Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren

Dienstag, 2. Oktober 2012

Der Zauberhund von Ingrid Mayer


Magische Kindergeschichten
zum Lesen und Vorlesen
für Kinder im Alter von ca. 8 bis 11 Jahren, erhältlich bei Amazon.

Inhalt:
Rettet die Zauberschule!
Auch unbegabte Zauberschüler verdienen eine Chance. Können sie verhindern, dass ihre Schule abgerissen wird?

Der listige Zauberstab
Ein Zauberstab, dessen Meister ihn kaum mehr benutzt, begibt sich auf eine abenteuerliche Reise...

Herr Liebstock und der Zauberhund
Der Rentner Herr Liebstock kauft ein Haus auf dem Land, denn er möchte
möglichst ruhig leben. Doch schon nach kurzer Zeit zieht Merlin bei ihm ein
und bringt einiges durcheinander...

Der Zauberweiher
In einer rauen Winternacht spazieren die jungen Rehe Ricka und Erik durch
den nächtlichen Wald. Doch plötzlich nehmen sie eine seltsame Witterung
auf...


Leseprobe:

Im einem fernen Land namens Simsalandor pflegte man seit vielen hundert
Jahren Zauberer auszubilden. Viele begabte Kinder durften eine der berühmten
Zauberakademien besuchen. Doch leider fehlte manchen dafür das ausreichende
Können, und so mussten sie sich damit begnügen, ihre magischen Kenntnisse in
einer kleineren Schule zu erwerben.
In einer solchen Schule unterrichtete auch Herr Koriander. Als der
Unterricht begann, seufzte der Lehrer erst einmal abgrundtief. Was sollte
nur aus seinen Schülern werden? Ihnen Zaubern beizubringen, gestaltete sich
als äußerst schwierig. Denn vor ihm saßen nicht gerade begnadete Talente.
Allesamt waren sie durch die Aufnahmeprüfung der großen Akademien gerasselt.
Der schon stark ergraute Herr Koriander musste sich nun bemühen, den
unbegabten Magiern doch noch einen Funken Talent zu entlocken. Eine
schwierige Aufgabe. Beinahe jeder verließ diese Schule vorzeitig, ohne
wenigstens das einfache Zauberdiplom zu erhalten. Die Abgänger arbeiteten
später als Bäcker, Kaufmann und einer war sogar Theaterspieler geworden. Ein
richtiger Zauberer war jedoch noch nie aus dieser Schule hervorgegangen.

Kopfschüttelnd sah sich Herr Koriander im halb leeren Klassenzimmer um. Fast
die ganze Abschlussklasse war anwesend, obwohl nur in der letzten Reihe zwei
Jungen saßen. Der Unterricht begann. Mühselig versuchte er, den dicken
Tassilo dazu zu bewegen, einen Blumenstrauß herbeizuzaubern.
Ein Akademieschüler hätte ohne Probleme nicht nur einen einfachen Strauß
erscheinen lassen können, sondern auch genau einhundertundvier blaue
Narzissen mit roten Tupfen. Nicht so Tassilo. Der Junge bemühte sich
redlich. Er verfügte durchaus über magische Fähigkeiten. Doch was er auch
zauberte, es hatte jedes Mal die Gestalt von etwas Essbarem. Mal zauberte er
einen Braten, eine Tafel Schokolade und schließlich einen Blumenkohl –
immerhin etwas, in dessen Namen Blumen vorkamen. Tassilo konnte sich einfach
nicht richtig konzentrieren, denn er dachte immer nur ans Essen.

Bei seinem schüchternen Banknachbarn Bodo war es noch schlimmer. Mit seinen
ersten Zauberversuchen hatte er zwar Erfolg, aber bald fürchtete er sich zu
sehr vor den Gestalten, die dabei entstanden. Schreckliche Monster mit
gebogenen Hörnern auf dem Kopf, die furchtbar stanken und grässliche Laute
von sich gaben. Etwas anderes gelang ihm nicht. Meistens lief Bodo dann
wimmernd davon oder wurde vor lauter Angst ohnmächtig, und sein Lehrmeister
durfte zusehen, wie er dem Ungetüm Herr wurde. Schließlich weigerte er sich
völlig, noch irgendwelche magischen Handlungen durchzuführen, weil ihn die
Ergebnisse, die daraus entstanden, zu sehr ängstigten.

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