Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren
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Dienstag, 25. Juli 2017

Mit Nepomuck auf Weltreise von Christine Erdiç



Wie funktioniert eigentlich ein Heißluftballon, und wie leben die Eskimos heute? Was passiert, wenn ein norwegischer Kobold auf einen irischen Leprechaun trifft, und was kann man im Karina-Verlag so alles anstellen? Begleitet den lustigen Kobold Nepomuck auf seinen Reisen durch Europa, Asien, Amerika, Afrika und Australien und lernt Menschen, Tiere und verschiedene Kulturen hautnah kennen. Folgt ihm auf den Spuren der Hobbits, und werft mit ihm seinen ersten Bumerang. Die tollsten Abenteuer warten auf euch, denn wo Nepomuck sein Unwesen treibt, da wird es nie langweilig!

Für Kinder ab 5 Jahre
Erhältlich bei Amazon, Karina Verlag, Bücher.de, Weltbild und Thalia




Leseprobe:


Hobbits und Pinguine
Nepomuck kennt die Hobbits aus den Filmen „Der Hobbit” und „Herr der Ringe”. Fasziniert begutachtet er die 44 Hobbithöhlen, die geschickt in ein grünes Auengelände eingepasst und durch Wege miteinander verbunden sind. Es gibt außerdem Mini-Seen, kleine Bäche, eine klappernde Wassermühle, eine steinerne Brücke und liebevoll mit Blumen und Obstbäumen bepflanzte Gärten mit Holzzäunen und Minibriefkästen. Ganz wie im Film. Alle sind begeistert. Der große Eichenbaum vor Bilbos Haus besteht allerdings nur aus Plastik.
„Der ist ja gar nicht echt!“, ruft Nepomuck etwas enttäuscht. Dafür hat man von hier oben aber einen schönen Blick über ganz Hobbingen. Das entschädigt. Ein guter Platz für ein Picknick mit Keksen und Limonade, findet der Kobold.
„Die Hobbits haben auch immer Hunger, genau wie Nepomuck“, lacht Kathy.
„Wo sind denn nun eigentlich die Hobbits?“, erkundigt sich der Koboldjunge, der nur auf ein Stichwort gewartet hat.
„Aber Nepomuck, die Hobbits sind doch nur Filmfiguren“, erklärt der Vater dem fassungslosen Kobold schmunzelnd.
„Ich habe sie doch selbst gesehen, dann muss es sie auch geben!“
Auch die Hobbithöhlen sind nur Attrappen: In ihnen befinden sich keine Räume mit Einrichtung, sondern nur halb ausgebuddelte Erdlöcher, stellen sie fest, als sie erwartungsvoll eine der farbigen runden Holztüren öffnen.
„Sicherlich sind die Hobbits nur einfach weitergezogen – so wie meine Vorfahren damals“, überlegt Nepomuck halblaut. Er bekommt plötzlich feuchte Augen. Zu sehr erinnert ihn Hobbingen an sein Kobolddorf in Norwegen. So lange bin ich nun schon unterwegs!
Ich habe viele schöne Länder gesehen, war in Europa, Asien, Afrika, Amerika und Australien. Aber nun wird es für mich wohl Zeit, endlich heimzukehren. Der kleine Kobold hat plötzlich starkes Heimweh.
Reka legt tröstend den Arm um ihn. „Ich schenke dir meinen Delfin. Er wird dich sicher wieder nach Hause geleiten“, flüstert sie ihm ins Ohr, und Nepomuck fühlt, wie ihm die Kette um den Hals gelegt wird. Dankbar schaut er das Mädchen an und wischt sich verstohlen eine Träne aus dem linken Auge. Na! Hoffentlich hat sonst keiner etwas gemerkt.
„Damit ihr nicht allzu enttäuscht seid, gehen wir jetzt in den „Green Dragon“, die Kneipe der Hobbits“, schlägt Vater aufmunternd vor. Ob er doch etwas ahnt?
Der „Grüne Drache“ ist ein rustikales Gasthaus im Hobbit-Stil. Die Überraschung ist wirklich gelungen! An den Wänden kann man Bilder, Hüte und Mäntel der Hobbits bewundern.
„Ich wusste doch, dass es sie gibt“, triumphiert der Kobold mit glänzenden Augen.

©by Christine Erdic


Autorenvita:
Christine Erdiç wurde 1961 in Deutschland geboren.
Sie interessierte sich von frühester Kindheit an für Literatur und Malerei und verfasste schon damals oft kleine Geschichten und Gedichte, die sie jedoch nie veröffentlichte.
Nach dem Abitur war sie in unterschiedlichen Bereichen tätig und reiste viel.
Seit 1986 ist sie verheiratet, hat zwei Töchter und lebt seit dem Millenium in der Türkei.
Unter anderem gab sie Sprachtraining an der Universität von Izmir, machte Übersetzungen und verfasste Berichte für die Türkische Allgemeine, eine ehemalige Zeitschrift in deutscher Sprache und gibt heute noch private Deutschstunden

Homepage: http://christineerdic.jimdo.com/


Dienstag, 21. Februar 2017

Harry, die kleine Schildkröte - Der Aggelos von Katharina Hallmann

Klappentext:

Eines Tages purzelt Harry, die kleine Schildkröte, vor die Füße der Henne Berta, die bis dahin sein Ei gewärmt hat. Harry gibt sich alle Mühe, es seiner Hühner-Mama recht zu machen und ein richtiges Huhn zu werden. Aber es will ihm einfach nicht gelingen, auch wenn er das erste Schildkrötenhuhn auf der Welt ist. So verabschiedet er sich schweren Herzens von seinen Hühnergeschwistern und begibt sich auf Wanderschaft. In Carapaxi findet er nicht nur viele neue Schildkrötenfreunde, sondern erfährt auch von einem geheimnisvollen Schutzstein. Ein großes Abenteuer beginnt für Harry, die kleine Schildkröte,Erhältlich bei Tredition und Amazon





Das erste Schildkrötenhuhn der Welt
E
s war ein schrecklich lautes Geräusch, von dem Harry wach wurde. Er hatte in seinem Ei geschlafen - bis eben. Bis eben war es auch warm und gemütlich gewesen. Jetzt war es nur noch kalt!

Die kleine Schildkröte Harry ahnte noch nichts von seinem Schicksal. Er wusste nicht, dass sein Ei auf einer Wiese lag, einsam und alleine. Weit und breit lag kein anderes Ei. Und kein Tier das zu dem Ei gehörte war in der Nähe.
Harry wunderte sich sehr, dass es auf ein Mal so kalt war! „Hoffentlich wird es bald wärmer“, sagte er sich, „sonst sehen meine Flossen bald aus wie Stieleis!“ Harry war tapfer und turnte in seinem Ei herum. Er machte Vorwärts- und Rückwärtssaltos ohne Ende. Durch die Bewegung wurde ihm wieder etwas wärmer. Doch es wurde ihm auch schwindlig davon. Deswegen musste er bald aufhören, sich zu drehen. Und schon war ihm wieder kalt.

Die Henne Berta fand bei ihrem Abendspaziergang das Ei und beschloss, es zu bebrüten. Welch ein Glück für den kleinen Harry!
Harry spürte, wie sein Ei herumgerollt wurde. Dann wurde es auf einmal wunderbar warm und gemütlich, da die Henne sich auf das Ei gesetzt hatte. Das gefiel Harry schon viel besser, und er genoss die Zuwendungen der Henne sehr.
Doch nach neun Tagen in seiner kuschligen Behausung wurde ihm auf einmal schrecklich langweilig. Außerdem war es inzwischen ziemlich eng um ihn herum geworden. Er wollte hinaus und die Welt erkunden. So begann er ein kleines Loch in das Ei zu beißen. Das war furchtbar anstrengend, aber er wollte unbedingt noch am selben Tag in die Welt hinausschlüpfen.
Geschafft! Doch was war das? Ein fürchterlicher Gestank drang durch das kleine Loch zu Harry herein.
Er linste mit einem Auge durch das Loch. Vielleicht konnte er so etwas erkennen? Ein Auge blickte ihm entgegen.
„Bäh was ist denn das für eine Müffelei“ schrie er dem Auge entgegen. „Hey du da! Hilf mir doch mal hier raus!“
Die Henne Berta, deren Auge er gesehen hatte, war jedoch der Meinung, dass Harry es allein schaffen musste. Harry hatte es nun mächtig eilig. Ihm war schon ganz schlecht von dem Gestank. Da es ihm gar nicht schnell genug gehen konnte, fing er an das Ei von innen zu boxen. Wie ein Weltmeister bearbeitete und schlug er das Ei kaputt. Anschließend war Harry fix und fertig von der großen Anstrengung.
Müde blickte er sich um und schaute direkt in zwei runde Augen, die ihn mit starrem Blick ansahen.
„Hallo“, begrüßte ihn Berta.
„Wer bist du?“, fragte Harry neugierig. „Ich bin ein Huhn. Mein Name ist Berta. Ich habe dein Ei auf der Wiese da hinten gefunden und bebrütet. Du bist keiner von uns, aber du kannst hier bei uns wohnen.“ Dabei zeigte Berta mit dem rechten Flügel auf eine Wiese, auf der ein paar Apfelbäume standen.
Harry überlegte kurz, ob er das Angebot annehmen sollte, denn er mochte den Hühnergestank nicht. Doch wo sollte er sonst hingehen? Daher entschied er sich, bei den Hühnern zu wohnen.
„Okay“, antwortete Harry. „Aber ich würde erst mal gerne baden, Hühner-Mama. Gibt es hier einen Teich oder etwas anderes, worin ich schwimmen kann? Du solltest dich übrigens auch mal waschen!“, sagte er und hielt sich sein linkes Vorderbein vor die Nase.
„Baden?! Wasser?!“, entgegnete sie entsetzt. „Hier wohnen nur Hühner und wir Hühner baden nicht in Wasser! Nimm ein Staubbad!“

Etwas enttäuscht lief Harry hinter der Hühner-Mama Berta her. Doch schon bald siegte seine Neugierde.
Berta zeigte ihm sogleich, wie er ein Staubbad nehmen sollte. Sie ging zu einem trockenen Erdloch, legte sich hinein und wälzte sich zu allen Seiten.
Harry tat es ihr nach. Doch er fühlte sich nur noch schmutziger und nun stank er obendrein ganz schrecklich nach Huhn!
Zum Glück hatte die Henne Berta zur selben Zeit noch andere Eier bebrütet. Und so hatte Harry neun Halbgeschwister. Mit denen hatte er sehr viel Spaß und sie spielten den ganzen Tag lang. Dadurch wurde es ihm nur selten langweilig. Sie spielten Fangen, Verstecken, nahmen Staubbäder und tranken Wasser aus Schälchen. Er verstand sich gut mit seinen Halbgeschwistern. Sie waren sehr nett zu ihm.
Wenn niemand hinsah, legte sich Harry auch mal heimlich in eine Wasserschale. Dort wusch er sich den ganzen Staub, Schmutz und Hühnergestank ab. Das fühlte sich gut an. Doch Harry war auch oft traurig, dass er nicht im Wasser baden durfte, wann immer er wollte.
Einmal erwischte ihn seine Hühner-Mama beim Baden in der Trinkschale. Da gab es ziemlichen Ärger. „Harry! Wir Hühner baden nicht im Wasser! Wasch die Schale sauber und befülle sie neu, damit wir wieder daraus trinken können.“ Sie war ziemlich sauer auf Harry und verstand nicht, warum er so gerne in Wasser badete. Harry hingegen mochte den Gestank, der sie alle umgab überhaupt nicht. „Die sollten sich gefälligst auch mal baden.“ Plötzlich hatte Harry eine tolle Idee.
In der Nacht blieb er wach, bis alle schliefen. Dann schlich er vor das Hühnerhaus und begann dort ein Loch zu buddeln. Das Loch musste so breit und so tief sein, dass alle Hühner dort hineinpassten. Damit hatte er ziemlich viel Arbeit. Erst kurz bevor die Sonne wieder aufging, war er damit fertig. Dann füllte er, so schnell es ging, Wasser in das Loch. Nachdem er noch eine Runde gebadet hatte, ließ er sich im Hühnerhaus ins Stroh fallen und schlief sofort tief und fest ein.
Auf einmal wurde er von lautem Gegacker und Geschrei geweckt. „Hiiilfe! Hiiiilfe! Iiiiih, ist das nass!“, hörte er Berta rufen. Und auch Harrys Halbgeschwister waren in der selbst gebauter Badewanne gelandet und planschten unfreiwillig darin. Harry hatte den Rand des Lochs mit Schneckenschleim bestrichen. Jedes Mal wenn ein Huhn versuchte, aus der Wanne zu steigen, rutschte es ab und landete platsch wieder im Wasser. Die Hühner veranstalten einen Heidenlärm…

Kurzvita

Katharina Hallmann liebt vegetarisches Sushi und Bücher. Letzteres hat sie bereits als Kind früh entdeckt, wobei sie damals nach Astrid Lindgren und Paul Maar eher Stephen King verschlang, welcher ihr so manch schlaflose Nacht bereitete. Mit 9 Jahren begann das erste Mal ein Buch zu schreiben. Später erheiterte sie mit selbsterfundenen Schildkröten-Comics ihre Mitschüler.
K. Hallmann lebt mit ihrem Mann und den zwei gemeinsamen Kindern in Kiel wo sie auch Soziale Arbeit studiert.
„Harry, die kleine Schildkröte. Der Aggelos“ ist das erste Buch ihrer Kinderbuchreihe und wurde im Januar 2017 veröffentlicht.
Derzeit schreibt sie unter anderem an ihrem zweiten Buch rund um die kleine Schildkröte Harry.

Dienstag, 18. Oktober 2016

"Achtung! Felix, der Weberknecht - und andere Geschichten von Tieren, die man kaum beachtet" von Christin Adlassnig


Klappentext:
„Achtung! Felix, der Weberknecht - und andere Geschichten von Tieren, die man kaum beachtet," ist eine Sammlung von sechs kurzen Erzählungen, die sich mit Insekten und anderen, eher unscheinbaren Lebewesen beschäftigt. Wie in der klassischen Fabel besitzen die Tiere menschliche Eigenschaften und haben dementsprechend auch menschliche Probleme und Bedürfnisse. In den Handlungen der heiteren und liebevoll erzählten Geschichten spielen meist auch Dialoge und Auseinandersetzungen zwischen Menschen und Tieren eine wichtige Rolle. Der Ausgang der Erzählungen soll Kindern und Erwachsenen aufzeigen, dass es Wege und Lösungen fur ein gedeihliches Mit- und Nebeneinander vollig unterschiedlicher Lebenskonzepte in gemeinsam genutzten Lebensräumen gibt. Selbst ungeliebte Zeitgenossen, wie Brotkafer und Kirschenwürmer kommen zu Wort und werden zu interessanten Hauptakteuren mit menschlichem Antlitz.
Erhältlich bei Amazon und bei Spaß und Lernen als E-Book, Taschenbuch und gebundenes Buch.
Leseprobe:
Gottfried, der (fast) allwissende Hirschkäfer
Diese Geschichte handelt von einem sehr, sehr klugen und weisen Hirschkäfer, der seinen Freunden mit Rat und Tat zur Seite stand, Antworten auf (fast) alle Fragen wusste und durch sein großes Wissen zum gegenseitigen Verständnis zwischen Menschen und Tieren beitrug …
Tief im Eichenwald, vorbei an den langstieligen Farnen und den stacheligen Sträuchern, immer geradeaus, ja genau dort, lebte Gottfried, der Hirschkäfer, in einem großen Eichenbaum.
Er war kein gewöhnlicher Hirschkäfer, nein das bestimmt nicht! Erstens hatte Gottfried ein sehr mächtiges Geweih, das sich über seinen Kopf zu einem prächtigen Bogen formte und dessen Enden sich beinahe trafen und zweitens war er unwahrscheinlich klug. So klug, dass viele Tiere von sehr weit herkamen, um ihn nach seinem Rat zu fragen, wenn sie selbst keine Lösung mehr wussten. Und Gottfried half jedem. Tag für Tag saß er unter seinem mächtigen Eichenbaum und wartete.
Die Sonne war gerade aufgegangen, die Vögel stimmten ihre Lieder als Willkommensgruß für den Tag an, als sich vor Gottfrieds Höhle schon einige Tiere versammelten. Alle wollten ihn um Hilfe bitten!
Der Hirschkäfer wachte auf, blinzelte vorsichtig aus seiner Höhle und hieß die Wartenden mit einem freundlichen „Guten Morgen! Nur einen Moment noch, bitte!“, willkommen. Dann kroch er zurück und man hörte von draußen nur mehr ein leises Schmatzen. Na ja, ein Frühstück musste eben sein!
Wenig später kam Gottfried wieder hervor, schleckte sich genüsslich den Rest einer Himbeere von seinen Lippen und sprach: „So, meine Lieben. Was kann ich heute für euch tun?“
Dann trat ein Tier nach dem anderen zu ihm in die Höhle, um eine Frage zu stellen. Draußen vor dem Eingang wurde die Schlange der wartenden Insekten immer länger und länger.
 „Pfff, das dauert aber heute wieder ewig!“, empörte sich ein zappelnder Borkenkäfer, der schon eine Insektenewigkeit lang ganz vorne in der Reihe gewartet hatte.
„Das ist sicher wieder dieser wissbegierige, kleine Bockkäfer. Er hält mit seiner langen Fragerei immer alle auf! So ein Pech aber auch, dass er vor mir dran ist!“, antwortete eine Waldameise ungeduldig. „Stellt euch vor, einmal wollte er sogar wissen, warum die Bananen krumm sind!“
„Ja, und? Wie lautete die Antwort?“, wollte die kleine Schnecke Kata, die etwas weiter hinten in der Reihe stand, sofort wissen.
„Also, soweit ich mich erinnere, gab ihm Gottfried folgende Antwort: „Anfangs wachsen Bananen gerade, aber bald neigen sie sich, wie alle Pflanzen, dem Licht zu. Und dadurch werden sie krumm“, erklärte die Waldameise.
Und gleich darauf vernahmen die wartenden Tiere schon wieder eine Frage des Bockkäfers: „Lieber Gottfried, kannst du mir sagen, wie der Wind entsteht?“
Dann herrschte absolute Ruhe. Innerhalb und außerhalb der Höhle war es mucksmäuschenstill, so ruhig, dass man das Abseilen einer Spinne an ihrem Faden hätte hören können!
Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Hmm, mein Freund, wie der Wind entsteht, kann ich dir gerne erklären! Das ist nämlich so: Die Sonne erhitzt die Luft. Dadurch wird sie leichter und steigt nach oben. Dort kühlt die warme Luft wieder ab und sinkt herunter. Diesen ständigen Luftkreislauf nennt man Wind“, hörten die Tiere Gottfried sagen.
„Vielen Dank für die Erklärung!“, sagte der Bockkäfer und überreichte dem Hirschkäfer eine wunderschöne Haselnuss. Dann krabbelte er zufrieden aus der Höhle und zog lächelnd an den wartenden Insekten vorbei.
Als die Sonne schließlich unterging und die letzten Insekten seine Behausung verließen, begann Gottfried schmatz fatz ein Eichenblatt zu verspeisen, sah ehrfürchtig den Mond an und kam ins Schwärmen. „Es ist schön, den anderen zu helfen, wertge¬schätzt und gebraucht zu werden … DAS also bedeutet Glück! So einfach ist das!“, rief er und krabbelte anschließend zurück in seine Höhle. Schon wenig später hörte man ein leises, gleichmäßiges Schnarchen.
Doch beim ersten Morgengrauen schreckte Gottfried plötzlich aus seinem gemütlichen Bett hoch. Was war da für ein Lärm draußen? Er rieb sich die Augen, putzte hastig sein Geweih und kroch in Richtung Ausgang.
Vor seiner Höhle waren schon viele Tiere versammelt. Aber anstelle ruhig in einer Warteschlange zu stehen, schrien die Insekten herum und vor dem Eingang herrschte ein wildes Durcheinander. Gottfried konnte sich das alles nicht erklären und blickte verständnislos und entsetzt in die tobende Menge.
Nachdem er sich gefasst hatte, krabbelte der Hirschkäfer den Stamm des Eichenbaumes entlang auf eine höhere Stelle und brüllte verärgert: „Ruhe! Was ist denn in euch gefahren? Man versteht ja kein Wort vor lauter Geschrei!“
Sofort verstummten die zornigen Insekten und blickten nach oben! Nur für kurze Zeit, denn im Nu begannen sie alle wieder, laut zu schimpfen!
„Stopp, aufhören! Jetzt reicht es aber! Ich verstehe kein Wort! Es kann nur einer sprechen!“
Daraufhin meldete sich die Waldameise Tim: „Es geht wieder einmal um die Menschen. Sie machen uns das Leben schwer!“ Dabei stemmte er wütend und trotzig zwei Paar Beine in seine Hüften.
Sofort wurde es wieder lauter und viele Insekten stimmten Tim zu: „Ja genau, die Menschen respektieren uns nicht!“
„Ruhe, zum Teufel noch einmal!“, schimpfte Gottfried. Er war mittlerweile schon sehr zornig über das ständige Geschrei seiner Freunde. „Ich will die ganze Geschichte hören! Und das von Anfang an!“
 Also begann Tim erneut von seinen schlechten Erfahrungen mit den Menschen zu erzählen:
„Meine vielen Freunde und ich leben in einem großen Ameisenbau am Waldrand. Jeden Tag sammeln wir fleißig Nahrungsmittel und schleppen sie mühsam in den Bau. Alle müssen anpacken und mithelfen. Wir haben in unserem Ameisenleben nur wenig Zeit für andere Dinge. Gerastet und ausgeruht wird nur am Abend. Nur so kann unser kleines Ameisenzusammenleben funktionie¬ren.
Aber gestern verfinsterte sich wieder einmal der Himmel über dem Ameisenhaufen und der Schatten einer Menschenhand war über uns. Wir alle ahnten schon, was uns jetzt wieder bevorstand: Die Menschen würden unseren Frieden stören! ...

AUTORENVITA VON CHRISTIN ADLASSNIG
Christin Adlaßnig (geb. 1964) ist Lehrerin für Kinder mit Hörbeeinträchtigungen im Rahmen des bilingualen Unterrichts an Kärntner Schulen. Als Autorin hat sie Kinderbücher, Arbeitshefte mit Unterrichtsmaterialien sowie ein Sachbuch zum Thema „Differenzierung in Integrationsklassen mit hörbeieinträchtigten Kindern“ verfasst.

Die beiden Bände der „Tiergeschichten für Kinder und Erwachsene“ beruhen auf Manuskripten mit Geschichten, die Christin Adlaßnig für ihren Sohn geschrieben hatte, als dieser noch im Kindesalter war. Im Jahre 2015 wurden sie veröffentlicht und durch ein Arbeitsheft zum ersten Band für den Deutschunterricht an Grundschulen ergänzt. Der erste Band liegt auch als Hörbuch mit sechs Titeln vor.

Ihr Sachbuch „Differenzierung in Integrationsklassen mit hörbeeinträchtigten Kindern“ wurde bereits im Jahr 2012 veröffentlicht und beruht auf ihren Erfahrungen als Behindertenpädagogin.

Christin Adlaßnig ist Mitbetreiberin der Internetplattform „Spaß und Lernen“ und hat eine Fülle an Arbeitsheften und Unterrichtsmaterialien für den Unterricht an Schulen veröffentlicht. Ihr erklärtes Ziel ist es, die Motivation zum Lernen durch den Einsatz unterschiedlicher Medien und kurzweiliger Rätsel- und Lernaufgaben zu fördern.

Zu ihren Unterrichtsmaterialien gehören drei Bände mit Arbeitsblättern für den Mathematikunterricht in der Sekundarstufe unter dem Titel „Genial! Mathematik - Mathe zum Ankreuzen“ sowie zwei Hefte für den Mathematikunterricht in der Grundschule mit dem Namen „Paolo, Felix, Lilli und du - Lustige Rechengeschichten mit kleinen Tieren“. In ihren reichlich illustrierten Heften für Kinder im Grundschulalter greift sie auf die Charaktere aus ihren eigenen Tiergeschichten zurück.

Darüber hinaus ist sie Autorin von bisher neun Materialienheften für die Unterrichtsfächer Geografie, Umweltkunde und Biologie aus ihrer eigenen Reihe „Unterlagen für den offenen Unterricht“, die derzeit bereits auf der Internetplattform „Spaß und Lernen“ erhältlich sind und noch im Laufe dieses Jahres im Buchhandel erscheinen sollen.

Dienstag, 13. September 2016

"Achtung! Moritz, der Marienkäfer - und andere Geschichten von Tieren, die man kaum beachtet" von Christin Adlassnig


Klappentext:
„Achtung! Moritz, der Marienkäfer - und andere Geschichten von Tieren, die man kaum beachtet", ist eine Sammlung von sechs kurzen Erzählungen, die sich mit Insekten und anderen, eher unscheinbaren Lebewesen beschäftigt. Wie in der klassischen Fabel besitzen die Tiere menschliche Eigenschaften und haben dementsprechend auch menschliche Probleme und Bedürfnisse. In den Handlungen der heiteren und liebevoll erzählten Geschichten spielen meist auch Dialoge und Auseinandersetzungen zwischen Menschen und Tieren eine wichtige Rolle. Der Ausgang der Erzählungen soll Kindern und Erwachsenen aufzeigen, dass es Wege und Lösungen für ein gedeihliches Mit- und Nebeneinander völlig unterschiedlicher Lebenskonzepte in gemeinsam genutzten Lebensräumen gibt. Selbst ungeliebte Zeitgenossen, wie Silberfischchen, Motten und Tausendfüssler kommen zu Wort und werden zu interessanten Hauptakteuren mit menschlichem Antlitz.
Erhältlich bei Amazon und bei Spaß und Lernen, als E-Book, Taschenbuch, gebundenes Buch und Hörbuch.
 
Leseprobe:
Paolo, die geizige Grille
Warst du schon einmal am Meer? Wenn nicht, auch egal, du kannst sie in jeder lauen Sommernacht auch auf Wiesen oder in Gärten hören. Grillen. Unzählige Grillen. Hast du dir eigentlich schon einmal überlegt, auf welche Art und Weise sie ihre Musik machen? Ja? Gut, dann lies die Geschichte und neben der Antwort auf diese Frage, wirst du noch einiges mehr erfahren …
Ein wunderschöner Sommertag ging zur Neige, und der Abendwind sorgte jetzt für herrlich frische Meeresluft. Die Sonne hatte es wieder geschafft für ausgelassene Stimmung unter den Menschen zu sorgen, die den ganzen Tag am Strand gewesen waren und jetzt, gegen Abend vor ihren Zelten grillten, aßen und plauderten.
Plötzlich, wie auf Kommando, schien es, als ob all die Bäume zu singen beginnen würden. Voller Verwunderung lauschten die Menschen einem Orchester von Hunderten Grillen, ohne Dirigenten und ohne Notenblätter …
Paolo war einer von ihnen und heute wollte er besonders eindrucksvoll die Sonne verabschieden und den Abend willkommen heißen. Er suchte sich einen schönen Platz, genau unter einem weitläufigen Ast eines Pinienbaumes. Dann begann er seine Flügel auf und ab zu bewegen, sozusagen als Aufwärmübung und anschließend rieb er sie so leidenschaftlich aneinander, dass zauberhafte Töne entstanden.
Paolo wurde von vielen anderen Grillen bewundert. Aber was ihn noch mehr freute, war, dass er „seinen“ Baum mit niemandem anderen teilen musste. Nein, denn das wollte er ganz und gar nicht. Genauso wenig wie sein Erdloch, das er tagsüber allein bewohnte.
Dort hatte sich der Grillerich nett eingerichtet. Jeden Tag wurde sein Vorrat an Essen größer und größer. Bald musste er sich noch eine zweite Kammer schaufeln, da die Erste voll war. Die anderen Tiere hatten ihn beschimpft, dass er geizig und selbstsüchtig war. Aber das störte ihn nicht. Sollten sie ruhig lästern.
Täglich spazierte Paolo bei den Zelten der Menschen herum, um dann voll beladen mit den verschiedensten Leckerbissen nach Hause zurückzukehren.
Eines Tages, die Grille war wieder voller Vorfreude und bester Laune, begegnete er einem alten Kartoffelkäfer, der sich schnaufend auf seinem Stock gestützt fortbewegte: „Hallo! Du hast aber leckere Sachen! Und so viele! Ach, könntest du mir doch ein bisschen davon abgeben? Ich bin kaum mehr in der Lage, mir selbst etwas zu suchen, denn mein Rücken schmerzt schon furchtbar!“
„Na, du machst mir Spaß! Schau, dass du weiterkommst, und such dir gefälligst selbst etwas zu essen, du Nichtsnutz!“, empörte sich die Grille.
Der Kartoffelkäfer schüttelte entsetzt den Kopf: „Behalte deine Sachen, häufe und horte sie. Aber du wirst schon merken, dass sie dich nicht glücklich machen werden. Was sind all diese Dinge gegen Liebe, Hilfsbereitschaft und Freundschaft!“
„Mir doch egal, selber essen macht satt!“, schnauzte Paolo zurück - er hatte den Sinn dieser Worte eben nicht verstanden.
Als der Sommer zu Ende ging, bildeten sich immer öfter dunkle Wolken am Horizont. Heftige Schauer gaben den Pflanzen das zurück, was diese Jahreszeit ihnen genommen hatte. Diesmal schien sich aber der ganze Himmel zu öffnen …
Es wollte und wollte nicht mehr aufhören zu regnen. Die Menschen am Campingplatz liefen hektisch herum, schimpften und brachten ihre Sachen in Sicherheit.
Die Grillen aber hatten ihre Wohnhöhlen so gebaut, dass ihnen das Wetter nichts anhaben konnte. Nur Paolo hatte zu wenig überlegt und dort gegraben, wo es am wenigsten Nachbarn gab. Nun ja, das war ein Fehler …
Langsam, ganz langsam füllte sich seine Höhle. Millimeter für Millimeter stieg der Wasserspiegel und Paolo begann hektisch die Vorräte in höhere Lagen in Sicherheit zu bringen. Aber es half nichts.
Der Regen hörte nicht auf und schon bald befand sich die Grille hilflos schwimmend zwischen all ihren gesammelten Vorräten. Jetzt war guter Rat teuer. Die Zeit drängte …
„Hilfe! Hilfe! Hört mich denn keiner?“, jammerte er verzweifelt. Doch niemand kam. Das Wasser stieg schnell höher. Paolo konnte sich gerade noch krabbelnd auf eine Backerbse retten, hüpfte weiter auf ein Stück Kuchen und benutzte einen Teebeutel als Sprungbrett zum rettenden Rand der Höhle. Dort klammerte er sich erschöpft fest.
Aber das Wasser stieg und stieg und erreichte bald erneut die hilflose Grille. Paolos Kraft ließ nach und wenig später ergab er sich seinem Schicksal.
Gerade in diesem Moment lief ein kleines Mädchen vorbei. Es wollte sein Lieblingsschwimmtier mit ins Zelt nehmen, als es plötzlich innehielt. Das Mädchen, übrigens mit dem Namen Lisa, hatte die kleine Grille hilflos auf der Wasseroberfläche
entdeckt: „Oh, du armes Tier!“, rief sie, bückte sich sofort und half Paolo aus seiner misslichen Lage. Dann kehrte das Mädchen schnell zu ihrem Zelt zurück.
Dort angekommen gab Lisa die Grille auf ein Handtuch und begann sie ganz vorsichtig zu trocknen und zu wärmen. Langsam, ganz langsam kehrten die Lebensgeister in den Körper von Paolo zurück. Er brauchte eine Weile um sich zu erinnern, wer er war und warum er jetzt hier war.
Als es ihm wieder einfiel, stiegen ihm vor lauter Rührung Tränen in die Augen. So wohl hatte er sich noch nie gefühlt. Er genoss den liebevollen und uneigennützigen Umgang. Niemals vorher hatte sich jemand für ihn starkgemacht. Lag das vielleicht an seiner ruppigen und geizigen Art?
Als Paolo wieder trocken und aufgewärmt war, brachte ihm das kleine Mädchen Brotbrösel und frische Salatstücke: „So, mein Kleiner, hier hat du etwas zu fressen, damit du wieder zu Kräften kommst!“ Sofort stürzte er sich auf diese Leckerbissen.
Ab diesem Zeitpunkt blieb Paolo bei dem Mädchen und bedankte sich bei seiner Lebensretterin allabendlich mit einer wunderschönen „Gute - Nacht - Musik“ und dem Wunsch: „Schlaf gut und träum schön!“
Es wurde ihm bewusst, dass es schön war, Freunde zu haben, die füreinander da waren. Jetzt verstand er auch die Worte des Kartoffelkäfers. 

Band 2
Achtung! Moritz, der Marienkäfer - Arbeitsheft zum Kinderbuch
(Unterrichtsgegenstand Deutsch - Grundstufe 3 und 4)

Klappentext:
Das Arbeitsheft ist eine reichlich illustrierte und unterhaltsame Erganzung zu Band I der Tiergeschichten fur Kinder und Erwachsene" der Kinderbuchautorin Christin Adlassnig. Das zugrundeliegende Buch „Achtung! Moritz, der Marienkafer" ist eine Sammlung von sechs kurzen Erzahlungen, die sich mit den Problemen von Insekten und anderen, eher unscheinbaren Lebewesen beschaftigen. Nach dem Lesen des Buches ist nun die eigene Kreativitat der Kinder gefragt. Sie sollen die gelesenen Texte wiedergeben, Denkaufgaben losen und selbst in Bild und Sprache gestalterisch tatig werden. Die Beispiele berucksichtigen die Bildungsstandards fur die Grundstufe. Sie sind sowohl fur den Einsatz im Unterricht als auch fur den ausserschulischen Bereich gedacht."

AUTORENVITA VON CHRISTIN ADLASSNIG
Christin Adlaßnig (geb. 1964) ist Lehrerin für Kinder mit Hörbeeinträchtigungen im Rahmen des bilingualen Unterrichts an Kärntner Schulen. Als Autorin hat sie Kinderbücher, Arbeitshefte mit Unterrichtsmaterialien sowie ein Sachbuch zum Thema „Differenzierung in Integrationsklassen mit hörbeieinträchtigten Kindern“ verfasst.

Die beiden Bände der „Tiergeschichten für Kinder und Erwachsene“ beruhen auf Manuskripten mit Geschichten, die Christin Adlaßnig für ihren Sohn geschrieben hatte, als dieser noch im Kindesalter war. Im Jahre 2015 wurden sie veröffentlicht und durch ein Arbeitsheft zum ersten Band für den Deutschunterricht an Grundschulen ergänzt. Der erste Band liegt auch als Hörbuch mit sechs Titeln vor.

Ihr Sachbuch „Differenzierung in Integrationsklassen mit hörbeeinträchtigten Kindern“ wurde bereits im Jahr 2012 veröffentlicht und beruht auf ihren Erfahrungen als Behindertenpädagogin.

Christin Adlaßnig ist Mitbetreiberin der Internetplattform „Spaß und Lernen“ und hat eine Fülle an Arbeitsheften und Unterrichtsmaterialien für den Unterricht an Schulen veröffentlicht. Ihr erklärtes Ziel ist es, die Motivation zum Lernen durch den Einsatz unterschiedlicher Medien und kurzweiliger Rätsel- und Lernaufgaben zu fördern.

Zu ihren Unterrichtsmaterialien gehören drei Bände mit Arbeitsblättern für den Mathematikunterricht in der Sekundarstufe unter dem Titel „Genial! Mathematik - Mathe zum Ankreuzen“ sowie zwei Hefte für den Mathematikunterricht in der Grundschule mit dem Namen „Paolo, Felix, Lilli und du - Lustige Rechengeschichten mit kleinen Tieren“. In ihren reichlich illustrierten Heften für Kinder im Grundschulalter greift sie auf die Charaktere aus ihren eigenen Tiergeschichten zurück.

Darüber hinaus ist sie Autorin von bisher neun Materialienheften für die Unterrichtsfächer Geografie, Umweltkunde und Biologie aus ihrer eigenen Reihe „Unterlagen für den offenen Unterricht“, die derzeit bereits auf der Internetplattform „Spaß und Lernen“ erhältlich sind und noch im Laufe dieses Jahres im Buchhandel erscheinen sollen.