Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren

Dienstag, 21. Februar 2012

Richard von Furzhausen von Eva Markert



Klappentext:
Richard von Furzhausen leidet sehr unter seinem Familiennamen. Auf Grund dieses Namens gerät er häufig in komische, für ihn jedoch hochnotpeinliche Situationen. Oft machen sich seine Mitschüler über ihn lustig und er weiß nicht, wie er damit umgehen soll. Eines Tages kommt ein neuer Mitschüler in seine Klasse, dem Richards Problem nicht ganz fremd ist.

„Richard von Furzhausen“ ist ein Kinderbuch für Mädchen und Jungen, erhältlich bei Amazon.



RICHARD VON FURZHAUSEN
Eine Erzählung für Kinder
von
Eva Markert

1
Die neue Klasse


Manchmal wünschte sich Richard, er hätte andere Eltern. Nicht, dass er seine nicht gemocht hätte! Im Gegenteil, er mochte sie sogar sehr! Wenn bloß das Eine nicht wäre! Seit dem ersten Schuljahr hatte man ihn deswegen ausgelacht.
Und dann musste die Familie zu allem Überfluss auch noch umziehen! In der neuen Klasse wurde es dann ganz schlimm. Gleich am ersten Schultag ging es los.
Mit Frau Sommer, seiner neuen Klassenlehrerin, ging er in den Raum der 3 b. Dass alle ihn anguckten, machte Richard nicht so viel aus. Aber ihm graute vor dem, was gleich kommen würde.
Und da sagte Frau Sommer auch schon: „Zunächst wollen wir uns alle einmal kennen lernen.“
Die Schüler setzten sich in den Stuhlkreis.
„Und nun erzählt jeder, wie er heißt und was er gern tut“, fuhr Frau Sommer fort.
Der Junge, der im selben Haus wohnte wie Richard, fing an: „Ich heiße Patrick Schmidt und ich gucke gern fern.“
„Ich heiße Frederik Schultz und spiele am liebsten am Computer“, erzählte der nächste.
So stellte sich jeder vor. Richards Herz schlug schneller. Nur noch zwei Schüler waren vor ihm dran.
Jetzt nur noch einer.
Dann war es so weit. Alle sahen ihn an. Sein Gesicht glühte. „Ich heiße Richard“, piepste er, „und ich ... ich ...“ Plötzlich fiel ihm nichts ein, was er gern machte.
„Wie ist denn dein Nachname?“, hakte Frau Sommer nach.
Patrick, der den Namen schon auf dem Klingelschild gelesen hatte, kicherte.
Richard schluckte und murmelte etwas.
„Was hast du gesagt?“
Es half nichts, er konnte es ja nicht verheimlichen. „Von Furzhausen“, flüsterte er.
„Wie bitte?“ Sicher dachte Frau Sommer, sie hätte sich verhört.
„Von Furzhausen heißt er“, schrie Patrick.
Alle prusteten los und Richard sah genau, dass sich die Lehrerin das Lachen verbeißen musste.
„Und was ist dein Hobby, Richard?“, wollte sie wissen. Sie musste sehr laut sprechen, um den Tumult zu übertönen.
Daran konnte Richard sich immer noch nicht erinnern.
„Was tust du denn am liebsten?“, versuchte sie ihm zu helfen.
„Furzen“, brüllte Frederik.
Wieder johlte die ganze Klasse und Richard spürte, wie ihm Tränen der Wut in die Augen stiegen.
„Es gibt keinen Grund zu lachen!“, behauptete Frau Sommer. Das glaubte sie doch wohl selbst nicht!
„Und jetzt, Richard, erzähl uns, was du gern magst“, setzte sie hinzu.
„Schokolade“, wisperte Richard. Er wusste, dass das nicht die Antwort war, die sie erwartete. Aber leider fiel ihm im Augenblick nichts anderes ein.
„Weil man so schön davon furzen kann“, schrie jemand.
Die Lehrerin tat, als hätte sie es nicht gehört. „Mach du weiter“, bat sie den Jungen, der neben ihm saß. Unglücklicherweise hieß der Max Riechberg.
„Von Furzhausen und Riechberg“, rief Jan, das passt ja gut zusammen!
„Riechberg riecht Furzhausen furzen“, grölte Frederik.
„Schluss jetzt!“ Frau Sommers Stimme klang streng.
Es wurde ruhig in der Klasse.
Doch das war leider nur der Anfang.


2
Pausen


„Du darfst ihnen nicht zeigen, dass du dich so sehr ärgerst“, riet Papa oft. Sicher hatte er Recht. Aber Richard schaffte das einfach nicht.
Die Pausen waren am schlimmsten. Sobald er irgendwo auftauchte, fingen die anderen an, ihn auf die Schippe zu nehmen.
Manchmal sangen sie: „Ri-chard von Furz-hausen, Ri-chard von Furz-hausen.“
Patrick, Frederik und Jan waren am schlimmsten.
Patrick rief zum Beispiel: „Ich heiße übrigens Patrick Pinkel.“
Und Frederik brüllte: „Mein Name ist von Klohausen, Frederik von Klohausen.“
Jan wandte sich an Richard: „Und wie heißt du noch mal? Richard von Donnermann?“
Wenn er an den dreien vorbeiging, machten sie mit dem Mund knatternde Geräusche, die ziemlich echt klangen. Dann merkte Richard, wie er puterrot wurde. Er wollte das nicht, aber je weniger er es wollte, desto mehr errötete er.
Patrick fragte: „Warst du das, Richard?“
„Nein!“, schnauzte er. „Hört doch endlich auf mit dem Quatsch!“
„Bestimmt war er es“, rief Jan. „Kein Wunder, dass er so laut furzt, bei diesem Namen.“
Ein Mädchen musste darüber dermaßen lachen, dass es einen Schluckauf bekam.
Ein anderes stöhnte: „Puh, hier stinkt’s, iiiih!“, und hielt sich die Nase zu.
Richard fiel ein, was sein Vater ihm geraten hatte: „Sag doch einfach: Wer es hat zuerst gerochen, dem ist’s aus dem ... - na, du weißt schon – ... gekrochen.“
„Wer es hat zuerst gerochen ...“, begann Richard, aber niemand hörte ihm zu, er kam gar nicht gegen das Gejohle an.
Hilflos stand er da und ärgerte sich halb tot. Über seinen Namen. Über die anderen. Über Papa, der einfach sagte, er sollte sich nicht ärgern, und so blöde Sprüche abließ. Und über sich selbst, weil er einfach nicht aufhören konnte, sich zu ärgern.


3
Im Turnverein



In der Stadt, in der sie jetzt wohnten, gab es auch einen Turnverein. Jeden Donnerstagabend ging Richard dorthin. Da fragte niemand groß nach seinem Namen. Die meisten wussten wahrscheinlich gar nicht, wie er hieß.
Tom Schnabel, der Trainer, war klasse und supernett. Wenn man es genau betrachtete, war Schnabel auch ein komischer Name. Aber niemand lachte darüber.
Eines Tages passierte Richard etwas entsetzlich Peinliches. Als er abends im Bett lag, musste er die ganze Zeit daran denken und konnte deswegen nicht einschlafen. Er verkroch sich bis zu den Haaren unter die Decke, aber das machte es auch nicht besser.
Dabei hatte alles so schön angefangen. Die Turnübung machte riesigen Spaß: Man kletterte auf einen hohen Kasten, packte die Ringe, stieß sich mit den Füßen ab und flog durch die Luft rüber zu einem anderen Kasten.
„Achtung, hier kommt Tarzan!“, brüllte Richard, nahm Schwung und segelte los. Dabei stellte er sich vor, er wäre tatsächlich Tarzan und würde im Urwald an Lianen von einem Baum zum anderen fliegen. Mit einem wundervollen Tarzanschrei landete er auf dem anderen Kasten.
Aus irgendeinem Grund war es in dem Moment ganz still. Und da – er hatte keine Ahnung, wie das passieren konnte – genau in diesem Augenblick pupste er. Sehr lang und sehr laut.
Alle hörten es. Ein unbeschreibliches Getöse brach los. Die Jungen und Mädchen in seiner Riege krümmten sich, einige warfen sich sogar auf den Boden und strampelten mit den Beinen. Auch Tom Schnabel hatte Lachtränen in den Augen, und das wurmte Richard besonders.
Und dann kam, was kommen musste: Als sich gerade alle halbwegs beruhigt hatten, rief jemand: „He! Heißt du nicht von Furzhausen?“
Natürlich ging da das Gelächter von vorne los.
Als Richard nach Hause kam, sagte er zu seinen Eltern: „Ich geh nie wieder in den Turnverein.“
„Nanu, warum denn nicht?“, wunderte sich seine Mutter.
„Hat es wieder etwas mit unserem Namen zu tun?“, fragte Papa. „Lass die anderen doch einfach lachen.“
„Bla bla bla bla“, fauchte Richard ihn an und dachte, dass sein Vater sowieso keine Ahnung hatte und dass es nur eine Sache gab, die schlimmer war, als von Furzhausen zu heißen: nämlich so zu heißen und dann auch noch in aller Öffentlichkeit einen fliegen zu lassen.



Leserstimmen:

"Ist das ...
... ein renner!!! ein supergeiles buch für kids und erwachsene, das zum lachen bringt, lust macht auf mehr und pädagogisch wertvoll ist. volle kaufempfehlung!!!!"


"Lehrreich
Humor 5 von 5
Romantik 2 von 5
Spannung 5 von 5
Altersempfehlung 6 Jahre
(...)
Fazit:
Das Buch ist sehr gut zum Vorlesen, vielleicht auch für Erstleser geeignet. Es beschreibt bildlich alle die Probleme, die bei seltsamen Namen auftreten können. Es zeigt auf, dass man einen noch so schrecklichen Namen haben kann und es doch auf die Person ankommt und was die Person aus diesem Namen macht. (...)"

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