Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren

Dienstag, 10. Januar 2017

Die drei Riesen von Klaus Kurt Löffler




Klappentext

 DIE DREI RIESEN

Eines Morgens werden die Bewohner der Pfahlbausiedlung am Abasee durch lautes Krachen und Poltern aufgeschreckt. Drei Riesen haben sich auf dem felsigen Gebirgshang niedergelassen und fordern nun Tribut ein. Wird es den Siedlern gelingen, mit der Bedrohung fertigzuwerden?
Klaus Kurt Löffler hat hier einer Sage aus dem Salzkammergut einen neuen Inhalt gegeben. Im Zusammenspiel mit stimmungsvollen Bildern von Künstlerin Sepjola, öffnet das Märchen ein Tor in die graue Vorzeit, in der die Natur noch nicht ihren Schrecken verloren hat und Fabelwesen aller Art ihr Unwesen treiben.

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Leseprobe:
Vorwort
In grauer Vorzeit, als die Erde noch von Fabelwesen bevölkert war, waren die Alpentäler von dichtem Urwald bewachsen. Um die Seen im heutigen Salzkammergut herrschte eine fast undurchdringliche Wildnis. Nur vereinzelt drangen Jäger, Sammler und Fischer ein, wobei sie Wildwechseln und Saumpfaden folgten.
Der Fischreichtum veranlasste die Menschen aber dann doch, sich in der feindlichen Gebirgswelt anzusiedeln. Zunächst entstanden am leichter zugänglichen Mondsee Pfahlbausiedlungen. Dann ging man daran, auch am nahe gelegenen, fischreichen Abersee Fuß zu fassen. Am Westufer rodeten die Kolonisten auf dem bewaldeten Uferstreifen in mühevoller Arbeit eine Lichtung und bauten auf Pfählen stehende Plattformen in den See, auf denen sie Holzhütten errichteten. 

Erstes Kapitel: Die Riesen erscheinen
Eines Morgens wurden die Bewohner aus dem Schlaf aufgeschreckt: Ihre Hütten schwankten hin und her, während vom Berg lautes Krachen und Poltern ertönte. Verängstigt rannten sie auf die Plattformen hinaus und suchten nach dem Grund. Der war nicht schwer zu erkennen: Auf dem felsigen Gebirgshang im Westen waren drei Riesen aufgetaucht. So groß, dass die umstehenden Bäume wie Gesträuch zu ihren Füßen wirkten. Jeder von ihnen konnte die Ansiedlung am Seeufer mit ein paar Fußtritten zerstören.
Auf Drängen der Siedler begab sich Mateo, der Führer der Gemeinschaft, zu den unerwünschten Besuchern. »Darf man wissen, was Euch herführt?«, fragte er vorsichtig, um die Eindringlinge nicht unnötig zu reizen.
»Gut, dass du nachfragst«, sprach der größte Riese. »Das beschleunigt die Sache. Ich bin Gohlguh, der Älteste der Sippe. Und das sind meine Brüder Gormosch und Gagath. Wir sind weit gewandert, bis wir entdeckt haben, was wir suchen. Aber jetzt haben wir eine neue Heimat und ihr neue Herrscher gefunden: Wir werden uns hier niederlassen und erwarten von euch, dass ihr uns zu Diensten seid.«
»Was verlangt ihr?«, fragte Mateo besorgt, nichts Gutes ahnend.
»Ihr versorgt uns mit Essen und Trinken und mit allem, was wir sonst noch benötigen.«
»Dazu sind wir nicht in der Lage. Ihr habt sicher einen Appetit, der eurer Größe entspricht. Wenn wir den stillen, haben wir selber nichts mehr und werden verhungern.«
»Das ist euer Problem«, lachte der Riese. »Für heute wollen wir euch entgegenkommen und uns damit begnügen, dass ihr fünfzig Körbe mit Verpflegung heranschafft. Morgen müssen es dann schon hundert sein und übermorgen dreimal so viel. Denn jeder von uns benötigt hundert Körbe für sich allein, um satt zu werden. Diesen Tribut müsst ihr jeden Tag leisten. Dafür werden wir euch vor euren Feinden beschützen.«
»Aber wir haben gar keine Feinde«, wandte der Vorsteher ein. »Wir leben mit unseren Nachbarn am Mondsee im Einvernehmen.«
»Um so besser für uns alle«, lautete die Antwort. »Dann haben wir weniger Arbeit!«
»Und was geschieht, wenn wir eure Forderung nicht erfüllen?«, fragte Mateo, obwohl er sich die Antwort schon denken konnte.
»Dann werden wir uns selber holen, was uns zusteht!«, drohte der Riese. »Und wenn wir fertig sind, wird von eurer Ansiedlung nichts übrig sein.«
 Der Riese deutete mit einer Handbewegung an, dass er die Unterhaltung für beendet betrachtete. Und begann dann, sich mit seinen Brüdern auf dem Gebirgshang häuslich einzurichten. Dem verstörten Anführer der Siedler blieb nichts anderes übrig, als sich entmutigt zu entfernen.

Klaus Kurt Löffler:
Als studierter Jurist war ich zuletzt als Vorsitzender Richter am Landgericht tätig. Nach meiner Pensionierung habe ich während eines Aufenthalts in St. Wolfgang am Wolfgangsee mit dem Schreiben von Jugendbüchern angefangen. Der Schauplatz und meine beruflichen Erfahrungen wollten es, dass es Detektivgeschichten wurden, in denen die Landschaft eine entscheidende Rolle spielt. Es steht bei mir aber nicht das Verbrechen, sondern das hinter ihm stehende Rätsel im Vordergrund. Denn meine Junior- Detektive lösen ihre Fälle mit Köpfchen.
  

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