Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren

Dienstag, 5. Februar 2013

Kinder Karneval von Stephanie Berth-Escriva



 
 Lisa und Max erwarten ihre Freunde Simon und Christine zum Spielen. Die jüngeren Kinder wollen die älteren dazu überreden, eine Karnevalsfeier zu organisieren. Nur wie soll das gehen, so richtig feiern mit vier Leuten?

In der Nacht wird es zu einem unglaublichen Ereignis kommen. 
Erhältlich bei Amazon.


Leseprobe Kapitel II

„Was stellt ihr euch denn so richtig spaßig vor?“, fragte Lisa mit besonders guter Laune. Dabei kam sie sich fast so wie ihre Musiklehrerin vor. Die tat auch immer superfreundlich, wenn sie ihre gelangweilten Schüler für ein neues Kapitel im Musikunterricht begeistern wollte.
„Wir können uns ein Theaterstück ausdenken“, schlug Max vor und hielt die gemalte Sonne hoch.
Simon schien ihn überhaupt nicht gehört zu haben und blickte in die Leere.
„Nein, etwas Lustigeres…“, warf Christine ein.
„Du weißt ja gar nicht, wovon mein Theater erzählt. Eine Prinzessin auf einer Insel – ganz allein. Dann kommt der Piratenkönig …“, begann der kleine Junge eifrig zu erzählen.
„Ich will die Prinzessin sein!“, entschied seine Freundin sofort.
„Ähm, ich denke, wir könnten uns etwas einfallen lassen, wo alle Spaß haben“, gab Lisa zu bedenken.
„Euch fällt ja nichts ein. Außerdem könnt ihr uns beim Ausschneiden helfen. Die Pappe ist zu dick …“, sprach ihr kleiner Bruder und hielt ihr die Sonne und eine Schere hin. Lisa reichte das Bastelwerk an Simon weiter und fragte:
„Und was könnte witziger sein als ein Theaterstück für Kleinkinder?“
„Karneval!“, rief Christine augenblicklich aus. Nun musste Simon doch etwas lächeln. In wenigen Augenblicken hatte er die runde Scheibe ausgeschnitten und hielt sie hoch. Lisa setzte sich im Schneidersitz auf den Fußboden und beobachtete ihren Freund. Sie wusste genau, wie gerne er sich verkleidete und irgendwelche Kostüme würden sie schon finden.
„Ich will mich als Prinzessin verkleiden!“, entschied Christine.
„Und bei einem Karnevalsfest gibt es immer ein Spektakel“, fügte Max hinzu.
„Ich denke, wir werden das Theaterstück von deinem Bruder nicht umgehen können“, sprach Simon.
„Mal mir bitte ein paar Palmen für die Insel.“ Max wusste genau, was er für die Dekoration brauchte und holte flink einen Bleistift von seinem Schreibtisch.
Simon betrachtete die restlichen Pappkartons und fragte sich, wie klein die Palmen ausfallen würden. Sie konnten kaum größer sein als ein Teddybär.

„Fasching, Karneval, das ist doch eine tolle Idee. Ich mag diese Zeit immer sehr gerne. Erst muss man sich ausdenken, wie man sich verkleiden möchte. Und dann kommen die ganzen Kleinigkeiten dazu“, schwärmte Lisa.
„Und wir dürfen uns auch schminken und Glitzerzeug in die Haare streuen.“ Christine war schon ganz aus dem Häuschen und strahlte Lisa aus ihren großen blauen Augen an.
„So etwas habe ich leider nicht da, aber wir können ja Konfettis selber machen … mit Papas Brieflocher“, schlug Lisa vor, woraufhin ihr kleiner Bruder sofort aufsprang und die Treppe hinunter eilte. Er wusste genau, wo dieses Ding lag und er es ausborgen konnte.

„Willst du ein guter oder ein böser Pirat sein?“, erkundigte sich Christine zu Simon gewandt.
„Ich denke, heute will ich ein ganz Böser sein. Aber keine Sorge, dich werde ich nicht auffressen …“, bummelte er und begann Palmen auf die Pappe zu zeichnen.
„Gegen wen willst du denn kämpfen?“, wollte seine kleine Schwester wissen. Simon hob die Arme dramatisch in die Höhe und sprach mit beschwörender Stimme:
„Gegen den fürchterlichen Kraken, welcher aus der Tiefe der Ozeane befreit wurde, weil die Götter sauer auf die Menschen waren. Er sollte die dummen Erdenkinder bestrafen … doch nun brauchte die Menschheit einen Retter …“

Lisa lachte erleichtert auf. Endlich schien sich ihr Freund zu etwas Interessanteren zu entscheiden, als dumm auf seinem Sessel zu schmollen.

„Das hört sich gruselig an“, stellte Christine fest.
„Aber das ist doch das Tolle an Karnevalsfeiern. Jeder kann endlich sein, wer er mal sein möchte. Ich werde eine mutige Heldin sein. Jeder soll denken, ich sei nur eine Tänzerin, aber meine Aufgabe ist es, den Armen in der Stadt des bösen Sultans zu helfen.“
„Ein weiblicher Robin Hood in einer arabischen Wüste?“, fragte Simon.
„Nein, ich bin Robin Hood!“, rief Max laut dazwischen, denn er war mit der Lochmaschine zurückgekommen.
„Du willst immer Robin Hood sein“, stellte Christine fest.
„… und du eine Prinzessin.“

Ohne zu zögern, griff er nach bunten Papierresten und begann energisch Löcher zu stanzen. Seine Schwester leerte einen kleinen Karton und stellte ihn zur Verfügung, damit Max die fertigen Konfettis da hineinschütten konnte.
(...)


Leserstimmen:
"(...) Der Leser taucht in die fantasiereiche Kinderwelt hinein, eine Welt, in der Wunder geschehen und wo Spielspaß endlos ist.(...)"

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