Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren

Dienstag, 13. Oktober 2015

"Das verlorene Paradies" von Codename Kolibri




Klappentext:

"Das verlorene Paradies" - eine farbig illustrierte Abenteuergeschichte in zwei Teilen

Tief im Regenwald von Brasilien lebt das Kolibripärchen Fee und Paco. Die winzigen Vögel wollen eine Familie gründen, doch schreckliche Ereignisse zwingen die beiden dazu, ihre geliebte Heimat am Amazonas zu verlassen. Auch die anderen Tiere des Urwalds sind betroffen und schließen sich den Vögeln an. Eine abenteuerliche Flucht vor den Menschen beginnt. Schon bald macht sich die kleine Gruppe auf den Weg in die Nebelwälder, dort soll man vor den Menschen sicher sein.
Es wird eine weite und anstrengende Reise, bei der die Kolibris sowie Leon, das ängstliche Faultier, der mutige Tapir Pedro, die kluge Ameisenbärin Carmelita und all die anderen Tiere zahlreiche Abenteuer zu bestehen haben.

Ob die Tiere ihr Ziel erreichen und sich tatsächlich vor den Menschen in Sicherheit bringen können?

Ein farbig illustrierter (Vor-) Leseroman, in dem Freundschaft, Mut und Zusammenhalten im Vordergrund stehen - gemeinsam ist man stark und kann auch die schwierigsten Situationen meistern. In einem spannenden Tierabenteuer, das in Brasilien und Peru spielt, erfahren die Kinder vieles über die Tierwelt, Pflanzen und Kultur der Länder, sowie über die Zerstörung des Regenwaldes.
Außerdem gibt es wie immer eine kleine Länderkunde sowie Mathildes Backrezept für Pizzamuffins.


Teil 2: http://www.amazon.de/verlorene-Paradies-B%C3%BCcher-Barnabas-Rosenstengel-ebook/dp/B015UI4NYK/ref=asap_bc?ie=UTF8
 

Eine schreckliche Entdeckung

Der Urwald Südamerikas ist ein Paradies für exotische Tiere und Pflanzen. Riesige Bäume bilden ein grünes Blätterdach, unter dem sich das Leben abspielt. Bis zu sechzig Meter hoch können diese Urwaldriesen werden, viele von ihnen haben deshalb Brettwurzeln, damit sie gut im Boden verankert sind. Der viele Regen und die hohen Lufttemperaturen sorgen für ein üppiges, fortwährendes Grün. Jedoch kann man nicht von einem undurchdringbaren Urwald reden. Am Boden ist genügend Platz, viele kleine Pfade führen durch den Dschungel. Die Bäume sind mit dicken Moospolstern besetzt und zahlreiche Pflanzen wachsen einfach an den Baumstämmen.
Das Leben spielt sich sozusagen auf zwei Etagen ab. Oben in den Baumkronen befindet sich das Reich der Vögel und Affen. Nur ganz selten lassen sie sich auf dem Boden sehen. Unten auf der Erde ist die Region der Tapire, Wasserschweine, Gürteltiere und vieler weiterer seltsamer Vertreter der Tierwelt.
Und dann gibt es da natürlich noch den Fluss, den Amazonas. Wie ein riesiges Band schlängelt er sich durch den Urwald.
Wenn man sich normalerweise auf Straßen oder Wegen fortbewegt, so ist das hier anders. Hier findet alles auf den Flussläufen statt. Die Indios nutzen den Wasserweg, um sich fortzubewegen.
Es ist vor allem die Heimat der Kolibris – die kleinste Vogelart auf der Welt. Diese Winzlinge sind mit ganz besonderen Fähigkeiten ausgestattet. Sie können im Flug auf der Stelle stehen, um so mit ihren langen leicht gebogenen Schnäbeln, den Nektar aus den Blüten zu trinken. Sogar das Rückwärtsfliegen ist kein Problem. Dies ist auch dringend erforderlich, denn nur so sind die kleinen Vögel in der Lage, ihren langen Schnabel schließlich wieder aus dem Blütenkelch zu ziehen. Dem Anschein nach hat jede Kolibriart ihre eigenen bevorzugten Pflanzen. Und durch die Bestäubung bei der Futteraufnahme ist somit auch die Vermehrung der seltenen Blumenarten gewährleistet.
Vor vielen, vielen Jahren ging alles noch sehr friedlich zu, es war genügend Platz im Dschungel, keiner kam dem anderen in die Quere.
Fee und Paco, ein Kolibripärchen mit einem wunderschön schillernden grünen Gefieder, war auf Erkundungsflug.
Die beiden mochten den Nektar von den Blumen mit roten und rosa Blüten am liebsten. Dazu nahmen sie auch gerne eine etwas längere Suche beziehungsweise Flugreise in Kauf.


„Schau nur, hier sind fast alle roten Blumen verwelkt“, seufzte Paco enttäuscht, „und bei den wenigen, die in Blüte stehen, haben wir den Nektar schon ausgetrunken. Oje, dabei bin ich noch überhaupt nicht satt.“
„Kein Wunder, du hast einen Appetit, wie ein riesiger Wasserbüffel!“, scherzte Fee.
Die beiden waren sich erst vor Kurzem begegnet - Liebe auf den ersten Blick sagt man wohl - und hatten schnell beschlossen, demnächst eine Familie zu gründen.
Paco grinste. „Man muss halt bei Kräften bleiben und wenn man Nachwuchs plant, kann man nicht früh genug damit beginnen, sich einiges an Kraftreserven anzulegen.“
„Dann sollten wir vielleicht zum großen Wasserfall fliegen, da ist es schön romantisch und unsere Lieblingsblumen wachsen dort massenhaft“, meinte Fee, sie hielt kurz inne. „Der Nektar von den Blüten des großen Lapacho-Baums, der dort steht, ist ganz besonders lecker. Was hältst du davon, wenn wir dort sogar unser Nest bauen?“
„Das ist doch mal ein Vorschlag, der sich hören lässt“, zwitscherte Paco, der stets versuchte, seiner Liebsten jeden Gefallen von den Augen abzulesen.
„In Ordnung, dann lass uns aufbrechen, wir müssen noch ein gutes Stück weit fliegen“, sagte Fee überglücklich und freute sich sehr, ihr neues gemeinsames Heim in einer solch schönen Gegend zu bauen, wo es zudem ihren Lieblingsnektar im Überfluss gab.
Es würde mindestens eine Stunde in Anspruch nehmen, bis sie den Wasserfall erreichten. Nur zu gerne legten sie deshalb des Öfteren eine kurze Pause ein, in der sie miteinander scherzten und schwatzten und sich ihre Zukunft in den schönsten Farben ausmalten.
Gerade noch war alles so fantastisch, die Zukunft, verpackt in rosa Traumwolken, schwebte ihnen vor den Augen - dann der Schock.
Schon aus der Ferne hörten sie das leise Rauschen des Wasserfalls, doch ansonsten herrschte Stille. Man hörte keine Papageien krächzen, keine Affen brüllen. Das war seltsam.
„Komisch, hier ist es aber still“, bemerkte Fee besorgt.
„Was das wohl zu bedeuten hat?“ Auch Paco machte sich Gedanken, hier stimmte etwas nicht.
Bereits kurze Zeit später stießen sie auf des Rätsels Lösung.
Dort, hinter dem Wasserfall, wo sich einst so weit das Auge reichte der Dschungel ausgebreitet hatte, war nichts mehr. Ein Bild des Schreckens: die Bäume abholzt, das Land kahl und verlassen, das grüne Dach des Dschungels verschwunden.



Autorenvita:
Die Autorin Marion David, geb. 1959, ist dreifache Mutter und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Aachen. Schon vor vielen Jahren hat sie damit begonnen, Geschichten für  ihre Kinder zu schreiben. Lange lagen die Manuskripte in der Schublade, bis im Jahr 2011 der Entschluss fiel, die Geschichten zu überarbeiten und diese als E-Book zu veröffentlichen. An der Entstehung der Buchreihe „Die Bücher des Barnabas Rosenstengel“ sind auch die beiden mittlerweile erwachsenen Töchter beteiligt, die ihre Mutter mit der Gestaltung der Bücher und den Illustrationen tatkräftig unterstützen. Die abenteuerlichen Tiergeschichten des Teams erscheinen unter dem Pseudonym „Codename Kolibri“. Nach dem großen Erfolg des ersten Bands „Die Reise zu den Weinenden Felsen“ setzte das kleine Familienunternehmen die Serie fort und brachte zeitgleich die Buchreihe „Leseabenteuer mit Barnabas“ für junge Leser auf den Markt.
Mittlerweile ist auch das erste Bilderbuch erschienen.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage:
http://www.barnabas-rosenstengel.de/

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