Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren
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Dienstag, 4. Juli 2017

„Keylam und der Stachel des Bösen“ von Anne Schmitz



Klappentext:
Das prasselnde Kaminfeuer taucht die Wohnhöhle des Zauberers in ein geheimnisvolles Licht.   
„Dann erzählt mal!“ Zauberer Nu lehnt sich in seinem Ohrensessel zurück und deutet auf zwei große, weiche Sitzkissen, die vor dem Kamin liegen. Keylam und Saomi machen es sich bequem.
„Eigentlich wollten wir zu den Elfen, um ein magisches Band aus Elfenhaar zu besorgen …“, beginnt Keylam.
„Doch wir gerieten in eine Falle …“, unterbricht ihn Saomi.
„Eigentlich waren es zwei Fallen!“, ergänzt Keylam.
„Ein oder zwei, das macht doch keinen Unterschied. Es war auf jeden Fall sehr gefährlich!“
„Gefährlich? Nachher wurde es erst richtig gefährlich, als wir den Drachen …!“
„Stop, Stop, Stop! Ich verstehe kein Wort!“, Zauberer Nu hebt abwährend die Hände. „Jetzt mal langsam und bitte immer der Reihe nach.“
Keylam und Saomi sehen sich an und müssen lachen. Saomi nickt Keylam zu: „Fang du an!“
„Also, alles begann damit, dass wir auf der Klippe den Steingong geschlagen haben …!“
Erhältlich bei Amazon.

Leseprobe:

Skarkoroks Festung

Romi sauste mit rasender Geschwindigkeit durch das Nadelgebirge. Die kleine Fledermaus wich den spitzen Gipfeln aus, tauchte in die Schluchten und Täler ab, immer bedacht darauf, im Schatten zu fliegen. Skarkoroks Späher konnten überall sein! Der böse Zauberling ließ alle gefangen nehmen, die es wagten, seiner Festung zu nahe zu kommen.
Obwohl Romi sich gerne in dunklen Höhlen und Gemäuern aufhielt, lief ihr ein Schauer über den Rücken, wenn sie an Skarkoroks Verliese tief unter seiner Festung dachte.
Jetzt konnte sie schon die Aschewolken und die glühende Lava des Vulkangebirges sehen. Es war nicht mehr weit! Skarkoroks Festung lag zwischen dem Nadel- und dem Vulkangebirge. Vor langer Zeit hatten viele fleißige Berglinge in einen der Nadelberge Gänge und Tunnel, Kammern und Hallen gegraben. Darin war es kalt. Die Wände und der Boden waren feucht. Der Geruch von Fäulnis lag in der Luft und schauerliche Geräusche durchbrachen immer wieder die Stille.
Romi hatte die Festung erreicht. Vorsichtig flog sie durch eine kleine Öffnung in einen der düsteren Gänge. Still und unbemerkt hängte sie sich an einen Felsvorsprung, von dem aus sie in den Thronsaal schauen konnte. Eben betrat Skarkorok den Raum.     
„Feuersturm! Steh auf! Du sollst mich ins Vulkangebirge fliegen!“, brüllte der Zauberling. Es war noch früh am Morgen und er hatte schlecht geschlafen. Immer wieder waren ihm die Ereignisse des letzten Tages durch den Kopf gegangen. Dieser Tallingjunge hatte es gewagt, sich ihm, dem großen Zauberling Skarkorok, in den Weg zu stellen. So etwas hatte es noch nie gegeben! Skarkorok spürte, wie neuer Zorn in ihm aufstieg. Er musste sich rächen! In der Nacht hatte er überlegt, was er diesem kleinen Talling antun könnte. Es sollte eine besondere Gemeinheit werden, etwas, von dem das ganze Tallingtal noch ewig sprechen würde. Alle sollten erzittern und dann würde es keiner mehr wagen, sich gegen ihn aufzulehnen!
Skarkorok beschloss, ins Vulkangebirge zu reisen. Zwischen den brodelnden und Feuer speienden Bergen lebten die außergewöhnlichsten, unheimlichsten und grandiosesten Kreaturen – und die bösesten.
Dort werde ich mir Hilfe holen, dachte der Zauberling und rieb sich voller Vorfreude die Hände. Dann trat er neben seinen Drachen. Dieser lag vor dem großen Kamin, in dem ein wärmendes Feuer loderte.
„Steh auf!“, fuhr Skarkorok den Drachen erneut an und trat ihm gegen das Bein. Feuersturm hob schwerfällig seinen gewaltigen Kopf vom Boden, ließ ihn aber schnell wieder sinken. Er war krank. Dem sonst so majestätischen und kraftvollen Drachen ging es schlecht, sehr schlecht. Er musste ständig husten, seine Nase lief. Er war unendlich müde und fror entsetzlich. Er hatte die schlimmste Krankheit, die ein Drache bekommen konnte: Sein Drachenfeuer war erloschen. In diesem Feuer lag die ganze Magie und die Kraft der Drachen und ohne es waren sie schwach, müde und hilflos.
Feuersturm schlotterte vor Kälte am ganzen Leib. Seine orangeroten Schuppen klackerten leise gegeneinander. Ärgerlich versuchte er eine Feuerflamme zu spucken, aber nur kleine weiße Wasserdampfwölkchen kamen aus seinen Nüstern. Skarkorok schrie: „Steh auf, du Faulpelz! Du gehörst mir! Du tust, was ich sage!“
Feuersturm hätte gerne getan, was Skarkorok von ihm verlangte – auch er wollte es dem Tallingjungen heimzahlen, – doch er war zu krank. Er drehte seinen Kopf auf die andere Seite und schloss die Augen.
Fluchend wandte der Zauberling sich von seinem Drachen ab.
Sollte er mit dem Besuch im Vulkangebirge warten, bis Feuersturm wieder auf den Beinen war? Nein!
„Ich werde zu Fuß gehen! Ich nehme die Abkürzung durch die unterirdischen Tunnel. Zerda, zu mir!“ Seine Helferin, die Spinne Zerda, war etwa so groß wie ein Hund. Sie hatte auf einem gepolsterten Hocker neben Skarkoroks Thron geschlafen. Jetzt sprang sie auf und kam auf den Zauberling zu. Neben Skarkorok blieb sie stehen, machte ihre acht behaarten Beine lang und ließ sich von ihrem Herrn den borstigen Rücken kraulen.
„Zerda“, sprach er zu ihr, „ich habe eine Aufgabe für dich!“
Und zu Feuersturm gewandt sagte er in einem rauen Ton: „Ich bin in ein, zwei Tagen zurück! Sieh zu, dass du bis dahin wieder fliegen kannst, sonst wirst du meinen ganzen Zorn zu spüren bekommen!“
Skarkorok und Zerda verließen den Thronsaal. Feuersturm blieb schlotternd und erschöpft vor dem Kamin liegen.
Romi, die genug gehört hatte, machte sich eilig auf den Rückflug zum Einsamen Berg.

Beim Zauberer
„Aufwachen! Na los!“
Keylam öffnete ein Auge, schloss es dann schnell wieder und drehte sich auf die andere Seite.
„Aufstehen, hab ich gesagt!“ Saomi versuchte nun schon seit geraumer Zeit, ihren Freund zu wecken. Jetzt hatte sie eine neue Idee. Sie beugte sich langsam über sein Ohr und flüsterte: „Wenn du nicht bald aus dem Bett kommst, werde ich eine Ladung Felsenspucke holen und sie dir ins Gesicht klatschen!“
Keylam setzte sich ruckartig im Bett auf. Felsenspucke war das Widerlichste, was er sich vorstellen konnte. „Bin ja schon wach“, grummelte er verschlafen.
 „Schon ist gut“, erwiderte Saomi, „wir haben bald Mittag!“
Keylam stieg aus dem Bett und zog sich an, eine dunkelgrüne Hose und ein hellbraunes Hemd sowie knöchelhohe Schuhe, die vorne spitz zuliefen. Mit beiden Händen fuhr er sich durch die strubbeligen Haare, allerdings ohne sichtbaren Erfolg. Während er seine Gürteltasche um seinen Oberkörper band, sah er sich in der Wohnhöhle von Zauberer Nu um. Sie war geräumig und gemütlich eingerichtet. Es gab einen Kamin, in dem ein Feuer brannte, einen Ohrensessel und zwei Betten. Von dem einen hatte Keylam sich gerade erhoben, in dem anderen hatte Saomi übernachtet. Im hinteren Teil der Höhle stand ein Schrank. Ein Vorhang verbarg den Eingang zu einem Tunnel. In der Mitte befand sich ein großer, runder Tisch mit vier Stühlen. Auf einem hatte Saomi Platz genommen, auf einem anderen saß der Zauberer. Romi hing kopfüber von der Decke und schlief. Sie war schon vor einiger Zeit zurückgekehrt und hatte dem Zauberer Bericht erstattet. 
Nu lächelte Keylam an. „Guten Morgen!“, sprach er mit seiner tiefen, ruhigen Stimme. „Bist du ausgeruht?“
„Ja“, antwortete Keylam. Sein Blick fiel auf den gedeckten Tisch. Er hatte Hunger!

Vita
Die Autorin wurde 1978 in einer Kleinstadt des Bergischen Landes geboren. Hier verlebte sie ihre Kindheit und Jugend. Ende der 1990er Jahre zog sie nach Köln, wo sie eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin absolvierte. Seit der Geburt ihres ersten Sohnes kümmert sie sich um die Belange ihrer Familie. Sie lebt heute mit ihrem Mann und drei Kindern in der Nähe von Köln.
„Mama, erzähl uns noch eine Geschichte!“, so tönt es jeden Abend aus drei Kehlen. Nachdem die Autorin einige Jahre ihre Geschichten mit ihren Kindern geteilt hat, verschriftlichte sie „Keylam: Die Ankunft“ und veröffentlichte am 01.03.2016 ihr Debüt, einen Fantasy Roman für Kinder. „Keylam und der Stachel des Bösen“ folgte Ende 2016. Ein dritter Band wird 2017 die Trilogie komplettieren.
Anne Schmitz verfasst außerdem Kurzgeschichten für Jugendliche und Erwachsene. Ihre Kurzgeschichte „DreamLife – Lebe deinen Traum!“ erreichte beim Autorenwettbewerb „Wenn ihr wüsstet …“ den ersten Platz.

Dienstag, 21. März 2017

Lilly und der Potzemockel von Marianne Schaefer



Was hat Lilly, ein Elfenkind, mit einem Tannenzapfen zu tun?
Um das Elfenreich zu retten, muss Lilly sich in die Menschenwelt begeben. Doch dort ist es Winter und sehr kalt. Sie trifft auf Potzemockel, einem Tannenzapfen, der sie unter seinen Fächern wohnen lässt. Auch Anna, ein Menschenkind, tritt in ihr Leben. Die Drei verleben ein wunderschönes Weihnachtsfest mit vielen Hindernissen. Eine Storchenfamilie nimmt Lilly mit in ein warmes Land. Auf dem Weg zurück ins Elfenreich wird sie von den hässlichen Moorfeen, die in Bäumen leben, gefangen genommen. Auch der Rabe Willi und der Igel, Stachel, spielen eine große Rolle. Die Elfen befreien die hässlichen Wesen von ihrer Bosheit, was nicht so einfach ist.
Wird es der Elfe gelingen, sich und das Elfenreich zu retten? Diese Abenteuer könnt ihr in dem wunderschönen Buch von Marianne Schaefer nachlesen. Ich wünsche allen viel Vergnügen dabei.
Erhältlich beim Verlag 


Leseprobe von Lilly und der Potzemockel

Der Wind hatte sich gelegt, die Sonne war noch einmal herausgekommen und ging nun langsam im Dunst der Stadt unter.
Lilly gab es auf, noch länger darauf zu warten, dass jemand sie bemerkte. Sie flog in den nahe gelegenen Wald. Ja, hier war sie zu Hause – bei den Bäumen, in der unverbrauchten Luft, umgeben vom Duft der Tannen.
Vor einer dieser Tannen stand aufrecht ein Tannenzapfen mit wunderschönen, großen Deckschuppen. Kurzerhand schlüpfte die kleine Elfe unter eine der Schuppen. Sie fühlte sich darunter geborgen und schlief sofort ein.
Es war noch nicht hell, da wurde sie bereits von lautem Vogelgezwitscher geweckt. Neugierig streckte Lilly das Köpfchen unter der Schuppe hervor und wurde sofort angefaucht: „Suchst du dir immer fremde Häuser aus, um zu schlafen? Hast du kein eigenes Heim? Du kannst von Glück reden, dass ich ein gutmütiger Tannenzapfen bin, sonst hätte ich dich davongejagt.“
Die kleine Elfe erschrak. „Oh, entschuldige!“, stotterte sie und gestand schüchtern: „Ich wusste nicht … ich war so müde und es war schon dunkel. Und Angst hatte ich auch!“
Gähnend kroch sie unter den Schuppen hervor und wollte davonfliegen.
„Nun mal langsam! Ich bin ja kein Elfenfresser“, knurrte der Tannenzapfen. „Bleib, wenn du es nicht eilig hast, und erzähl mir ein wenig von deiner Welt. Mir ist manchmal so langweilig.“
Das Elflein wusste ohnehin nicht, wohin es sich wenden sollte, also nahm es das Angebot gern an und blieb. Es dachte: „Wenn ich ihm von meinem Auftrag erzähle, vielleicht weiß der Tannenzapfen Rat.“
„Ich heiße Lilly“, stellte sich die Elfe vor. „Hast du auch einen Namen?“
Der Tannenzapfen räusperte sich verlegen. „Klar habe ich einen Namen. Aber wehe, du lachst! Ich heiße ’Potzemockel’ und ich bin ein Edeltannenzapfen.“
Tatsächlich, Potzemockel  klang lustig, aber Lilly verkniff sich das Lachen. Schließlich konnte niemand für seinen Namen.
Während sie nun von sich, ihrem Auftrag und auch von dem kleinen Mädchen Anna erzählte, das sie in der Stadt getroffen hatte, geschah etwas völlig Unerwartetes …


Marianne Schaefer wurde am 12.01.1938 in Landsberg/Warthe
geboren. Nach der Vertreibung aus der Heimat verbrachte sie ihre Kindheit
in Mittelfranken.
Sie arbeitete als Glasbläserin, Keramikmalerin, Verwaltungsangestellte,
und bis zum Ruhestand in einem Heim für geistig und körperlich
behinderte Menschen. Seit 25 Jahren wohnt sie in der Nähe von
Lahr/Schwarzwald. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder, neun Enkelkinder   
und sieben Urenkel. 
Seit Jahren schreibt sie Geschichten für Erwachsene und Märchen für
Kinder, die in verschiedenen Anthologien veröffentlicht wurden.
Ihre bisher veröffentlichten Kinderbücher haben teilweise mehrere
 Auflagen.
 „Sami, der kleine Elefant“, Sperling - Verlag.
„Annegret und der Zaubersee“, Sperling - Verlag.
„Schneeflocken außer Rand und Band“, Sarturia - Verlag.
„Der zerbrochene Spiegel“, im Sarturia - Verlag.
„Sieben goldene Tränen, Karina – Verlag – Wien.
„Erzählungen vom Winterkind“, Karina – Verlag – Wien.
 „Lilly und der Potzemockel“, Karina –Verlag – Wien.
Weitere Kinderbücher sind in Arbeit.
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