Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren

Dienstag, 17. Juli 2012

Ximun, der Drachenzwerg von Carola Kickers


Klappentext
Dass die Kleinen auch mal ganz groß raus kommen können, erzählt das Abenteuer von "Ximun, der Drachenzwerg". Der Kleine gehört zu den sogenannten Feuerköpfchen und wohnt den ganzen Sommer über mit seinen Eltern im Wald. Er ist zwar für sein Alter von 300 Jahren sehr klein geblieben, aber auch sehr klug. Die anderen Drachen hänseln ihn wegen seiner Größe, doch durch ein magisches Buch und eine alte Legende wird er später sogar zum König über alle Drachen. Für Kinder ab 4 Jahren.

 Erhältlich bei Amazon. Hörbuch in Vorbereitung. 


Leseprobe.
Carola Kickers - Ximun, der Drachenzwerg
„Wenn ich… wenn ich … hatschi!“, machte Ximun und nieste so kräftig, dass er fast die Zeitung seines Vaters in Brand gesetzt hätte. Ximun gehörte zu den kleinsten Drachen der Welt, den sogenannten Feuerköpfchen, aber Ximun war mit seinen 300 Jahren sehr klein geblieben, gerade mal so groß wie ein Meerschweinchen.
Diese kleinen Drachen sind silberweiß und haben saphirblaue Augen. Ihre Heimat ist der Wald, wo sie in Baumhöhlen leben. Wenn sie niesen müssen, kommt eine kleine Flamme aus ihrem Maul, etwa so wie bei einem Streichholz, dass man anzündet. Das ist natürlich besonders im Sommer gefährlich, wenn der Wald trocken ist, so dass gerade in dieser Zeit viele Brände entstehen. Aber die meisten sind so klug, dass sie im Sommer in die Berge fliegen, wo sie keinen Schaden anrichten können. Denn Feuerköpfchen gehören zu den weisesten Drachen auf der Welt.
Jetzt war es Herbst und der Winter stand kurz bevor. Gestern noch hatte es den ganzen Tag geregnet aber heute schien schon wieder die Sonne vom Himmel.
„Ja, ja, und wenn du nicht in die Pfütze gefallen wärst…“, seufzte seine Mutter Sophia jetzt genervt und brachte ihm ein Taschentuch. Ximuns Mutti war ein etwas rundliches Feuerköpfchen mit einem gütigen Gesicht und rosaroten Pausbacken.
„Pass auf, dass du nicht das ganze Haus abfackelst“, mahnte sein Vater,
Ximuns Eltern waren schon weit über 1000 Jahre alt.
„Der blöde Willibert hat mich geschubst“, maulte Ximun als Entschuldigung und putzte sich prustend  die Nase. Die gezackten Schuppen auf seinem Rücken hatten eine tiefrote Farbe angenommen. Wenn Ximun zufrieden war, schimmerten seine Schuppen bläulich-weiß und wenn er glücklich war, ganz silbern mit einem zarten Rosa an den Flügeln. Aber jetzt war der kleine Drache krank und über und über rot.
„Wenn ich nicht Willibert gefolgt wäre, hätte ich das Buch niemals gefunden.“
„Welches Buch?“, fragte sein Vater. Er war ein schlanker, silbergrauer Drache mit einem mächtigen Kamm und einem Büschel silberner Haare, die zwischen seinen runden Ohren wie ein Puschel vom Kopf abstanden. Er trug den Namen Hallimasch, weil er früher als Kind so gerne diesen Pilz gefuttert hatte. Das sah man ihm gar nicht an.
„Das Buch der großen Ahnen.“
„Aber das gilt doch als verschollen.“
„Ich hab´s aber ganz deutlich gesehen. Es sah genauso aus, wie du es mir immer beschrieben hast. Williberts Opa hat es in einer Truhe in seiner Höhle oben versteckt.“
„Der alte Oligor? Schau mal einer an.“
Ximun nieste wieder laut und nickte. „Manchmal ist es ganz praktisch, so klein zu sein. Erst als ich mich wieder aus der Höhle geschlichen habe, ist mir Willibert gefolgt und hat versucht, mich in der Pfütze zu ertränken.“
„Pfft“, machte sein Vater und versteckte sein Gesicht hinter der Zeitung "Drachenwelt am Morgen". Am liebsten hätte er laut gelacht, doch sein Sohn verstand in Bezug auf seine Größe keinen Spaß.

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