Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren

Dienstag, 5. Mai 2015

Das verlorene Land von Rotraud Falke-Held



Klappentext

Vor langer Zeit in einer anderen Welt leben die Völker des Rubinsterns und des Zaubermondes in Frieden und Harmonie miteinander. Krieg kennen sie seit Jahrhunderten nicht mehr.
Doch eines Tages werden ihre Dörfer von dem diabolischen Tyrann Cyprian, dem Herrscher vom Volk des Eises, überfallen. Cyprian will sich zum Beherrscher der Welt aufschwingen. Die friedlichen Völker können sich gegen ihn und seine Armee nicht wehren und werden unterjocht. Aber der Wunsch nach Freiheit weckte auch den Kampfgeist.
Eine alte Legende erzählt von einem Ort, den böse Mächte nicht besetzen können – dem Garten der Freiheit.
Eine kleine Gruppe Jugendlicher macht sich auf den Weg, diesen Ort zu finden - der junge Erfinder Salokin und seine Schwester, die Malerin Aidil - Nevet, der davon träumt, die Welt zu bereisen - der sechzehnjährige Bauarbeiter Marbod und die junge Heilerin Heloise.
Auf ihrer Reise finden sie andere, die sich ihnen anschließen.
Für die unterdrückten Völker werden sie zur Armee der Hoffnung.
Doch der Weg ist gefährlich und Cyprian lässt sie verfolgen, denn auf ihm lastet ein Fluch.

Das verlorene Land ist eine spannende Geschichte für Kinder ab 10 Jahren.

ISBN: 978-3-7322-4629-8

Das Buch gibt es bei Amazon, bei BoD oder ist im Buchhandel bestellbar. Oder bei der Autorin.

Leseprobe aus Kapitel 10: Auf der Flucht

In der Ferne hörten sie Stimmen. Sie suchten nach ihnen. Die Flüchtlinge wagten nicht zu sprechen. Sie hatten Angst und fürchteten, ihre Reise zum Garten der Freiheit würde schon hier in den Wäldern ihrer Heimat enden. Was würde mit ihnen gesche­hen, wenn man sie fand? Würden sie alle hingerichtet werden?
Aidils Herz klopfte so laut, dass sie meinte, man könnte es bis zum Dorf hören. Wie weit waren sie eigentlich schon davon ent­fernt? Waren sie schon im Reich der Wölfe?
Die fünf Flüchtlinge kämpften sich weiter durch das dichte Unter­holz. Inzwischen war die Sonne untergegangen.
In den Ästen heulte ein Käuzchen. Zor, dachte Salokin. Er er­kannte sein Käuzchen genau. Salokin lächelte, er freute sich, dass Zor ihm gefolgt war.
Es war jetzt so dunkel, dass er nur noch den Umriss von Heloise erkennen konnte, die genau vor ihm ging.
Zor heulte wieder.
Sei doch ruhig, dachte Salokin nervös. Sei still, sonst verrätst du uns noch.
Er stolperte hinter dem schwarzen Schatten her, der Heloise war. Er hoffte, dass Aidil, Nevet und Marbod noch hinter ihm waren. Er wusste es nicht. Niemand sprach. Die Finsternis und ihr Schwei­gen war ihr einziger Schutz vor den Verfolgern.
Das Käuzchen heulte wieder. Salokin ärgerte sich. Doch nur eine Sekunde. Im gleichen Atemzug wurde ihm bewusst, dass das Käuzchen ihnen nicht mehr folgte. Es hatte die Richtung gewech­selt.
„Heloise!“, rief er gepresst. „Heloise! Warte!“
Heloise drehte sich um.
„Was?“, flüsterte sie.
Die drei anderen schlossen zu ihnen auf.
„Was ist?“, flüsterte Nevet.
„Habt ihr Zor gehört?“
„Zor? Ach Salokin, es war ein Käuzchen“, meinte Nevet.
„Es war Zor.“
„Woher willst du das wissen?“
„Ich erkenne seine Stimme so wie ich deine erkennen würde“, brachte Salokin hervor.
„Und wenn er es ist, was soll’s?“
„Psst“, machte Heloise. „Wir sollten nicht reden. Und wir haben keine Zeit, hier herum zu stehen. Wir müssen weiter.“
Schon wollte sie sich umdrehen und den Weg wieder aufnehmen, aber Salokin hielt sie am Arm zurück.
„Was?“, zischte sie.
„Wir müssen Zor folgen.“
„Bitte? Bist du verrückt?“
Salokin schüttelte ernst den Kopf. „Bitte, du weißt nicht, wo wir entlang gehen sollen. Du folgst deinem Gefühl.“
„Und?“
„Jetzt folgt meinem. Zor will uns irgendwohin führen.“
Heloise legte ihren Kopf schief.
Marbod stöhnte. „Wir müssen weiter, sie töten uns, wenn sie uns finden.“
Sie hörten das Knacken von Zweigen ganz in der Nähe.
„Weiter!“, drängte Marbod. In seiner Stimme schwang Angst.
Aidil blickte nervös von einem zum anderen.
„Wenn Salokin glaubt, Zor will uns etwas zeigen, dann…“
„Geh voraus“, forderte Heloise Salokin auf. Sie trat einen Schritt zur Seite, um ihn vorbei zu lassen.
Salokin dankte ihr mit einem Kopfnicken.
Marbod rollte die Augen.
Aidil war sicher, dass sie das Richtige taten.
Nevet hatte Angst. Aber es war ihm gleichgültig, in welche Rich­tung sie gingen. Sie mussten nur schneller sein als ihre Verfolger.
Das Käuzchen heulte erneut.
Gleich darauf heulte eine Eule.

 


Zur Autorin:

Rotraud Falke-Held wurde 1964 in Bad Driburg geboren.
Schon in der Grundschulzeit entdeckte sie die Freude am Schreiben.
Doch zunächst absolvierte sie eine solide kaufmännische Ausbildung und kann heute auf eine 20jährige Berufstätigkeit zurückblicken.
Nach der Geburt ihrer Kinder - in den Jahren 2000 und 2001 – gab sie ihre Berufstätigkeit auf. Sie begann, sich spannende Geschichten auszudenken – zunächst nur für ihre eigenen Kinder.
2009 erschien ihr erstes Kinderbuch „Der kleine Bär Tapp“ im Monolith Verlag.
Seither sind einige Kinder- und Jugendbücher von ihr erschienen, altersmäßig wachsen die Geschichten mit dem Alter ihrer eigenen Kinder.
Rotraud Falke-Held lebt mit ihrem Mann, zwei Kindern und der Hundedame Cacy in Büren.


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