag. Mühselig hatte die junge Suppenschildkröte sich durch den Sand bis zu ihm vorgeschoben. Mit dem schweren Panzer auf ihrem Rücken kam die Schildkröte an Land nur im Schneckentempo von der Stelle.
„Aloha, Kaami! Ich habe dich gar nicht kommen hören. Ja, das war wirklich ein schrecklicher Tag für mich. Ich war schon gut, aber leider nicht gut genug. Dieser Nalu konnte bei den Schiedsrichtern gewaltig punkten.“
„Ja, man erzählt sich viel über den Neuen, aber er soll nicht besonders beliebt sein. Nur bei den Mädchen hinterlässt er einen guten Eindruck, die stehen wohl auf weiße Federn.“
Keanu verzog das Gesicht.
„Ach, fang du nicht auch noch mit dem Quatsch an!“ Schnell versuchte er, das Thema zu wechseln. „Lass uns lieber über etwas anderes reden. Ich habe nämlich einen Entschluss gefasst. Morgen werde ich mich für den Iron Goose eintragen. Was sagst du dazu?“
Empört reckte die Schildkröte ihren faltigen Hals empor.
„Das ist nicht dein Ernst! Du weißt genau, was mit deinem Vater passiert ist. Deine Mutter wird das niemals zulassen.“
„Ich bin drei Jahre alt und kann somit frei entscheiden, ob ich mitmache oder nicht!“, erklärte Keanu trotzig.
„Oje, das riecht gewaltig nach einem Familienstreit, da herrscht bei euch aber in den kommenden Wochen dicke Luft. Deine Mutter wird einen Tobsuchtsanfall bekommen, vielleicht solltest du besser noch mal darüber nachdenken. Schade, aber es bleibt keine Zeit mehr zum Quatschen, ich muss mich jetzt auf den Weg nach Hause machen, die Sonne ist schon untergegangen. Wenn ich in einer Viertelstunde nicht auf der Schildkröteninsel bin, bekomme ich auch Ärger mit meinen Eltern. Wir sehen uns morgen!“ Damit verabschiedete sich Kaami und robbte schwerfällig wieder zurück ins Wasser.
Die Schildkröteninsel war ein kleines Eiland, nahe vor der Südspitze Mauis gelegen, und wurde ausschließlich von Suppenschildkröten bewohnt.
„Aloha, Kaami, mach’s gut. Man sieht sich!“, rief Keanu seinem Freund noch hinterher und begab sich ebenfalls auf den Heimweg.
Das würde eine harte Auseinandersetzung mit seiner Mutter werden. Aber sein Plan stand fest und er wollte alles tun, um seinen Traum, die nächste Iron Goose von Hawaii zu werden, zu verwirklichen.




Dienstag, 27. November 2012

Auf wilder Jagd nach den Krokodildieben von Antje Bärnthol



Klappentext:
Es regnet mal wieder und Sophie, die bei ihren Großeltern zu Besuch ist, ist es langweilig. So kramt Oma Gertrud das alte Fotoalbum aus der Schublade und fängt an, vom letzten Urlaub von Sophies Eltern zu erzählen…
Und plötzlich ist das Mädchen mitten in Australien und wer ist denn das? Kiru, das Känguru, braucht dringend die Hilfe der kleinen Sophie, um nach seinem verschwundenen Krokodilfreund Jack zu suchen, der in großer Gefahr zu sein scheint. Auf der Jagd nach den Entführern reisen die beiden quer durch das ganze Land und erleben viele spannende Abenteuer auf dem australischen Kontinent, bis sie am Schluss sogar selbst noch in Gefahr geraten …
Zielgruppe: abenteuerlustige Mädchen und Jungen im Alter von 8 bis 12 Jahren. Erhältlich bei amazon als E-Book oder BoD.



Auszug aus Kapitel 4: Begegnung mit dem Dingo auf Fraser Island

...
Am Zelt angekommen, richten sie sich gemütlich ein. Peter hat ihnen noch etwas Feuerholz und einen Picknickkorb mitgebracht. Er verspricht, morgens pünktlich zurück zu sein und wünscht ihnen eine gute Nacht.
Die Sonne ist mittlerweile vollständig untergegangen. Sophie und Kiru zünden das Feuer an und machen sich dann hungrig über die Sachen aus dem Korb her: herzhafte Steaksemmeln, saftige Tomaten, würzige Gemüsespieße und als Nachspeise noch ein paar typisch australische Kuchen.
Plötzlich hören sie hinter sich ein Knacken im Gebüsch. Kiru bleibt der Bissen im Halse stecken. Zitternd wendet er sich Sophie zu.
„Ha a a st du d d d das auch ge e e hört?“, stottert er.
Auch Sophie hat aufgehört zu essen und blickt sich um, doch es ist nichts zu sehen. Gerade als sie wieder in ihre Steaksemmel beißen will, knackt es erneut. Dieses Mal ist das Geräusch schon viel näher. Nun wird auch sie unruhig.
„Was mag das nur sein, Kiru?“
Fest umklammert sie ihre Taschenlampe und leuchtet ins Gebüsch, doch es ist nichts zu erkennen. Das Knacken wird immer lauter. Beide sind ganz nah aneinander gerückt.
Von Kiru hört man sogar die Zähne klappern, so sehr zittert er: „W w was ist d d d das n n nur?“
Sophie nimmt all ihren Mut zusammen und ruft laut: „Wer auch immer da ist, zeig dich und höre auf, uns Angst einzujagen!“
Dann schieben sich langsam die Zweige des Gebüsches auseinander und zähnefletschend taucht ein schmales Tier auf vier Pfoten auf. Es sieht aus wie ein Hund.
Da erinnert sich Sophie an Peters Warnung vor den Dingos, den Wildhunden, auf der Insel. Mutig spricht sie das Tier an: „Wer auch immer du bist, wir sind zu zweit und du allein, also sei vorsichtig. Du kannst gerne mit uns essen, aber wenn du uns etwas Böses willst, dann können wir uns wehren. Das hier ist nämlich Kiru, ein Kampfkänguru. Er macht jeden Gegner platt.“
Kiru blickt sie entsetzt an und meint leise zu sich selbst: „Was erzählt sie denn da? Ist sie jetzt völlig verrückt geworden?“
Doch der Bluff scheint gewirkt zu haben.
Der Dingo nähert sich mit eingezogenem Schwanz: „Ist ja schon gut, ich wollte euch nur ein wenig Angst einjagen. Eigentlich tue ich niemandem etwas, aber ich habe Hunger, dürfte ich vielleicht auf dein Angebot mit dem Essen zurückkommen?“
Nachdem sie sich einander vorgestellt haben, setzt sich der Dingo zu den beiden und verspeist genüsslich das ihm angebotene Fleisch. Kiru ist zwar noch etwas misstrauisch, aber nachdem der wilde Hund, der sich als Tim vorgestellt hat, keine Anstalten macht, ihnen etwas zu tun, entspannt auch er sich.
„Warum hat uns Peter vor euch gewarnt, du scheinst ja ganz nett zu sein?“, fragt ihn das Känguru.
„Die Warnung ist schon richtig, wenn wir im Rudel, also in einer großen Gruppe unterwegs sind, können wir ganz schön ungemütlich werden. Dann will jeder zeigen, dass er der Beste und Stärkste ist. Wenn man uns aber näher kennenlernt, sind wir ganz zahm und lieb. Wir sind nur nicht gerne hungrig, dann werden wir auch mal etwas aggressiv.“
Das kann Kiru verstehen, wenn er Hunger hat, ist er auch immer schlecht gelaunt.
„Und bist du wirklich ein Kampfkänguru?“, fragt Tim, der von Kiru noch respektvoll Abstand hält.
„Klar“, plustert dieser sich auf, „das sieht man doch.“
Und er zeigt Tim seine dünnen Ärmchen.
Sophie kann sich das Lachen kaum verkneifen, um abzulenken, bittet sie den Dingo, etwas von der Insel zu erzählen.
Dieser lässt sich nicht lange bitten und beginnt: „Wir leben hier auf der größten Sandinsel der Welt, das habt ihr ja schon mitbekommen. Die Aborigines, die Ureinwohner Australiens, nennen das hier in ihrer Sprache Paradies. Für uns ist es das auch, wenn nur nicht immer so viele Touristen kämen. Hier gibt es ganz viele Süßwasserseen, in denen man toll baden kann. Im Meer würde ich aber nicht schwimmen, die Strömungen sind ganz schön heftig und außerdem gibt es viele Haie, die ganz nah an den Strand kommen. Am Strand liegt ein altes Wrack, das ein Zyklon, also ein heftiger Wirbelsturm, hier …“
„Ein Wrack?“, unterbricht ihn Kiru, „Genau das suchen wir doch, darum sind wir hier! Wo ist es, können wir jetzt sofort dorthin gehen?
„Was wollt ihr denn von der alten Maheno?“, fragt Tim erstaunt.
Und dann erzählen ihm Sophie und Kiru ihre ganze Geschichte und Tim hört gespannt zu. Gemeinsam beschließen sie aber, bis zum Morgen zu warten, um sich bei Tageslicht das Wrack einmal genauer anzusehen. Sie hoffen, dort weitere Hinweise zu finden, was Tim allerdings sehr bezweifelt.
Satt und zufrieden setzen sie sich an das Feuer und kuscheln sich in ihre Schlafsäcke. Da die Nacht so schön warm ist, haben sie beschlossen, draußen zu schlafen. Über ihnen erstrahlt ein wunderschöner Sternenhimmel. Im Gebüsch hört man die Geckos hin und her flitzen. Kiru und Sophie schließen die Augen und lassen sich von dem Knacken des Feuers und dem leisen Säuseln des Windes in den Schlaf wiegen. In der Ferne hört man das Meer rauschen und hier und da das Jaulen eines Dingos. Aber sie wissen ja nun, dass diese sehr nett sein können, außerdem haben sie Tim dabei, der sie im Notfall beschützen kann. 

Leserstmme;

"(...) Die Geschichte handelt an verschiedenen Orten Australiens. So gibt es Abenteuer zu bestehen in Sydney, Byron Bay, Fraser Island, dem tropischen Nordosten am Riff, in Adelaide, dem roten Zentrum und Darwin. Im Text selbst wird immer wieder darauf eingegangen wie Sophie und ihr Känguru sich orientieren, es ist also eine richtige Reisegeschichte. Für Kinder, die gerne unterwegs sind, sind diese Passagen ganz reizvoll. Ein anderes Element, das eingestreut wurde, sind Geschichten über Kängurus und Krokodile wie sie die Ureinwohner erzählen.(...)"

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