Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren
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Dienstag, 6. September 2016

Tilly und Mordusa - Hexen, Tricks und Zaubereien, wer legt hier wohl wen herein von Rosemarie Benke-Bursian



Klappentext:
"Hexen, Tricks und Zaubereien. Wer legt hier wohl wen herein? "Hexe, Hexe, Hexentanz, backe, backe Firlefanz, koche, koche Muckefuck und dann in die Suppe spuck." Mit raffinierten Zutaten und einem noch raffinierterem Plan versucht Mordusa sich für eine Niederlage zu rächen, die Tilly ihr verpasst hat. Mordusa will Tilly als Scheinhexe entlarven, damit diese ein für alle Mal aus Hexenmondtal verjagt wird. Denn die schlaue Tilly ist ihr nicht geheuer. Sie könnte womöglich eines Tages sogar Mordusas Geheimnis lüften. Um Tilly zuvor zu kommen, muss Mordusa einfach noch schlauer sein. Und das ist sie, denn der Plan, den Mordusa entwickelt hat, kann gar nicht schiefgehen. Oder?
Witzig, turbulent und spannend mit einigen überraschenden Wendungen wird die Geschichte zweier pfiffiger Hexen erzählt, die sich genseitig auspielen wollen, bis sie zum Schluss beide einer ganz anderen Überraschung gegenüber stehen."
Erhältlich bei Amazon, Anbieterlisten, bei denen Tilly neu, aus zweitere Hand bzw. antiquarisch erworben werden kann: GetTextbooks und diebuchsuche.ch

Leseprobe:
"Tilly hext - oder auch nicht
Gerade als Tilly den Topf von der noch heißen Ofenplatte schubste, steckte Mordusa den Kopf durch die Tür.
„Ahh, ich sehe du kochst. Wie interessant", sagte sie und ehe Tilly sich´s versah, stand Mordusa schon hinter ihr und spähte in den Topf.
„Sieh mal an", schnarrte sie, „das ist dir wohl misslungen?"
„Wieso misslungen?", fragte Tilly verwundert und blickte Mordusa fest in die Augen.
„Na der Eintopf da, der ist ja total verkohlt."
Mordusa rieb sich frohlockend die Hände. Jetzt hatte sie Tilly erwischt. Diesmal war ihr eindeutig eine Zauberei missraten. Und eine Hexe, die dreimal innerhalb eines Mond-Umlaufs beim Hexen versagte, musste Hexenmondtal verlassen, ihr Dasein fort-an bei den Halb- und Scheinhexen fristen.
„Was heißt denn hier Eintopf?" Tilly schüttelte den Kopf. „Das ist Asche. Beste Asche für meine Blumen."
„Asche? Asche für deine Blumen?", geiferte Mordusa. „Willst du mich für dumm verkaufen? Das ist verbrannter Eintopf. Ein misslungener Zauberspruch. Eine verkorkste Hexerei und sonst nichts. Und dabei hast du dich erst letzte Woche verzaubert, als du Piponella diesen blauen Saft hingestellt hast, obwohl sie sich einen Zitronenprickel gewünscht hatte."
„Das war Zitronenprickel, meine Liebe. Zitronen-prickel aus blauer Zitrone." Tilly ließ sich von den Anschuldigungen offensichtlich nicht beeindrucken, was Mordusa erst recht wütend machte.
Tilly war die einzige Hexe in ganz Hexenmondtal, die Mordusa nicht mit dem Respekt behandelte, der einer Edelhexe gebührte. Schon Mordusas Mutter und sogar ihre Großmutter waren Edelhexen gewesen, Hexen mit besonderen magischen Fähigkeiten. Diese Fähigkeiten wurden für gewöhnlich weitervererbt, weshalb auch Mordusa als Edelhexe galt.
Allerdings hatte es bei ihr mit dem Weitervererben aus irgendeinem Grunde nicht geklappt. Doch das wusste niemand, denn Mordusa hatte immer alle in dem Glauben gelassen, sie sei eine Edelhexe. Das brachte ihr in der Hexen- und Magiergemeinschaft einen hohen Rang und viele Privilegien ein. So wohnte sie in einer großen Villa in einer besonders ruhigen und gepflegten Gegend von Hexenmondtal, in dem nur Edelhexen wohnten. Sie konnte in aus-gesuchten Geschäften besonders seltene Zauber-Gegenstände und Zubehör erwerben und sie hatte eine Stimme in der Magierversammlung, dass heißt sie wurde an wichtigen Entscheidungen, die ganz Hexenmondtal betrafen, mit beteiligt. Entsprechend stolz trug sie das Edelhexen-Zeichen, das allen Respekt einflößte: den Edelhexenstein.
Nur Tilly, diese verdammt vorlaute und freche Tilly, behandelte Mordusa wie ihresgleichen, fast so, als glaube sie nicht an ihren Edelhexen-Rang. Ausgerechnet diese nichtsnutzige Scheinhexe könnte ihr womöglich eines Tages zum Verhängnis werden. Dem wollte sie gerne zuvorkommen, indem sie Tilly deren Unfähigkeit nachwies, so dass diese aus Hexenmondtal verjagt werden musste. Diese Chance schien jetzt zum Greifen nahe."

Hexenverse aus dem Buch:
      
1) Kräuter, Pilz und welkes Laub,
geben guten Pulverstaub
Schlangengift ist auch ganz fein,
das Gleiche gilt für Krötenschleim.“

2) Schon ein einz´ges Hexenhaar
Macht die ganze Mixtur klar.
Doch nur in gruselfinst´rer Nacht

Wird was Besond´res draus gemacht.

3) Hexe, Hexe, Hexentanz,
backe, backe Firlefanz,koche,
koche Muckefuck

und dann in die Suppe spuck.
Dreimal hin, dreimal her,
rundherum, das ist nicht s
chwer.


 
Rosemarie Benke-Bursian studierte Biologie mit Abschluss Diplom und veröffentlichte während der Promotion die ersten wissenschaftlichen Beiträge. Es folgten einige Jahre im wissenschaftlichen Produktmanagement der Industrie, wo sie u.a. für journalistische Artikel und Informationsbroschüren verantwortlich war.
Mittlerweile ist sie in ihrem Wohnort Tutzing als freiberufliche (Wissenschafts-)Journalistin und Autorin tätig und hat zahlreiche Presseartikel, diverse Texte für Fachleute und interessierte Laien aus Naturwissenschaft, Medizin und Gesundheit geschrieben sowie diverse Sachbücher zu Mathematik, Physik, Astronomie und Biologie veröffentlicht.
Das Schreiben von Katalog- und Werbetexten, sowie Redaktion, Fachredaktion und Ghostwriting gehören ebenfalls zu ihrem Repertoire.
Außerdem schreibt sie Kindergeschichten, Kurzgeschichten und Krimis, von denen viele in Literaturzeitschriften, diversen Anthologien und eigenen Büchern veröffentlicht sind, einige davon mit Auszeichnung.
2010 wurde sie in den Beirat der „Deutschen Umweltstiftung“ gewählt.
Seit 2013 ist sie Mitglied bei den „Mörderischen Schwestern“ und seit Herbst 2015 auch deren Pressesprecherin.
Die Autorin arbeitet weiterhin als freiberuflicher Coach, hält Lesungen und leitet kreative Schreibwerkstätten für Kinder und Erwachsene.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Geschichten aus dem Reich der Hexen, Elfen und Kobolde von Christine Erdic




Dieses Buch lädt den Leser mit seinen märchenhaften und lehrreichen Geschichten aus dem Reich der Hexen, Elfen und Feen zu einer Reise in die bunte Welt der Fantasie ein. Mit seinen lustigen Ausmalbildern ist es für Kinder ebenso geeignet wie für all jene, die im Herzen jung geblieben sind.
Geschichten aus dem Reich der Hexen, Elfen und Kobolde gibt es bei dem Onlinehändler Ihrer Wahl, im Bücherladen auf Bestellung und bei Amazon.
Weitere Infos und Bücher der Autorin hier:
http://christineerdic.jimdo.com/


Roona
 
Der Junge legte seine Finger an die Lippen: „Psssst, sie darf uns nicht hören.“ „Und du bist dir ganz sicher, dass da wirklich eine Hexe wohnt?“, flüsterte das Mädchen und sah seinen Begleiter zweifelnd an. „Na klar, wirst schon sehen Laura, brauchst aber keine Angst zu haben.“ Er griff beruhigend nach der Hand des Mädchens. „Pfff … ich habe eh keine Angst.“ Vorsichtshalber behielt Laura aber doch lieber Nicks Hand in ihrer. Die beiden kannten sich schon aus der Krabbelstube und gingen auch jetzt zusammen in die zweite Klasse der nahegelegenen Grundschule. Im Dorf waren sie als die Unzertrennlichen bekannt. Das alte Haus lag etwas abseits, dort wo das Dorf schon fast zu Ende war. Und wie konnte es anders sein, dahinter lag ein tiefer dunkler Wald. Es war den Kindern verboten, allein dort hin zu gehen, sie könnten sich verlaufen und nicht wieder zurückfinden. Aber das Haus lag ja noch davor. „Warum wohnt denn die Hexe nicht im Wald, wie bei Hänsel und Gretel?“, fragte Laura erstaunt. „Na, sie ist doch schon alt und es wäre zu weit zum Einkaufen.“ Das war einleuchtend. „Und warum klebt kein Lebkuchen an ihrem Haus?“, bohrte das Mädchen weiter und betrachtete das alte Fachwerkhaus mit der grün gestrichenen Eingangstür skeptisch. „Ruhig jetzt“, warnte der Junge. „Wir schleichen uns von der Seite an, da ist ein Loch im Zaun.“ Geduckt schlichen die Zwei weiter. Nick bog einen Busch zur Seite und verschwand durch die Lücke im Drahtzaun in den Garten der Hexe. Laura folgte ihm, blieb aber mit dem Rock im Draht hängen. Der Stoff gab ein zärtliches RIIIIIIIIIIIIITSCH von sich und ein dreieckiger roter Fetzen schmückte das Gitter. Nick drehte sich ungeduldig um und übersah eine Baumwurzel am Boden. Er schlug der Länge lang hin und gab ein leises Jammern von sich. „Das war die Hexe“, klagte er und umklammerte seinen schmerzenden Fuß. „Quatsch, das warst du, weil du nach hinten geguckt hast statt nach vorn!“, lachte Laura. „Schau, mein Rock ist zerrissen.“ „Was ziehst du auch einen Rock an heute. Aua, es tut so weh.“ Laura stützte den humpelnden Nick bis zum Haus. „Die Fensterscheiben sind nicht aus Zuckerguss“, stellte sie sachlich fest. „Das ist mir ganz egal, machen wir lieber, dass wir hier wegkommen, eh sie uns erwischt“, maulte Nick. „Wir müssen bis zur Gartentür, durch das Loch krieche ich nicht noch mal“, sagte Laura. Da ging plötzlich die grüne Eingangstür auf. Erschrocken sahen die Kinder die alte Frau an, die sich auf einen Stock stützte und langsam herauskam. Ihre grauen Haare schauten unter einem schwarzen Tuch hervor, überhaupt war alles schwarz, der lange Rock, die Strickjacke und die Katze neben ihr, die einen Buckel machte und fauchte. „Schau an, Hänsel und Gretel“, lachte die Alte mit heiserer Stimme. „Seid mir willkommen!“ „Wir sind nicht Hänsel und Gretel! Wir sind Nick und Laura! Und wenn du eine Hexe bist, dann kannst du Nicks Fuß heilen. Vielleicht ist er gebrochen.“ Laura sah der alten Frau fest in die Augen. Nein, sie hatte keine Angst. Und Nick? Der stand zitternd und bleich neben Laura und sagte keinen Ton. ‚Aber vielleicht ist es auch nur der Schmerz‘, dachte Laura. „Dann kommt rein, ich schau mir den Fuß mal an. Übrigens hat meine Katze Junge.“ Das klang freundlich und Laura fragte sicherheitshalber nochmal nach: „Du bist doch eine Hexe, oder?“ „Jedenfalls behaupten viele Leute das“, schmunzelte die Alte und zeigte beim Lächeln einen einzigen schwarzen Zahn. „Übrigens könnt ihr mich Roona nennen.“ „Hast du auch eine schwarze Krähe?“, fragte Laura neugierig und sah sich in der Wohnküche um. Hier gab es eine alte offene Feuerstelle, über der ein Kupferkessel hing, in dem etwas brodelte, einen alten dunklen Schrank, eine Truhe und eine Sitzecke mit einem großen Tisch. „Nein, habe ich nicht“, erwiderte Roona und schob Nick auf die Sitzbank. Der sagte noch immer nichts. Die Hexe befühlte den Fuß und nickte zufrieden. „Es ist nichts gebrochen, nur der Knöchel ist verstaucht. Das tut aber auch ziemlich weh. Ich werde etwas draufschmieren, damit es nicht anschwillt.“ Sie machte sich am Schrank zu schaffen und holte ein Stück Brot heraus. Das tränkte sie mit Olivenöl und legte es auf Nicks Knöchel. Dann band sie ein Tuch ganz fest darum. „So!“ Nick hatte aufgehört zu zittern und sah sich mit großen Augen im Raum um. In der Ecke stand ein Korb mit Katzenbabys, die schwarze Katze saß daneben und beobachtete die Kinder ganz genau. Roona winkte Laura heran und staunend betrachtete sie die fünf Katzenbabys. „Nein, du bleibst da sitzen, der Fuß braucht Ruhe“, warnte sie Nick mit strenger Stimme. „Das hier ist eine Glückskatze, sie hat alle Farben: weiß, rot und schwarz“, sagte Laura. „Die ist so schön, die würde ich gern mitnehmen.“ „Die Babys sind noch zu klein, sie brauchen ihre Mutter. Aber wenn deine Eltern einverstanden sind, darfst du das Kätzchen in zwei Wochen abholen.“ Laura strahlte über das ganze Gesicht, die Eltern würden es sicher erlauben. „Darf ich dich ab und zu besuchen und lernen, wie man diese Verbände macht oder auch Kräutertränke?“ „Ich würde mich freuen, ich bekomme selten Besuch“, Roona ging zur Sitzecke hinüber und legte Nick die Hände auf die Stirn. „Ich wollte gerade Tee trinken, leistet mir Gesellschaft, wenn ihr mögt. Oder hast du immer noch Angst vor mir?“ Der Junge schüttelte den Kopf. „Nein, du bist eine gute Hexe.“ „Ja, solche muss es auch geben“, lächelte Roona. Sie füllte duftenden Kräutertee in drei Tassen und verteilte Apfelkuchen auf die Teller. Das schmeckte. Nach dem Essen holte Roona eine Pfeife aus der Rocktasche, stopfte sie mit Tabak und paffte friedlich vor sich hin. „Es wird langsam Zeit für euch, sonst machen eure Eltern sich Sorgen“, sagte sie plötzlich. „Und übrigens, Nick, ich wohne wirklich nur nicht im Wald, weil es zu weit für mich zum Einkaufen wäre.“ Sie lächelte verschmitzt, als sie die überraschten Augen des Jungen sah. Die Kinder verabschiedeten sich. „Vielen Dank, Roona“, sagte Nick. „Darf ich mir später auch ein Kätzchen aussuchen?“ „Wir werden sehen, junger Mann“, antwortete Roona. ,Und ich weiß auch schon, welches du auswählen wirst’, dachte sie und sah den Kindern lächelnd nach, bis sie nur noch zwei kleine Punkte in der Ferne waren. Dann ging sie zurück in ihr Haus und schloss die grüne Tür sorgfältig hinter sich.
 
©byChristine Erdic

Dienstag, 27. März 2012

Der kleine Drache Puff Puff im Maulwurfland von Katja Piel


Ein Drache, der kein Feuer spucken kann? Gibt‘s doch gar nicht! Gibt‘s
doch! Wenn der kleine Drache versucht, Feuer zu speien, kommen nur ein paar winzige Rauchkringel raus und ein „Puff Puff“. Seine Freundin, die
Kräuterhexe Elviva, hilft ihm in ihren gemeinsamen Abenteuern, das Feuer zu finden. Ihr neuestes Abenteuer führt die beiden Freunde in das Maulwurfland.
Auf ihrer Reise treffen sie auf sprechende Bücher und Töpfe, sowie den
lustigen Papagei Kaugummi. Und gemeinsam finden sie ein Geheimnis heraus! Was das wohl sein mag? Findet es heraus mit dem ersten kleinen Fantasy Held für
Kinder ab 3 zum Vorlesen und für Erstleser, erhältlich bei Amazon.



Der kleine Drache Puff Puff im Maulwurfland

Der kleine Papagei Kaugummei


Die Sonne war gerade komplett aufgegangen, da hörte Puff Puff ein lautes
Krächzen. Er stockte kurz und flog tiefer über das Meer. Da schaukelte ein
winziges Boot und in dem Boot saß… Puff Puff strengte seine Augen an, da saß
ein Papagei und flatterte wild mit den Flügeln.

„So ein Piratenschmirseifenmist“, schimpfte der Papagei und als ein riesiger
Schatten über ihm schwebte, schaute er nach oben. „Wer seid ihr? Wer seid
ihr?“ fragte er und rückte ein bisschen an den Rand des Bootes.

Puff Puff flog direkt auf Augenhöhe des Papageis und lächelte freundlich.
„Ich bin der kleine Drache Puff Puff und das ist die Kräuterhexe Elviva“,
stellte er sie vor. Elviva guckte den Papageien interessiert an und sagte
freundlich Hallo.

„Puff Puff? Elviva?“ plapperte er nach. „Ich bin der Papagei Kaugummi und
der Piratenkapitän Blaubeere hat mich hier ausgesetzt und meine Flügel mit
Schmierseife vollgemacht, damit ich ihm nicht hinter her fliegen kann, Aye,
Schmierseife, diese Pappnase“, fluchte er wieder.

Elviva kicherte. „Na komm, ich hol dich zu mir hoch, du kannst mit zu mir
kommen, ich kann dir bestimmt mit einem Zauberspruch helfen.“

Sie wedelte mit dem Zeigefinger und der kleine Papagei Kaugummi schwebte zu
ihnen hoch. Der Papagei guckte ängstlich und sagte: „Dass du mich ja nicht
runterfallen lässt, sonst beiß ich dir in die Nase“, drohte er. „Jaja“,
antwortete Elviva und ließ ihn vorsichtig auf dem Drachrücken vor ihr
runter.

Der kleine Papagei schaute nun doch ängstlich seitlich runter und machte
große Augen. Er rutschte mit seinem Po etwas an Elviva ran.

„Los geht’s, Puff Puff“, rief sie. Der kleine Drache flog los.



Ein Zauberspruch und die Rettung vor Schmierseife


Wenig später landete Puff Puff vor Elvivas Häuschen und sie und der Papagei
Kaugummi stiegen ab. Beziehungsweise Elviva hatte den kleinen Papageien im
Arm, was ihm überhaupt nicht passte. Er meckerte und meckerte.

Im Haus, betraten sie gemeinsam die Küche. Den kleinen Papageien setzte
Elviva auf einen Stapel Töpfe, die wackelig hin und her schaukelten. „Und
du bist sicher, das hält hier?“ fragte Kaugummi ängstlich und krallte sich
am Topfrand fest. „Heee, nicht so doll“, schimpfte der Topf, auf dem der
Papagei saß. Kaugummi hopste erschrocken auf und fiel fast herunter. Puff
Puff beruhigte ihn. „Keine Angst, die tun dir nichts“, erklärte er und der
Topf guckte den kleinen Drachen böse an. „Die stehen im Topfbasar, ich hab
auch Gefühle. Ich bin Suppi und der beste Topf weit und breit mit meinem
Gusseiserneren Boden passe ich auf jeden Gasherd und koche die leckersten
Gemüsesuppen“, Puff Puff sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.

Da unterbrach Elviva die drei mit einem freudigen Schrei.

„Ich haaaabs!“ rief sie. Puff Puff drehte sich zu ihr um. Sie stand vor
ihrem Zauberbuch, das mitten im Raum auf einem hohen Tisch lag. Puff Puff
blickte in das Buch.

Schmierseife auf Papageien

Stand da

Und als Erklärung

Nervige Papageien werden Piratenkapitäne nur los, wenn sie sie mit
Schmierseife einreiben, in ein kleines Boot setzen und weiter segeln.

Kräuterhexen haben die Magie, um den Papageien von seinem Leiden zu
befreien, indem sie einen einfachen Zauberspruch auf sagen

Lös dich schnell
Vom Papageienfell

Die Seife schmiert
Was uns amüsiert

Rille Ralle Tausendmal
Ohne Seife
Ist‘s ideal


Die kleine Kräuterhexe drehte sich zum Papageien um und lächelte. „Bist du
bereit?“ Der kleine Papagei schaute sie trotzig an „Bist du bereit? Bist du
bereit? Was glaubst du denn? Ich bin Papageienkaummibereit“, sagte er.

Die kleine Hexe wedelte mit ihrem Zeigefinger und sprach den Zauberspruch.
Dabei hob sich der Papagei ein kleines Stück in die Luft. Wieder schaute er
hektisch und ängstlich nach links und rechts. Als der Spruch aufgesagt war,
floss die Seife aus seinen Flügeln in den Topf. Der Papagei schwebte wieder
hinunter und hob einen Flügel. Er schüttelte ihn und dann den anderen und
flog in die Luft.

Dabei krächzte er freudig „Juhu! Juhu!“ Elviva klappte das Buch wieder zu,
blickte lächelnd Puff Puff an und säuberte den Topf mit ihrem Zauberfinger.

„Danke“, sagte der Topf. Der Papagei setzte sich auf die Schulter der
kleinen Hexe und machte ein Kussgeräusch. Elviva wurde rot und schubste den
Papageien von ihrer Schulter. „Jaja, schon gut. Übertreib es nicht.“ Puff
Puff musste lachen.

Die kleine Hexe setzte sich nachdenklich auf einen Topfstapel. Die Töpfe und
Pfannen bildeten um sie herum einen Stuhl. „Tja, was machen wir denn nun?“
(...)



Leserstimmen:

"Eine niedliche Geschichte mit liebenswerten Figuren.

(...) Es handelt sich hierbei um das erste Buch einer vierbändigen Reihe, in denen
der Drache "Puff Puff" mit Hilfe seiner Freunde das Feuer für sich finden
muss.

Das Buch ist mit viel Liebe zu den Figuren erzählt und wird abgerundet durch
die kindgerechten, niedlichen Bilder der Autorin.
(...) ist die Geschichte für Kinder gut verständlch erzählt, und im Vordergrund steht der Wert der Freundschaft und des Füreinander-Daseins. So vermittelt dieses Kinderbuch auch noch eine
schöne Botschaft.

Alles in allem bin ich sehr angetan von diesem Buch."


" Eine spannende und liebenswerte Geschichte über einen kleinen Drachen

Nachdem ich beim ersten Mal nach einigen Kapiteln unterbrochen wurde, habe
ich dann das Buch "in einem Rutsch" fertig gelesen. Es ist spannend und
fesselnd geschrieben, selbst für mich als Erwachsene. Das Buch richtet sich
an Kinder ab drei Jahren, denen man das Buch vorlesen kann oder an
Erstleser, die selbst spannende Geschichten lesen möchten. Es ist auch
entsprechend kindgerecht aufbereitet.

Alleine schon die farbigen Zeichnungen sind in einem Stil gehalten, der
kleinen Kindern gefällt. Ins ganze Buch werden immer wieder solche
Zeichnungen eingestreut, die dem Kind das Geschehen gut illustrieren.

Von den Figuren, die in dem Buch auftauchen, hat mir der Papagei Kaugummi
besonders gefallen. Die Geschichte von dem lustigen Papageien ist
phantasievoll erdacht und niedergeschrieben. Doch das ist nur ein Teil des
Buches. Alle Geschichten zeigen so viel Phantasie und Fabulierlust, dass es
eine Freude ist, diese zu lesen.
(...) Ein wunderbares Buch, das ich voll und ganz empfehlen kann.
Ich freue mich darauf, es vorzulesen!"

Montag, 13. Februar 2012

Teufelspakt von Sigrid Wohlgemuth

Auf seiner Wanderschaft trifft Alexandrus auf Arabella, die Kräuter sammelt. Sie erzählt ihm, dass die Kinder, des Landes bei Nacht spurlos verschwinden. Obwohl Alexandrus meint, es sei ein Hirngespinst, bietet er ihr und den restlichen Kindern, die sich mit einer Hexe, in einer Höhle versteckt halten, seine Hilfe an. Kann Alexandrus den König dazu bringen, den Pakt mit dem Teufel zu lösen?

Teufelspakt ist ein Märchen für Kinder ab 6 Jahre, erhältlich bei Amazon .



Teufelspakt

Es war einmal ein junger Mann, der hieß Alexandrus. Eines Tages begab er sich auf die Wanderschaft. Müde vom langen Marsch suchte er einen geeigneten Platz zum Rasten und ließ sich auf einem gelbblühenden Teppich aus Löwenzahn nieder. Einen Laib Brot, Butter und Speck wickelte er aus dem bunten Tuch, in dem er seine Mahlzeit aufbewahrte, und biss genüsslich in den Kanten. Mit dem Hemdsärmel wischte er den Mund ab, streckte sich aus, verfolgte das Spiel der Wolken am Himmel und fiel in einen friedlichen Schlaf.

„Herr, Ihr könnt hier nicht ruhen!“ Alexandrus öffnete die Augen und erkannte einen Jungen, der über ihn gebeugt stand. Er setzte sich auf.

„Steht auf, Herr, und begebt Euch schnell hinfort“, sagte der Junge.

„Ich habe es nicht eilig.“ Alexandrus reckte sich.„Sag, Junge, ist es noch weit bis zum Schloss?“

„Zum Schloss?“, fragte der Junge mit erschrockenem Blick, drehte sich um und rannte geschwind davon.

„Bleib stehen!“, rief Alexandrus ihm hinterher und schüttelte verwundert den Kopf. Er stand auf und begab sich auf den Weg zum Anwesen von König Wilhelm. Zu später Stunde, am Rande des Flusses, erfreute er sich einer weiteren Brotzeit und legte danach die müden Glieder zur Nachtruhe auf ein Bett aus Moos.

Am frühen Morgen erwachte Alexandrus durch lieblichen Gesang. Er horchte, aus welcher Richtung die Stimme erklang. Nicht weit von ihm entfernt kniete ein Mädchen auf dem Gras und pflückte Löwenzahn.

„Sei gegrüßt“, rief er ihr zu. Das Mädchen erschrak und sprang auf um fortzulaufen.„Bleib stehen, ich tue dir nichts!“ Sie drehte sich um. Ihre langen blonden Haare fielen sanft auf die Schultern.

„Herr, Ihr habt mich erschreckt.“ Sie machte ein paar Schritte auf ihn zu.

„Komm, setz dich zu mir. Ich würde dich gerne etwas fragen“, sprach Alexandrus. Sie ließ sich in einigem Abstand von ihm nieder. „Befinde ich mich auf dem richtigen Pfad zum Schloss?“ Das Mädchen sprang auf. Er beugte sich nach vorne und konnte sie im letzten Moment an ihrem Rocksaum festhalten. Fast wäre sie gefallen.

„Bleib und erkläre mir, warum läuft jeder davon, wenn ich nach dem königlichen Anwesen frage?“

„Lasst mich los, Herr!“ In ihren Augen schimmerten Tränen.

„Hab keine Angst. Bitte, erzähl mir, was euch ängstigt“, bat Alexandrus.

„Gehört Ihr zu denen?“ Ihre Stimme zitterte.

„Denen?“

„Die auf dem Schloss leben.“

„Ich bin ein fahrender Geselle und befinde mich auf der Wanderschaft. Meine Taler neigen sich dem Ende zu. Ich suche eine Arbeit, um später weiterziehen zu können.“ „Begebt Euch nicht in des Herrschers Nähe!“ Mit dem Kleidersaum wischte sie sich die Tränen vom Gesicht.

„Ich heiße Alexandrus. Verrätst du mir deinen Namen?“ „Arabella.“

„Arabella, sprich, warum soll ich mich vom Palast fernhalten?“ Sie sah ihm in die Augen, holte tief Luft und sprach: „Der König hat einen Handel mit dem Teufel gemacht. Bei Nacht kann er sich die Kinder des Landes holen. Und bekommt für jedes Kind eine scharfe Paprika, die der König bevorzugt, um seine Därme anregen. Ansonsten leidet er bei fettem Essen unter starken Schmerzen.“ Herzzerreißend fing sie zu weinen an. Alexandrus stand auf und schloss sie tröstend in die Arme.

„Wer verbreitet solch einen Aberglauben?“, fragte er.

„Es ist die Wahrheit!“ Sie schnäuzte und befreite sich aus der Umarmung.

„Erzähl mir die Geschichte.“ Geduldig wartete er, bis Arabella sich gefasst hatte.

„Vor einem Jahr fing es an. Die Kinder trauten sich damals bis vor die Stadtmauer zum Spielen. Hin und wieder vergaßen sie die Zeit beim Herumtollen und begaben sich erst bei Dämmerung zurück. Mädchen und Jungen, die sich nicht sputeten, verschwanden in der Dunkelheit. Die Eltern suchten die Gegend ab, doch niemals wurden sie gefunden.“ Sie zerpflückte unruhig eine Butterblume mit den Fingern.

„Sprich weiter.“

„Vor drei Monaten beobachtete ein Späher, der sich am Abend auf die Lauer gelegt hatte, dass die Kinder von einer dunklen Gestalt verschleppt wurden. Er folgte ihren Schatten, die ihn zum Schloss führten. Ganz nah schlich er an eine Öffnung im Mauerwerk des Königlichen Gemachs und lauschte den Worten, die gesprochen wurden.“ Sie griff eine weitere Blüte. Alexandrus sah, wie ihre Hände dabei zitterten.„Sprich.“

„Er vernahm die folgenden Worte: ‚König, seht, ein strammer Bursche, er wird mir gute Dienste leisten.’ Seine Majestät antwortete: ‚Was habe ich bloß getan, dass ich Euch Teufel die Kinder meines Landes versprach!’ ‚Nur Gutes’, sprach die böse Gestalt. ‚Der Thron ist Euch geblieben. Habt Ihr vergessen, ich habe Eure beiden Brüder und Widersacher aus dem Weg geschafft. Der Lohn dafür waren die Kinder’.“ Arabella verstummte.

„Das sind Hirngespinste!“ Alexandrus lächelte.

„Glaubt Ihr mir nicht? So kann ich weiter Kräuter sammeln, damit die Kinder ein Mahl zubereiten können.“ Sie stand auf.

„Warte. Du sammelst Kräuter?“

„Wir leben davon, was die Natur uns gibt.“ Erst jetzt fiel Alexandrus auf, wie ausgeprägt ihre Gesichtszüge waren und sie nicht nur wie eine junge, reife Frau, die er auf neunzehn Jahre schätzte, sprach, sondern auch aussah. Sein Herz schlug schneller. Sollte sie ihm die Wahrheit erzählt haben?

„Wo befinden sich die Kinder?“, fragte er.

„Verzeiht, das kann ich Euch nicht verraten. Nicht einmal die Eltern wissen, wo sie sich aufhalten, sondern nur, dass sie in Sicherheit sind.“

„Vielleicht kann ich euch helfen.“

„Die Hexe hat sich mit uns verbündet, doch ihre Kräfte reichen nicht aus, um den Teufel zu vernichten.“

„Es gibt keine Hexen!“

„Ihr seid zu ungläubig. Lebt wohl!“, sprach sie und lief davon.