Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren

Dienstag, 12. Mai 2015

Leuchtturm der Abenteuer 01. Die Reise nach Himmelblau von Karim Pieritz



Der 8-jährige Michael bekommt von einem Elfenjungen eine magische Taschenlampe geschenkt. Schaut man in ihr Licht, landet man auf einem anderen Planeten!
Michael probiert die Lampe nachts in seinem Bett aus. Nach einer Schwindel erregenden Reise findet er sich am "Leuchtturm der Abenteuer" wieder, wo er vom Elfenjungen Purzel begrüßt wird. Da meldet sich lautstark ein leibhaftiger Tyrannosaurus Rex!
Purzel erklärt Michael, dass sie den Dinosaurier nachhause schicken müssen. Aber wie sollen sie das anstellen? Erlebt in der Geschichte, wie Michael seine Angst überwindet und seinem neuen Freund im ersten Abenteuer zur Seite steht. 
 
Kinder ab 6 Jahren 

1.1   Leseprobe

In einem Wald am Stadtrand steht ein Baum, der niemals seine Blätter verliert. Er hat selbst im eisigsten Winter noch grüne Triebe. Die Anwohner nennen ihn "magische Eiche" und die Stadt verdankt ihr den Namen "Immergrün". Es soll hier Feen, Waldgeister und andere Zauberwesen geben. Nach einem Ausflug berichten viele Kinder von Begegnungen mit Märchengeschöpfen.
In der Nähe wohnt der achtjährige Michael. Er findet solche Geschichten spannend, weiß aber nicht, ob man sie glauben kann. Ein Zehnjähriger hat ihm mal gemeine Dinge über den Weihnachtsmann erzählt. Trotzdem ist er davon überzeugt, dass es ihn gibt. Als er drei Jahre alt war, ist er zu Besuch gekommen und dieses Erlebnis hat ihn stark beeindruckt. Wenn es Märchenwesen geben sollte, sind sie bestimmt schüchtern und man sieht sie nur sehr selten, glaubt er. Michael ist oft zum Spielen im Wald, aber bislang hat er keine Zauberwesen gesehen.
Seine Grundschule ist ein über hundert Jahre alter Backsteinbau und hat einen parkähnlichen Garten. Heute bringt ihn seine Mutter Anna zur Schule.
"Ich will noch mit Frau Stein reden und muss den Eintritt bezahlen", sagt sie, als sie das Gebäude betreten. Frau Stein ist seine Klassenlehrerin. Michael freut sich sehr auf den Schulausflug zum Dino-Park, der für morgen geplant ist. Aber etwas bedrückt ihn.
"Mama", jammert er, "ich möchte nicht, dass Jan mitkommt." Er findet, dass der neunjährige Jan "böse" ist.
"Michael, darüber haben wir doch schon geredet", antwortet seine Mutter. "Jan ist erst seit ein paar Wochen in deiner Klasse. Es ist immer schwer, wenn man neu ist."
"Aber er schubst und haut und macht alles kaputt!" Michael ist wütend. Versteht sie ihn denn nicht?
"Ich habe mit seiner Tante gesprochen", erklärt seine Mutter. "Sie sind gerade umgezogen und Jan ist darüber sehr unglücklich. Wenn alle etwas netter zu ihm wären ..." Sie beendet den Satz nicht.
"Wieso wohnt er bei seiner Tante?", fragt Michael neugierig.
"Als er drei Jahre alt war, sind seine Eltern verschwunden", antwortet sie.
"Wohin denn?", will Michael wissen.
"Das weiß niemand und du erzählst es auch nicht weiter." Seine Mutter sieht ihn ernst an. "Heute holt dich Papa von der Schule ab."
"Ich kann alleine gehen", entgegnet Michael trotzig.
"Ja, aber momentan ..." Sie denkt nach. "Momentan ist es besser, wenn du nicht alleine nachhause gehst."
"Dann gehe ich mit Tim." Tim ist neun Jahre alt und bereits seit der Kita Michaels bester Freund. Außerdem sind sie direkte Nachbarn.
"Es sollte ein Erwachsener dabei sein", erwidert seine Mutter. In dem Moment bemerkt sie die Klassenlehrerin. Sie gibt Michael einen Kuss auf die Wange und geht zu ihr.
Michael hängt seine Jacke an den Haken und schaut sich um. Er entdeckt einen Mitschüler aus seiner Nachbarklasse.
"Hallo Eduardo", ruft er ihn. "Tim und ich wollen in der großen Pause noch mit Lichtschwertern kämpfen, willst du mitmachen?"
"Cool", antwortet der Junge mit den schwarzen Haaren und braunen Augen, "aber ich kann leider nicht. Mein Papa kommt nachher und dann gehen wir zum Rektor."
"Warum denn?", fragt Michael besorgt.
"Ich komme nicht mit auf die Klassenfahrt im September. Ich fahre mit meinem Vater nach Amerika und bleibe den ganzen Sommer", erklärt Eduardo.
"Wow", antwortet Michael begeistert. "Amerika!"
"Mein Papa arbeitet für ein Weltraumprojekt in Florida", erzählt er. "Ich kann vielleicht einen Raketenstart sehen."
"Super", freut sich Michael für seinen Freund. "Ich muss los und mir einen coolen Ast besorgen, für nachher."
Bis zur ersten Stunde ist noch etwas Zeit und er flitzt nach draußen in den Garten. Er schlüpft durch ein nur wenigen Kindern bekanntes Loch im Zaun und geht zum nahen Waldrand. Dort gibt es die besten Äste und Stöcke, weiß er.
Michael sucht den Boden neben einer uralten, knorrigen Eiche ab. Da bemerkt er ein seltsames, blaues Leuchten, das aus einem großen Astloch kommt. Er schaut hinein und ist erstaunt, dass er durch den Baum hindurchsehen kann. Er sieht einen strahlend blauen Himmel und weiße Wolken. In der Ferne erkennt er einen Leuchtturm, der in den Farben des Regenbogens bemalt ist. Michael steht staunend und mit offenem Mund da, als sein Blick plötzlich verdeckt wird. Eine Hand taucht aus dem Astloch auf, dann eine weitere und zum Schluss ein Kopf. Der Kopf hat spitze Ohren, eine spitze Nase, runde Kulleraugen und schwarze Haare. Die Kulleraugen sehen Michael an und auf einmal sagt das winzige Geschöpf: "Kannst du mir bitte mal helfen?"


Über den Autor

Karim Pieritz lebt mit seiner Familie in Berlin. Als sein Sohn in den letzten Jahren immer wieder neue Abenteuergeschichten von ihm hören wollte, weckte das seine Inspiration. Schon beim ersten Buch war ihm klar gewesen, dass er nicht nur eine einzige Geschichte erfunden hatte. Er hatte ein lebendiges Universum voller Magie vor sich, welches sich ständig weiter entwickelte. Das Ergebnis war die Kinderbuch-Reihe „Leuchtturm der Abenteuer“ für Kinder ab 6 Jahren.
Autoren-Blog:          www.karimpieritz.de
Kinderbuch- Seite:   www.leuchtturm-abenteuer.de
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