Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren

Dienstag, 18. November 2014

Carola - Muh-Kuhisch für Anfänger von Christoph und Doris Hermann



Sprichst du „muh-kuhisch“?

Nein? Dann geht es dir wie Matilda und ihren Eltern, dem Bauern Wiesel und seiner Frau, der Bäuerin.
Auf deren Bauernhof nahe dem kleinen Dorf wohnt Carola. Carola ist eine Kuh, aber nicht irgendeine Kuh. Carola ist ausgesprochen neugierig. So neugierig, dass sie immer wieder in Schwierigkeiten gerät. Und da sie nur „muh-kuhisch“ spricht, ist es nicht immer so einfach zu verstehen was sie möchte und wie man ihr helfen kann.

Vielleicht kannst du ja doch „muh-kuhisch“? Finde es heraus!
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Carola und der Löwenzahn
Endlich! Endlich war er da! Der Frühling! Carola hatte solange auf ihn gewartet und nun war er da. Sie genoss die Tage auf der Weide, genoss es an der frischen Luft zu sein, den Vögeln zuzuhören und das frische saftige Gras zu fressen. Es konnte eigentlich nicht besser werden.
Doch dann entdeckte Carola eines Morgens einen kleinen gelben Punkt am anderen Ende der Weide. „Muuhu?“, wunderte sie sich. Interessiert trabte sie darauf zu. Da stand doch tatsächlich eine kleine gelbe Blume. Ob man die wohl essen konnte? Carola beschnupperte die Blume. Sie roch lecker. Vorsichtig leckte Carola mit ihrer langen Zunge über die gelbe Blüte. „Muuh“, freute sie sich. Das schien ja wirklich ein besonderer Leckerbissen zu sein. Behutsam zupfte sie erst die Blüte und dann die Blätter ab. Hmmm, wie das schmeckte! Köstlich!
Unauffällig sah sie sich um. Sie blickte erst nach rechts und dann nach links. Ob die anderen Kühe auch schon bemerkt hatten, dass es auf der Weide so etwas Leckeres gab? Anscheinend nicht. Die anderen Kühe standen allesamt noch am anderen Ende der großen Weide. Carola blickte sich um.
Es musste doch noch mehr von diesen appetitlichen Pflanzen geben! Sie machte sich auf die Suche. Und tatsächlich, überall entdeckte sie plötzlich die kleinen leckeren Blumen. Zielstrebig huschte sie von hier nach dort und fraß genüsslich eine nach der anderen, immer bedacht darauf, dass die anderen Kühe nichts davon mitbekamen.
Als die Sonne hoch am Himmel stand hatte Carola alle gelben Blumen gefressen, die sie finden konnte. Sie schaute sich um. Nein, es war keine mehr zu sehen. Oder etwa doch? Ganz hinten am Zaun konnte sie noch etwas Gelbes leuchten sehen. „Muuh!“ Aufgeregt begab sie sich dorthin. Und wirklich, da stand noch eine gelbe Blume auf der anderen Seite des Zaunes! Größer und gelber als alle, die Carola bisher entdeckt hatte.
Carola streckte ihren Kopf durch den Zaun, um diese eine letzte Blume zu fressen. Doch sie konnte die Blume nicht erreichen. Carola streckte die Zunge aus, doch es half nichts. Sie stand zu weit weg. Carola zog den Kopf zurück und stampfte aufgeregt auf. „Muh!“ Das konnte doch nicht wahr sein! Irgendwie musste sie doch an diese eine letzte Blume herankommen.


 




Wieder streckte sie den Kopf durch den Zaun und wieder streckte sie die Zunge raus. Doch sie erreichte die kleine gelbe Pflanze nicht. Nur wenn der Wind in ihre Richtung blies, konnte sie sie mit ihrer Zungenspitze berühren. Das machte Carola nur noch wütender. Immer und immer wieder versuchte sie es. Ihre Zunge begann weh zu tun und ihr Nacken wurde steif.
Da kam plötzlich Matilda, die Bauerstochter. Sie hatte ihre Lieblingskuh schon eine ganze Weile von ihrem Kinderzimmerfenster aus beobachtet und sich gewundert, was in aller Welt Carola die ganze Zeit an dieser Stelle des Zaunes tat. „Na, Carola“, sagte sie, „was machst du denn hier? Hast du etwas entdeckt?“ „Muuh“, antwortete Carola, ihre Augen immer noch auf die Blume gerichtet. „Oh, ein Löwenzahn!“, rief Matilda. „Der ist aber schön!“
Und ehe sich Carola versah, hatte Matilda die Blume gepflückt. „So einen großen habe ich aber noch nie gesehen“, sagte Matilda und betrachtete den Löwenzahn ausgiebig. Carola war entsetzt. Da hatte sie sich den ganzen Nachmittag so abgemüht, und nun kam Matilda und schnappte ihr diesen Leckerbissen vor der Nase weg!

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