Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren

Dienstag, 5. Januar 2016

Leuchtturm der Abenteuer: Kampf um Himmelblau von Karim Pieritz



Klappentext Band 6:
Michael, Tim und Jan landen auf dem "grünen Mond", um die Mutter ihrer Bärenfreundin Sali aus einer Drachenhöhle zu retten. Zudem ist Jans eigene Mutter in einer Pyramide gefangen. Aber wie sollen sie mit dem bösen Drachen fertigwerden oder mit dem unheimlichen "Schatten", dem mächtigen Geist des Mondes?
In diesem Abenteuer müssen unsere Helden gegen fiese Raketenschnecken, Drachen, Zauberer, Mumien, Kampfroboter und Zombie-Ritter antreten. Viele offene Fragen werden beantwortet: Wird die Familie von Jan und Lena wieder vereint? Werden die Opfer des Drachen Blitzeis gerettet? Gelingt es den Hütern des Kristalls, den Planeten vor der Zerstörung zu bewahren? Erlebt zusammen mit Michael und seinen Freunden den entscheidenden Kampf um Himmelblau.

Leseprobe:
Seit vielen Jahrtausenden fürchten die Bären, die Bewohner der dunklen Seite von Himmelblau, den grünen Mond. Dort oben leben finstere Kreaturen, die durch das Weltall fliegen können. Das gefährlichste Wesen auf dem Mond ist der »Schatten«. Er ist in einer Pyramide gefangen, doch seine Gefolgsleute von der »Bruderschaft« wollen ihn befreien. Wenn das geschieht, wird er Himmelblau zerstören.
Vor langer Zeit hat der Schatten schon einmal versucht, einen Planeten zu vernichten. Es war der Nachbarplanet Dunkelblau. Eine Frau namens Luise hat sich ihm damals in den Weg gestellt. Der Schatten entführte daraufhin ihre Kinder, doch Luise konnte ihre Liebsten befreien und ihn einsperren. Die Bären vermuten, dass die Frau sehr mächtige Magie genutzt hat, um ihre Kinder vor dem Schatten zu retten. Solche Magie hat ihren Preis und so ist sie in einen tiefen Schlaf gefallen. Die Bären verehren sie bis heute als ihre Schutzheilige und nennen sie »Frau im Mond«. Ein Gehilfe des Schattens, ein böser Zauberer, sucht schon seit langer Zeit nach den Kindern dieser Frau. Er glaubt, dass er mit ihrer Hilfe seinen Meister aufwecken kann.
Das wollen Michael, Tim und Jan verhindern. Die Jungs sind auf den grünen Mond gekommen, um Jans Mutter Luise und Salis Mutter Gala zu retten. Es ist Nacht und gemeinsam laufen sie durch eine mit Kratern übersäte Landschaft. Der Boden ist hart und mit grünen Mondsteinen bedeckt, in denen sich das Licht der Sterne spiegelt. Die Jungs haben Raumanzüge an, ihre Helme tragen sie unter ihren Armen. Sie folgen dem Robotergeneral Besky. Er reicht den Jungs nur bis zu den Knien.
»Was war nur vorhin mit Sausi los?«, fragt Michael. »Sie sah ganz krank aus.«
»So ein Riesen-Schmetterling ist doch ein magisches Wesen, oder?«, fragt Tim. »Vielleicht konnte Sausi nicht länger an diesem bösen Ort bleiben. Ich kann sie verstehen, ich fühle mich hier auch nicht wohl.«
»Stimmt«, sagt Michael, »aber jetzt hat sie uns hier abgesetzt und ist einfach davongeflogen. Wie sollen wir wieder nachhause kommen?«
»So wie ich«, sagt Besky und sieht die Jungs an. »Wir verschwinden alle zusammen durch das magische Labyrinth der Mondpyramide und gehen nach Himmelblau. Im Vulkanland wecken wir die Roboterarmee auf und gewinnen mit ihr den Krieg gegen die Bruderschaft. Leider hat uns der Schmetterling viel zu weit entfernt von der Pyramide abgesetzt, sodass wir jetzt noch einen langen Weg vor uns haben.«
»Aber was ist mit Salis und meiner Mutter?«, fragt Jan. »Wir können sie nicht zurücklassen!«
»Unser Planet ist wichtiger als das Schicksal Einzelner«, antwortet der General und bleibt stehen. Am Horizont geht der Planet Himmelblau auf und es wird langsam hell. »Oh nein!«, stöhnt er.
»Was ist denn?«, fragt Jan und stellt sich neben ihn. Auch Michael und Tim schauen nach vorne. Michael hält seine Hand vor den Planeten und im Gegenlicht erkennt er etwas. Eine Schleifspur im felsigen Untergrund führt zu einem abgestürzten Raumschiff. Es hat die Form einer Rakete. Zahlreiche Trümmer sind über den Boden verteilt. Das Wrack wirft lange Schatten in ihre Richtung. Für Michael sieht es so aus, als würden schwarze Arme nach ihm greifen. Er macht einen Schritt zurück.
»Ich hatte gehofft, wir würden das hier nicht sehen«, sagt Besky und seine Stimme klingt traurig.
»Was ist das?«, fragt Michael.
»Die geheime Mondmission«, antwortet Besky und dreht sich zu den Jungs. »Vor langer Zeit brachen die Bären ins Weltall auf. Eines Tages startete die erste Mission zum weißen Mond. Allerdings war das eine Lüge. Wir wollten die Bruderschaft austricksen und insgeheim auf dem grünen Mond eine Geheimwaffe zünden. Sie sollte den Mond durch eine gigantische Explosion von Himmelblau wegschleudern.« Besky macht eine Pause und schaut betrübt auf den Boden. »Leider ist die Mission gescheitert.«
»Was ist geschehen?«, fragt Jan.
Besky schaut auf. »Der Start verlief erfolgreich. Das Raumschiff nahm Kurs auf den Mond und alles lief gut. Doch beim Landeanflug auf die Pyramide überquerte das Schiff eine große Ebene. Diese Ebene ist nicht grün wie der restliche Mond, sondern tiefschwarz. Wir nennen sie das Meer des Grauens. Als das Schiff darüber flog, bekam es Probleme. Es wurde regelrecht zerdrückt von Kräften, mit denen niemand gerechnet hatte. Dem Kapitän gelang es mit Mühe, am Rand der Ebene abzustürzen. Wir waren so dumm. Wir hatten tatsächlich geglaubt, dieses Ding«, er zeigt auf den Boden und die Landschaft um sich herum, »wäre ein Mond.«
»Aber was ist es dann?«, fragt Jan. »Vielleicht eine Raumstation?«
»Das ist kein Mond«, sagt Tim und hebt seine Hände, dabei macht er große Augen.
»Alles klar, Obi-Wan«, lacht Michael.
Besky schüttelt den Kopf. »Dieser Mond ist in Wahrheit das, was von einer Sternenexplosion übrig bleibt.«
»Eine Sternenexplosion?«, staunt Michael. »Eine Supernova?«
»Was bleibt denn von einer Sternenexplosion übrig?«, fragt Tim.
»Ein kleiner Stern, der kaum leuchtet und sehr schwer ist«, antwortet Besky.
»Krass«, sagt Jan und schaut sich um. Mittlerweile ist Himmelblau vollständig über dem Horizont aufgegangen und sein Licht taucht die Landschaft in ein helles Blaugrün.
»Manchmal jedoch wird ein Stern so schwer, dass er alles verschlingt, was sich ihm nähert«, erklärt Besky. »Ich fürchte, dieser Mond ist ein Schwarzes Loch.«
»Ach du Schande«, stöhnt Michael.
»Aber wieso können wir hier herumlaufen?«, fragt Jan. »Wir müssten längst tot sein.«
»Vor langer Zeit erreichte das Schwarze Loch den Planeten Dunkelblau. Damals war sein Geist noch nicht mit einem Menschen verbunden«, sagt Besky.
»Du meinst Felix, den Freund von meinem Vater?«, fragt Jan.
»Ja«, antwortet Besky. »Der Vater von Felix war ein sehr mächtiger Zauberer. Nach einer Legende war er es, der mit einem Zauberspruch aus einem Buch das Schwarze Loch in einen Mond verwandelt hat. Das Buch spielt für die Elfen eine wichtige Rolle und man nennt es seitdem das Schwarze Buch.«
»Meinst du das Buch vom Deckengemälde in der Drachenburg?«, fragt Michael.
»Ja«, antwortet Besky. »Der Zauberspruch veränderte das Schwarze Loch so, dass es weniger gefährlich wurde und andere Planeten nicht mehr anzog wie ein Magnet. Leider hat das beim Meer des Grauens nicht funktioniert. Dieses Meer verhält sich immer noch wie ein Schwarzes Loch und ist extrem gefährlich.«
»Dann sollten wir nicht dahin gehen«, sagt Michael.
»Zu spät«, stöhnt Jan. Er steht auf einem Felsblock und schaut in die Ferne. Besky und Michael folgen ihm. Eine tiefschwarze Ebene breitet sich scheinbar endlos nach links und rechts aus. Darüber schwebt eine Pyramide mit einer funkelnden Spitze.
»Was ist das denn?«, fragt Michael. »Fliegt die Pyramide in der Luft?«
»Nein«, antwortet Besky. »Das ist eine Täuschung. Das Licht der Pyramide wird vom Meer des Grauens abgelenkt.«
»Das sieht wie eine Fata Morgana aus«, sagt Jan.
»Wie kommen wir auf die andere Seite?«, fragt Michael.
»Gar nicht«, sagt Besky, »wir haben versagt. In zwei Stunden geht Himmelblau unter und in weiteren zwei Stunden geht Himmelblau wieder auf. Dann wird die Pyramide den Planeten in Stücke reißen.«
»Ohne den Stein der Riesen?«, fragt Michael. »Wie soll das gehen?«
»Glaubt ihr wirklich, dass dieses kleine Bärenmädchen und ihr geflügelter Freund die Bruderschaft aufhalten können?«, fragt Besky. »Wir müssen realistisch sein.«
»Sali wird das schon schaffen«, sagt Jan, »die ist cool.«
»Genau«, sagt Michael, »wie Purzel.«
»Nein«, entgegnet Jan, »Purzel ist nett, Sali ist cool.«
»Quatsch«, schimpft Michael, »Sali ist nett und Purzel cool.«
»Kinder«, sagt Besky, »selbst wenn das Bärenmädchen Erfolg hat ...«
»Das Bärenmädchen und Purzel«, ergänzt Michael.
»Wie auch immer«, stöhnt Besky, »wir haben ein ganz anderes Problem. Ein Lebewesen kann auf dem grünen Mond nicht länger als 3 Stunden sein, ohne sich in einen Zombie zu verwandeln.«
»Woher weißt du das so genau?«, fragt Jan.
»Die Mondmission«, antwortet Besky und schaut zum Boden. Er dreht sich zum abgestürzten Raumschiff. »Die Besatzung hatte den Absturz überlebt. Die drei Bäronauten brachten die Geheimwaffe mit einem Fahrzeug zur Pyramide und wollten sie dort zur Explosion bringen. Sie wollten sich für ihre Heimat opfern. Doch der Weg war zu weit und nach genau drei Stunden brach der Kontakt ab.«
»Was ist ein Mondzombie?«, fragt Jan.
»Mondzombies sind noch unbesiegbarer als normale Zombies und ihre Kräfte übersteigen jede Vorstellung«, antwortet Besky. »Sie kehrten mit einem magischen Schwert durch das Labyrinth nach Himmelblau zurück. Zusammen mit ihrem Anführer Zata herrschten sie als seine Ritter über die Bärenstadt. Die drei Ritter waren grausam und gnadenlos zur Bevölkerung. Es war eine dunkle Zeit. Mit ihrem Schwert konnten sie eine angreifende Roboterarmee in einen Haufen Schrott verwandeln. Nur König Purzel und sein Schild Reflektor waren ihnen gewachsen. In einer letzten Schlacht gelang es ihm, die drei Mondzombies im Vulkanland zu besiegen. Eine Höhle stürzte über ihnen ein und begrub sie für alle Zeiten. Doch es gibt eine Prophezeiung der Bruderschaft. Es heißt, wenn Zata jemals besiegt werden sollte, dann würden sie aus ihren Gräbern steigen und seine Mission beenden.«
Nach einer langen Pause sagt Michael: »Oje.«
»Wir sind verloren«, seufzt Besky, »und verdammt dazu, die Zerstörung Himmelblaus von hier aus mit anzusehen.«


Vita:
Karim Pieritz lebt mit seiner Familie in Berlin. Als sein Sohn in den letzten Jahren immer wieder neue Abenteuergeschichten von ihm hören wollte, weckte das seine Inspiration. Schon beim ersten Buch war ihm klar gewesen, dass er nicht nur eine einzige Geschichte erfunden hatte. Er hatte ein lebendiges Universum voller Magie vor sich, welches sich ständig weiter entwickelte. Das Ergebnis war die Kinderbuch-Reihe „Leuchtturm der Abenteuer“ für Kinder ab 6 Jahren.

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