Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren

Dienstag, 2. Februar 2016

Maximus und das Vamuraibuch von Renate Roy



Maximus und sein Vater Graf  Vamus überleben dank einer von der kleinen Hexe entwickelten Spezialcreme die Vampirjäger. Ab diesem Zeitpunkt entdeckt Maximus die Welt und lernt in einer Schule seine künftige neue Mutter Frau Mairose kennen. Das Leben im Schloss wird moderner und neue Gräfin stellt alles auf den Kopf und bringt durch ihre Gelüste auf frisches Blut ihre Familie in Gefahr. Es stellt sich heraus dass ein Vampirbaby die Ursache ist und der Graf sucht nach einer Lösung in einem dicken Buch, dem Vamuraibuch. Es ist das Hexenbuch, Lexikon und Bibel für die Vampire. Maximus entdeckt das Buch und das Schicksal nimmt seinen Lauf...
Kinder ab 8 Jahren



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Vampire gibt es nicht!
So ein Kinderkram?!
Dies dachte auch die Lehrerin Frau Mairose, bis eines Tages der kleine Vampir Maximus in ihrer Klasse stand.
Durch ihn lernte sie Maximus Vater, den stattlichen Grafen Vamus kennen und lieben. Eine Vampirhochzeit und ein kleines Vampirbaby folgten.
Alles hätte fast wie in einer normalen Familie laufen können, wäre da nicht das mystische alte Vamuraibuch ins Spiel gekommen. Es ist gleichzeitig das Hexenbuch, das Lexikon und die Bibel für die Vampire. Doch es ist noch weit mehr. Es ist das Tor zur Zwischenwelt, in der ein Herrscher sein Unwesen treibt und die Zerstörung der Welt mithilfe der Köpfe auf den Feldern vorbereitet.
Seine Tochter Chania, das einzig reine Wesen dieser Zwischenwelt, soll ihrem Vater dabei helfen, sobald die Zeit dafür reif ist. Doch bis dahin, warten auf Maximus und seine Schwester Vanillia noch allerlei Abenteuer …

Leseprobe:
Der kleine Vampir entdeckt die Schule

Das Erlebnis mit dem Vampirjäger hatte den kleinen Vampir dennoch misstrauisch gemacht. Aber er hatte auch eine unstillbare Sehnsucht, die Menschen in dem Land, wo er wohnte, endlich näher kennenzulernen. Eines Tages kam der kleine Vampir so in die nächstgrößere Stadt. Er hatte sich unbemerkt anderen Kindern angeschlossen, die mit so einem kleinen Koffer am Rücken in einen Bus stiegen. Die Kinder redeten die ganze Zeit von einer „Schule“.
Der kleine Vampir konnte sich überhaupt nichts darunter vorstellen. Auch von einem „Lehrer“ hatte er noch nie etwas gehört.
„Dieser doofe Lehrer Bröckl war gestern vielleicht wieder fies. Der hat uns gestern eine Ex hin geknallt, das war nicht mehr normal. Solche Lehrer sollte man mal verprügeln“, meinte Max und fuchtelte wütend mit seinen Armen umher.
„Ja“, meinte da ein anderer, „diese fiesen Pauker sind doch alle so gemein.“
Der ganze Bus war plötzlich in Aufruhr. Alle beschwerten sich plötzlich lauthals über ihre „blöden, fiesen Lehrer“.  Nur der kleine Vampir saß ganz still auf seinem Sitz und wusste gar nicht, was er davon halten sollte. So hatte er Kinder noch nie erlebt. Die waren ja alle richtig sauer und aufgebracht.

„Das letzte Mal musste die ganze Klasse nachsitzen, bloß weil wir alle das neue Klassenzimmer nicht gefunden hatten“, schimpfte jetzt Paulina.  „Ja, das war echt fies. Bloß weil ein Schüler den Plan versteckt hatte, mussten wir alle dran glauben“, stimmte ihr ein anderes Mädchen bei.
Eine Gruppe Siebtklässler mischte sich ein. 
„Das ist ja noch gar nichts“, meinte einer davon, „als wir im Skilager waren, da haben uns die blöden Lehrer die ganzen Semmeln weggefressen. Und nachts standen sie auf dem Gang blöd herum und wir konnten uns gar nicht treffen. Sie vermiesen einem wirklich alles!“
Im Bus war es mittlerweile richtig laut. Sie redeten alle wild durcheinander.
„Ruuuuuuuuhhhhhheeeeeee!!!!“, brüllte auf einmal der Busfahrer, „wenn ihr nicht sofort Ruhe gebt, dann dürft ihr heute den Rest zur Schule zu Fuß gehen und dann kommt ihr zu spät.“
Schon wieder dieses Wort „Schule“. Was meinten die Kinder und der Busfahrer bloß damit? Und wieso war es jetzt im Bus plötzlich wieder so leise, nachdem ihnen der Busfahrer gedroht hatte? Die Kinder hatten ja richtig Angst, in die Schule zu spät zu kommen.
„Ich muss wissen was eine Schule ist“, dachte sich der kleine Vampir. Zögernd klopfte er seinem Nachbarn auf die Schulter.
„Sag mal du - kannst du mir mal was erklären“, fragte er vorsichtig.
„Was willst ‘n wissen? Wer bist du überhaupt, dich kenne ich ja noch gar nicht. Wieso hast du denn keinen Schulranzen dabei? Du schaust komisch aus! Deine Klamotten und überhaupt du bist ja ganz käsig im Gesicht!“, sprudelte es aus dem Jungen heraus. Er hatte den kleinen Vampir vorhin gar nicht registriert und war jetzt umso erstaunter, als er ihn näher betrachtete.
„He Leute, schaut euch mal diesen Clown hier an. Fährt in einem Schulbus mit und hat nicht einmal Schulsachen dabei. Das gibt's doch gar nicht!“
Alle musterten plötzlich den kleinen Vampir und durchbohrten ihn mit ihren Blicken.  
„Den hab` ich schon mal gesehen“, meinte ein kleines Mädchen, „der wohnt in dem verlassenen Schloss nähe Vanella. Dort traut sich aber seit Jahrzehnten keiner hin. Meine Urgroßmutter meinte, dass es dort früher Vampire gegeben hat.“ Plötzlich wurde es ganz still im Bus. Dem kleinen Vampir wurde es ganz mulmig.  
Ahnte das Mädchen etwas? Droht meine Tarnung aufzufliegen?
„So ein Scheiß“, meinte ein anderer und durchbrach mit einem Gelächter die Stille. „ Ha ha, Vampire gibt es doch gar nicht!“
Plötzlich wurde es im Bus wieder richtig unruhig.
„Jetzt reicht`s mir aber“, brüllte der Busfahrer genervt, „ich habe euch gewarnt, die letzten Meter dürft ihr jetzt zu Fuß gehen.“ Er hielt abrupt den Bus an und machte die Türen auf.
„Alles aussteigen Freunde, aber sofort! Da vorne ist eure Schule.“
Die Schüler blickten sich gegenseitig verdutzt an. Plötzlich achtete niemand mehr auf den kleinen Vampir. Durch die neue Situation war dieser gleich wieder in Vergessenheit geraten. Er hatte echt Glück gehabt. Die Situation war vorhin  ganz schön brenzlig für ihn geworden. Auf solche Fragen war er nicht vorbereitet gewesen. Murrend stiegen die Schüler aus, einige schimpften noch ein bisschen über den „doofen Busfahrer“, und der kleine Vampir trottete ihnen hinterher. Ein paar Meter weiter sah er es dann. Auf einem großen Schild stand „Grundschule Wiesel“. Es war ein großes Gebäude, in das die Kinder von allen Seiten hineinstürmten. Dann ertönte eine schrille Glocke. Der kleine Vampir erschrak, wartete dann ab, bis alle anderen hineingegangen waren und ging dann vorsichtig in die Schule hinein. Er sah noch, wie die Schüler gruppenweise in verschiedene Zimmer hineingingen. In jedes dieser Zimmer ging dann noch ein Erwachsener hinein und alle Schüler riefen laut: „Guten Morgen Lehrer Soundso!“ Das waren also die Lehrer.
„Und was mach ich jetzt?“, überlegte sich der kleine Vampir. Er fackelte nicht lange und suchte sich einfach ein Klassenzimmer aus, in dem Kinder mit seiner Größe hineingegangen waren. Unauffällig setzte er sich einfach am Ende dieses  Zimmers auf einen freien Stuhl. Der Lehrer dieser Klasse war noch nicht da, aber die Kinder holten bereits alles Mögliche aus ihren Schulranzen heraus - Bücher, Stifte und Hefte. Das hatte der Junge wohl mit Schulsachen gemeint. Der kleine Vampir hatte natürlich nichts dabei, und sein Tisch blieb leer. Und dann sah er sie - seine neue Lehrerin. Sie hatte ein Gesicht wie ein Engel, blonde Haare und blaue Augen und ihm war als würde diese Frau in den Raum hineinschweben. Dem kleinen Vampir wurde es ganz anders und er starrte sie aufgeregt und entzückt an. Das lag wohl daran, dass er zwar wie ein achtjähriger Junge aussah, aber in Wirklichkeit schon über 100 Jahre alt war.
„Guten Morgen Frau  Mairose“, riefen jetzt alle Kinder gleichzeitig.
„Guten Morgen liebe Kinder“, erwiderte Frau Mairose mit einem Lächeln im Gesicht, das den kleinen Vampir erneut entzücken ließ. Sie blickte freundlich in die Runde und entdeckte plötzlich den neuen Schüler.
„Na wen haben wir denn da. Wer bist du denn? Ein neuer Schüler?“, fragte sie den kleinen Vampir, der sich anfangs gar nicht angesprochen fühlte. „Ja, dich ganz da hinten meine ich“, sagte sie und zeigte mit dem Zeigefinger auf ihn.
Plötzlich wurde dem kleinen Vampir bewusst, dass er gemeint war und wieder blickten ihn alle an. Einige Kinder in der Klasse fingen an leise an zu kichern. Der kleine Vampir starrte Frau Mairose schüchtern an. Diese musterte ihn interessiert. „Der war schon im Bus und war total komisch“, meldete sich eifrig ein kleines Mädchen mit Sommersprossen. Maximus stockte der Atem.
„Ich, äh ich heiße“, stotterte er.
Welchen Namen soll ich denn  jetzt sagen?
Eigentlich hieß er immer nur der kleine Vampir. Er musste sich sofort einen Namen ausdenken. Da fiel ihm der Max aus dem Bus wieder ein.
„Ich, ich heiße Maximus“, stotterte er, „ich wollte mir nur die Schule anschauen. Darf ich hier bleiben?“ Frau Mairose überlegte kurz, lächelte ihn freundlich an.

 „Du brauchst keine Angst haben. Natürlich darfst du hier bleiben. Wir reden nach der Stunde in Ruhe.“ Die Lehrerin machte dann mit den Kindern etwas, was „Lesen“ hieß und diese durften aus ihren mitgebrachten Büchern vorlesen. Danach wurden noch irgendwelche Zahlen durchgenommen. Der kleine Vampir Maximus verstand nur noch Bahnhof. Danach gab es eine Pause. Die Kinder packten alle ihre Brotzeit aus. Auch der kleine Vampir Maximus hatte sich etwas mitgenommen. Es gab bei ihm Blutwurst mit Semmel. Wieder fiel er unangenehm auf.
„Was isst du denn da für ekliges Zeug?“, fragte ihn ein Mädchen mit Sommersprossen und schüttelte ihren Kopf, „du bist wirklich merkwürdig und schaust auch so komisch aus.“
Zusammen mit den anderen Kindern ging sie kopfschüttelnd an ihm vorbei in den Pausenhof, und Maximus blieb traurig und allein im Zimmer. Einsam und verlassen saß er in der Bank und biss lustlos in seine Blutwurst. Die Lehrerin hatte das bemerkt und kam noch einmal zurück. Sie ging auf ihn zu und streichelte ihm über den Kopf.
„Was bist du nur für ein  merkwürdiger Junge“, meinte sie liebevoll, senkte dabei den Kopf und betrachtete ihn, „es kommt mir so vor, als wenn du noch nie in einer Schule gewesen bist.“
„Das war ich auch noch nie!“, schluchzte der kleine Vampir Maximus auf, „ich wusste bis heute gar nicht, was eine Schule ist. Ich komme aus einem einsamen verlassenen Schloss und habe heute zufällig die Kinder getroffen. Und weil alle Kinder in diesen Bus gestiegen sind, bin ich auch mit eingestiegen.“
Frau Mairose hatte plötzlich Mitleid mit ihm.  Willst du denn zu uns in die Schule gehen?“, fragte sie ihn lächelnd.
„Ja, das möchte ich gerne“, erwiderte er überglücklich und lächelte zurück.
„Na dann“, meinte sie, „gebe ich dir heute eine Anmeldung für deinen Vater und eine Liste für die Schulsachen mit. Vielleicht kann dir ja Lisa heute Nachmittag nach der Schule zeigen, was wir bisher schon durchgenommen haben. Das Schuljahr hat ja erst begonnen.“ 

Renate Roy wurde 1962 in München geboren und lebt dort mit ihren beiden Töchtern Josi und Izi und Hund Reggie. Nach einer erfolgreichen Lehre als Industriekauffrau studierte sie noch Wirtschaftsingenieurwesen und möchte noch ihren Heilpraktiker machen. Sie ist eine sehr vielseitig interessierte, sportliche Leseratte. Die Maximus Bücher sind ihre ersten Veröffentlichungen.

Lese- und Hörproben unter:
renate-roy.de
https://m.soundcloud.com/renate-roy

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